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Zunehmende Gefahr durch Internetbetrügereien mit Prominenten

Die Onlinekriminalität nimmt Jahr für Jahr zu. Betrüger lassen sich immer neue Tricks einfallen, um Menschen im Internet übers Ohr zu hauen. Der wichtigste Vorteil aus Sicht der Kriminellen: Mit verhältnismäßig wenig Aufwand und relativ geringem Risiko können Millionen potenzieller Opfer erreicht werden. Der durch Cybercrime verursachte Schaden in Deutschland belief sich allein im letzten Jahr auf über 2,4 Milliarden Euro. Immer häufiger werden heutzutage auch prominente Namen genutzt, um unsere Neugier zu wecken und uns leichtgläubig zu machen. Wir verraten, wofür unsere Promis „herhalten“ müssen und worauf wir achten sollten!

Internet-Kriminalität
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Aktuell zeichnet sich ein Trend ab, Namen und Fotos von Prominenten für die Onlinekriminalität zu nutzen. In den Social Media wie Facebook oder Twitter locken Betrüger User mit gefälschten Meldungen über Promis in die Falle. Bei Google kann man sich per Klick auf Fotos prominenter Superstars Viren einfangen. Die Namen von Prominenten werden sogar für betrügerische Einkaufstouren im Netz genutzt. Zugleich werden immer mehr Promis Opfer persönlicher Hackerangriffe. Diese Infografik zeigt worauf man achten sollte, um diesen Betrügern nicht auf den Leim zu gehen!

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Neue Masche der Onlinekriminellen: Datenabzocke über Promi-News

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In den sozialen Netzwerken Facebook & Co. sorgen Betrüger seit einigen Monaten mit reißerischen Meldungen über Unglücks- und Todesfälle von Prominenten für Aufsehen, die allesamt erfunden und erlogen sind. Wer auf die professionell aufgemachte Meldung über die vermeintliche Entführung der Tochter von Heidi Klum oder den Selbstmord von Stefan Raab klickt, gelangt auf die Seite eines Gewinnspiels oder eines Onlineshops. Unter den vermeintlichen Todesopfern befanden sich zuletzt auch Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio, Rapper Kay One oder Schauspieler Charlie Sheen.     

Bei diesem Betrug mit Nachrichten-Fakes über Prominente ging es in erster Linie um das Sammeln von persönlichen Daten wie Name, Alter, Anschrift oder E-Mailadresse, die in der heutigen Zeit bares Geld wert sind. Denn um ihre Werbebotschaften ohne Streuverluste an eine interessante Zielgruppe schicken zu können, benötigen Agenturen und Unternehmen vor allem Datensätze möglichst aktueller und vollständiger Adressen – sogenannte Leads. Diese Art des Internetbetrugs ist für den User zwar nicht direkt gefährlich, raubt aber Zeit und kann später zu unerwünschtem Spam führen.

Es gibt aber auch gefährlichere Spielarten des Onlinebetrugs mit gefälschten Promi-News. Hinter der erfundenen Meldung über den Tod eines Schauspielers von den Philippinen verbarg sich im Sommer 2015 ein gefährlicher Trojaner, also ein Computerprogramm, das Rechner infiziert und erheblichen Schaden anrichten kann. Eine Variante der gefälschten Todesnachrichten von Prominenten sind Vermisstenanzeigen (überwiegend junger Mädchen) im Internet, um deren Weiterleitung gebeten wird. Auf diese Weise verbreiten sich Trojaner und andere Schädlinge noch schneller im Netz.

Kaum ist eine Masche bekannt, tauchen schon wieder zehn neue Onlinefallen auf. Der Aufwand für das Einrichten gefälschter Promimeldungen, Vermisstenanzeigen oder Spendenaufrufe ist im Vergleich zu anderen Straftaten ebenso gering wie das Risiko erwischt zu werden. In vielen Fällen stecken hinter dem Betrug organisierte Kriminelle aus dem Ausland, deren Spuren sich im Nirwana des WWW verlieren und die von deutschen Behörden kaum je ermittelt geschweige denn verurteil werden können.

Aus Sicht von Polizei und Sicherheitsexperten hat das Risiko, Opfer eines Internetbetrugs zu werden, in den vergangenen Monaten zugenommen. Besonders gefährlich ist für den User der Klau bzw. das unbemerkte Ausspionieren von Kreditkartendaten. Im Gegenteil zu einem gestohlenen Smartphone oder Personalausweis, können hier Wochen oder Monate vergehen, bis man den Diebstahl anhand von Kontoauszügen oder einer Benachrichtigung der Bank bemerkt. Entsprechend hoch kann hier der Schaden sein.

Promi-Fotos im Internet können mit gefährlichen Viren verseucht sein

Eine andere beliebte Form der Onlinekriminalität mit Prominenten ist die Verbreitung bösartiger Computerviren über die Fotos von Superstars. Wer bei Google oder einer anderen Suchmaschine Bilder von Promis sucht, kann sich mit etwas Pech einen Virus einfangen. Eine bekannte Sicherheitsfirma veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der gefährlichsten Promi-Namen. Wer beispielsweise im Jahre 2014 online nach Bildern von Emma Watson fahndete, geriet mit einer Wahrscheinlichkeit von über 12% auf eine virenbelastete Seite. Weitere gefährliche Promis, deren Fotos besser nicht gegoogelt werden sollten, sind Jessica Biel, Eva Mendes, Selena Gomez und Halle Berry.

Obwohl die Deutschen grundsätzlich als vorsichtig bekannt sind, gehen sie den Betrügern immer häufiger in die Falle. Die meisten Onlinekriminellen tummeln sich momentan gut getarnt in den sozialen Netzwerken. Denn hier sind auch die Deutschen sorgloser als zum Beispiel beim Mailverkehr oder beim Onlinebanking, achten nicht besonders auf den Urheber von Nachrichten über Promis & Co. und sichern sich überwiegend nicht besonders ab. Die Cyberkriminellen versuchen, möglichst lange unentdeckt zu bleiben, um so viele Daten ausspähen zu können wie möglich.

Auf eine andere kriminelle Promi-Masche kam ein junger Mann aus Koblenz. Er nutzte im vergangen Jahr die öffentlich zugänglichen, persönlichen Daten von Lokalprominenten, um im Internet auf große, für ihn kostenlose Einkaufstour zu gehen. Zu den Geschädigten gehörten einige Landtagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Mit den Daten der Prominenten eröffnete der Mann Konten bei Internetbezahldiensten, über die er dann beispielsweise Telefonkarten in Holland kaufte und anschließend deutlich billiger weiterverkaufte. Der Schaden belief sich auf über 5.000 Euro.

Prominente werden immer häufiger selbst Opfer von Hackern

Stark zugenommen haben in den letzten Jahren auch persönliche Hackerangriffe auf Promis. Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence geriet durch Nackt-Selfies in die Schlagzeilen, die Hacker aus ihrer iCloud gestohlen hatten. Superstar Rihanna sorgte mit freizügigen Sexfotos für Aufsehen, die Hacker über ihr iCloud-Konto verschickt hatten. Durch nordkoreanische Hackerangriffe auf das Unternehmen Sony wegen eines vom Regime unerwünschten Films gelangte auch der Mailverkehr zwischen Sony Pictures und Leonardo DiCaprio sowie Angelina Jolie in die Öffentlichkeit. Von Madonna (bzw. von einem ihrer Server) stahlen Hacker kurz vor Weihnachten noch nicht veröffentlichte Songs eines neuen Albums und stellten diese frei ins Internet. Selbst Politiker wie Angela Merkel oder zuletzt auch Hillary Clinton werden zunehmend von Hackern ins Visier genommen.