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Folter durch CIA?

USA: Noch 34 Häftlinge in US-Gefangenenlager Guantánamo 

  • Aktualisiert: 03.02.2023
  • 16:16 Uhr
  • Clarissa Yigit
Im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba sind mehr als zwei Jahrzehnte nach den Anschlägen vom 11. September noch 34 Häftlinge untergebracht. Das teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Washington mit, nachdem ein Inhaftierter aus Pakistan in das mittelamerikanische Land Belize transferiert wurde.
Im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba sind mehr als zwei Jahrzehnte nach den Anschlägen vom 11. September noch 34 Häftlinge untergebracht. Das teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Washington mit, nachdem ein Inhaftierter aus Pakistan in das mittelamerikanische Land Belize transferiert wurde.© Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Im US-Gefangenenlager Guantánamo sind noch 34 Häftlinge inhaftiert. Zeitweise waren es auch schon rund 800. Das Lager wurde nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet. Ein nun freigelassener Insasse berichtete über Folterungen in dem Camp durch die CIA.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Gefangenenlager Guantánamo sind noch 34 Häftlinge inhaftiert.

  • Der 42-jährige Pakistaner Majid Khan wurde nun entlassen.

  • Er ist der erste Häftling, der Schilderungen von Folterungen durch den US-Geheimdienst CIA veröffentlichte.

Wie das amerikanische Verteidigungsministerium am Donnerstag (2. Februar) in Washington mitteilte, sind in dem US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba noch 34 Häftlinge untergebracht – und dies nach mehr als zwei Jahrzehnten nach den Anschlägen vom 11. September.

Zusammen mit anderen Ländern sei die US-Regierung bemüht, die Zahl der Gefangenen auf verantwortungsvolle Weise zu reduzieren und das Lager schließlich zu schließen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt.

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Al-Kaida-Unterstützer wird freigelassen

Bekannt wurde die Zahl der Insassen, nachdem Majid Khan, ein Inhaftierter aus Pakistan, in das mittelamerikanische Land Belize freigelassen wurde. Kahn saß 16 Jahre in dem Gefangenenlager aufgrund seiner Unterstützung des Terrornetzwerkes Al-Kaida ein.

Kahn sei nach Angaben des US-Militärs zufolge an einem Attentatsversuch gegen den damaligen pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf beteiligt gewesen. Zudem habe er Geld an eine mit Al-Kaida in Verbindung stehende Terrororganisation in Indonesien geliefert. Mit diesem sei der Anschlag auf ein Hotel in Indonesien im Jahr 2003 finanziert worden, bei dem elf Menschen starben.

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Häftlinge sollen durch CIA gefoltert worden sein

Aufsehen erregte der 42-jährige Pakistaner allerdings mit Schilderungen von Folterungen durch den US-Geheimdienst CIA. Kahn wurde im Oktober 2021 zu 26 Jahren Haft verurteilt; ihm wurde jedoch wegen eines früheren Schuldeingeständnisses eine baldige Freilassung zugesichert.

Kahn trug 2021 als erster Häftling die Foltermethoden der CIA öffentlich dar. Er berichtet, "wie er von CIA-Vernehmungsbeamten vergewaltigt, geschlagen und mit Wasserfolter traktiert wurde", schreibt die “Zeit". Tagelang sei er in dunklen Zellen festgehalten worden, teilweise an Ketten aufgehängt ohne Nahrung oder Kleidung, während laute Musik ertönte und Wachen ihn mit Eiswasser übergossen. Kahn habe seine Taten gestanden. "Je mehr ich kooperierte und ihnen erzählte, desto mehr wurde ich gefoltert."

Zweite Chance

Nach seiner Freilassung ließ Kahn mitteilen, dass er sich wie neugeboren fühle. Nach 20 Jahren werde er seine Frau wieder sehen und zum ersten Mal seine Tochter, die nach seiner Inhaftierung auf die Welt kam. Majid Khan bereue seine Taten und habe versucht, sie wieder gutzumachen.

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Was ist das Gefangenen-Lager Guantánamo?

Im US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba befindet sich das Lager, in dem zeitweise fast 800 Menschen inhaftiert waren. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA wurde das Camp unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet. Mutmaßliche islamistische Terroristen sollten hier ohne Prozess festgehalten werden. Menschenrechtsorganisationen fordern bereits seit langem die Schließung.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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