Oscars ® 2018

„Moonlight“ gewinnt den Oscar® als „Bester Film“ 2017

Oscar® Gewinner 2017: Bester Film

„Moonlight“ war einer der Favoriten bei den Oscars® 2017 – jetzt hat das eindringliche Episoden-Drama die Auszeichnung für den besten Film abgeräumt.

And the Oscar goes to … „Moonlight“! Nicht nur die Zuschauer bei der Oscarverleihung im legendären Dolby Theatre werden bei der Bekanntgabe des Oscars® für den besten Film 2017 laut geklatscht haben. Schließlich waren sich Kritiker und Kinopublikum schon lange vor der Oscarnacht einig, dass Barry Jenkins‘ Drama ein filmisches Meisterwerk ist. „Moonlight“ wurde als wegweisend für afroamerikanische Filmemacher bezeichnet, als Begründung eines neuen Filmgenres und nicht zuletzt als grandiose filmische Erzählung, die den Überlebenskampf im Alltag und die lebenslange Suche nach der eigenen Identität mit aufwühlenden Bildern thematisiert. Schon die acht Oscarnominierungen im Vorfeld waren ein Grund zum Feiern für Barry Jenkins und sein Team – der Oscar® für den besten Film ist jetzt das Sahnehäubchen für den Überraschungserfolg des Jahres.

„Moonlight“: Auf der Suche nach der eigenen Identität

„Moonlight“ ist die Filmadaption des Theaterstücks „In Moonlight Black Boys Look Blue” von Tarrell Alvin McCraney – und wie ein Theaterstück teilt sich die Geschichte in drei Akte bzw. Kapitel, die verschiedene Lebensabschnitte des Protagonisten Chiron erzählen. „Little“ beschreibt Chirons Kindheit, die von der Drogensucht seiner Mutter und Drangsalierungen in der Schule geprägt ist. Ausgerechnet der Drogendealer Juan wird zu einem Ersatzvater für Chiron, der ihn beschützt und ihm Selbstbewusstsein vermittelt. Auch Chirons einziger Freund Kevin unterstützt Chiron, indem er ihm zeigt, wie er sich gegen seine Mitschüler zur Wehr setzt. Im zweiten Kapitel, „Chiron“, ist Chiron ein Teenager, der noch immer mit sich und seiner Situation hadert. Noch immer ist Kevin sein bester Freund, aber als sich zwischen den beiden eine Romanze anbahnt, zwingt ein Mitschüler Kevin, Chiron zu verprügeln, um ihn öffentlich zu demütigen. Chiron wehrt sich gegen Kevin und rächt sich auch an dem Mitschüler. „Black“, das dritte Kapitel des Films, beginnt etwa zehn Jahre später: Chiron ist ein erwachsener Mann, der seinem Ziehvater Juan sehr ähnlich geworden ist. Aber als Chiron eines Tages einen Anruf von seinem Jugendfreund Kevin bekommt, zeigt sich, dass er seinen eigenen Gefühlen und seiner Identität noch immer nicht gewachsen ist. Chiron schließt bei einem letzten Besuch mit seiner Mutter ab, trifft sich mit Kevin, und die beiden fahren gemeinsam zu Kevins Wohnung am Strand.

Barry Jenkins – ein Newcomer als Oscar®-Abräumer 2017

Als Filmemacher ist Regisseur Barry Jenkins ein relativer Newcomer. „Moonlight“ ist nach seinem Debüt „Medicine für Melancholy“ (2008) sein zweiter Film. Wie kommt es, dass ein vermeintlich unerfahrener Regisseur einen so eindringlichen Film inszenieren kann? Zum einen sind es wohl die eigenen Erfahrungen: Wie der Protagonist Chiron wuchs Jenkins in Miamis Problemviertel Liberty Square Neighborhood als Sohn einer drogenabhängigen Mutter auf. Gleichzeitig beweist der Regisseur ein großartiges Gespür bei der Wahl seines Cast: Die jeweils drei verschiedenen Schauspieler stellen die Hauptfiguren Chiron und Kevin in ihren jeweiligen Lebensabschnitten so authentisch dar, dass der Film sich trotz des episodenartigen Aufbaus atmosphärisch dicht und in sich geschlossen wirkt. Nicht zuletzt ist es die Struktur, die „Moonlight“ zu etwas Besonderem macht: Jedes der drei Kapitel funktioniert auch als in sich geschlossener Kurzfilm. Erst durch die Verknüpfung der drei Episoden wird ein übergeordneter Zusammenhang und die Geschichte einer Identitätsfindung offenbar.

„Moonlight“ – Filmfakten im Überblick

Originaltitel: Moonlight

Genre: Drama

Regie: Barry Jenkins

Drehbuch: Barry Jenkins

Darsteller: Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes (alle als Chiron), Naomie Harris (Paula), Mahershala Ali (Juan), Janelle Monaé (Teresa), Shariff Earp (Terrence), Duan Sanderson (Azu)

Länge: 111 Min.

FSK: noch nicht bekannt

Nominiert in den Kategorien:

- Bester Film

- Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali)

- Beste Nebendarstellerin (Naomie Harris)

- Beste Regie (Barry Jenkins)

- Bestes adaptiertes Drehbuch (Barry Jenkins)

- Beste Kamera (James Laxton)

- Bester Schnitt (Nat Sanders, Joi MC Millon)

- Beste Filmmusik