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Mikroplastik in Kosmetik: So kannst du es erkennen & vermeiden

  • Veröffentlicht: 23.08.2021
  • 12:58 Uhr
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Mikroplastik ist häufig in Kosmetikprodukten enthalten - das ist schädlich für unsere Umwelt. Wie du Produkte mit Mikroplastik erkennen und vermeiden kannst, erfährst du hier!

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Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Infos, die dich erwarten:

  • Die Gefahr von Mikroplastik sollte - auch, wenn es eine super kleine Größe hat - nicht unterschätzt werden. 
  • In den verschiedensten Kosmetikprodukten wird Mikroplastik anstelle von pflanzlichen Substanzen eingesetzt, um Kosten zu sparen.
  • Mikroplastik gerät ganz einfach in unsere Kanalisation und somit auch in die Gewässer. Das Problem: Kunststoff verharrt lange in der Umwelt.
  • Bei den verschiedenen Bezeichnungen kann man schnell durcheinander kommen!
  • Zum Glück gibt es hilfreiche Apps, wie Code Check, damit du Mikroplastik schnell entdecken kannst.
  • Auch Siegel und Checklisten zu Mikroplastik helfen bei der Orientierung.
  • Besonders Naturkosmetik ist ein Vorreiter, wenn es um Mikroplastik geht.

Wir alle lieben unsere alltäglichen Kosmetikprodukte. Bei der Verwendung unserer Lieblingsprodukte machen wir uns oftmals nicht allzu viele Gedanken über die Inhaltsstoffe. Doch leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass Mikroplastik in Kosmetik enthalten ist. Von Shampoo, Peeling bis hin zu dem alltäglichen Duschgel ist alles mit dabei. Doch ist dies schlecht? Ja, für unsere Umwelt ist Mikroplastik ehrlich gesagt katastrophal. Denn die Partikel kommen schneller als man denkt durch die Abwasser in unsere Umwelt. Das Unberechenbare ist hierbei, dass wir noch nichts zu den genauen Konsequenzen für uns Menschen und unsere Erde wissen. Doch wir können sehr wohl davon ausgehen, dass dies negative Auswirkungen auf Abwasser, unsere Umwelt und Körper haben kann. Daher ist es wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen und Mikroplastik vermeiden. Wir verraten dir, wie du die umweltschädlichen Partikel entdecken und folglich vermeiden kannst.

Kurz vorab – Was ist Mikroplastik eigentlich?

Jetzt fragst du dich sicherlich: Aber was genau ist Mikroplastik? Unter den Begriff Mikroplastik versteht man Kunststoffpartikel, die recht klein sind - um genau zu sein kleiner als 5 mm. Ach so klein und gar nicht so schlimm? Nein im Gegenteil, besonders Meere sind voll mit Mikroplastik. In unserer gesamten Umwelt kann man mittlerweile die kleinen Partikel nachweisen. Gruselig aber keine Sorge: Mit unseren Tipps und Tricks kannst du in Zukunft mehr auf deine verwendeten Produkte achten und Mikroplastik gemeinsam mit uns den Kampf ansagen!

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Mikroplastik in unserer Kosmetik enthalten ist – gibt es Alternativen aus der Naturkosmetik? Wir klären auf! 
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Mikroplastik in unserer Kosmetik enthalten ist – gibt es Alternativen aus der Naturkosmetik? Wir klären auf! © GettyImages-Ana-Iacob_
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Duschgel, Shampoo, Peeling & Co.: Warum ist Mikroplastik in Kosmetik

Mikroplastik kann man in diversen Kosmetikprodukten finden. Doch warum werden die kleinen Plastikpartikel überhaupt von den Herstellern eingesetzt? Ganz einfach: Die Partikel erfüllen in den verschiedenen Produkten unterschiedliche Funktionen. Daher greifen Hersteller auf dieses kleine aber schädliche Mittel zurück. Durch die Chemieindustrie kam das "Hilfsmittel" auf den Markt. Da es kostengünstiger ist als andere Inhaltsstoffe, die eventuell den gleichen oder einen besseren Effekt in den Produkten erzielen würden, nutzen Hersteller Mikroplastik. Im Shampoo sorgt das Plastik dafür, dass es sich geschmeidig um dein Haar legt, um unangenehmes ziepen zu verhindern. Hingegen sorgt es im Peeling für einen besseren Peelingeffekt. Auch in Cremes findet sich Mikroplastik, da hiermit ein geschmeidiger Effekt erzielt werden kann.

Ein pflegendes Peeling für dein Gesicht und Körper sollte die Haut reinigen – und das nicht mit Mikroplastik. Wir haben die besten Tipps und Tricks, wie du Mikroplastik in deiner Kosmetik erkennen kannst.
Ein pflegendes Peeling für dein Gesicht und Körper sollte die Haut reinigen – und das nicht mit Mikroplastik. Wir haben die besten Tipps und Tricks, wie du Mikroplastik in deiner Kosmetik erkennen kannst. © GettyIamges-yacobchuk

Darum schadet Mikroplastik in Kosmetik der eigenen Gesundheit & der Umwelt

Das Prinzip ist einfach: Sobald wir unsere Haut mit einem Produkt peelen welches Mikroplastik enthält, reinigen wir unser Gesicht mit Wasser. Gleiches gilt beispielsweise auch bei der Verwendung von Shampoo. Somit gelangt das Produkt in unsere Abflüsse und daher auch in die Kanalisation. Die logische Konsequenz: Schon bald wird das Mikroplastik im Meer landen. Denn die vollständige Filterung der winzigen Partikel ist mit unseren Kläranlagen nicht möglich. 

Das große Problem ist, dass Kunststoffe sich nicht einfach so in der Umwelt von selbst abbauen. Im Gegenteil - sie verharren dort hunderte Jahre. Die Partikel ziehen auch wahre Schadstoffe wie beispielsweise Pestizide, die hochgiftig sind, an. Generell ist es hochgradig schädigend für unsere ganzen Gewässer. Doch auch auf uns Menschen können die Folgen verheerend sein. Die genauen Konsequenzen konnten bislang noch nicht genau erforscht werden. Das ist hochproblematisch, da durch die Verbreitung des Mikroplastiks in der Umwelt, das Plastik im Endeffekt wieder bei uns endet. Daher sollten wir uns alle ein Stück weit bewusster über die Inhaltsstoffe in unseren Kosmetikprodukten werden.

So erkennst du Mikroplastik in Kosmetik & Co.

Mikroplastik in Kosmetik zu erkennen ist für Verbraucher:innen oft schwer. Denn natürlich gibt es hier wieder tausende unterschiedliche Bezeichnungen, bei denen man ganz leicht den Überblick verliert. Wie soll man sich in dem Dschungel voller unterschiedlicher Bezeichnungen schon zurecht finden?!

Damit du in Zukunft Mikroplastik easy erkennen kannst, hier eine Zusammenstellung der Inhaltsstoffe, die das Plastik enthalten:

Bezeichnungen, die mit dem Buchstaben A beginnen:

  • AC: Acrylate Copolymer 
  • ACS: Acrylate Crosspolymer → dies wird besonders gerne bei Cremes eingesetzt

Bezeichnungen, die mit dem Buchstaben P anfangen:

  • PA, Nylon: Polyamide
  • PA: Polyacrylate
  • PE: Polyethylene
  • PERPolyethyleneglycol
  • PET: Polyethyleneterephtalate 
  • PMMA: Polymethylmetacrylate
  • PQ: Polyquaternium → speziell in Shampoo ist Polyquaternium-7 zu finden
  • PP: Polypropylene
  • PPG: Polypropyleneglycol
  • PS: Polystyrene
  • PUR: Polyurethane 

Sonstiges:

  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Siloxane

Zwei mögliche Bezeichnungen:

  • EEP, PFEP: Teflon
  • PA, Nylon: Polyamide

Dennoch behalte bitte im Hinterkopf, dass diese Auflistung keine Garantie ist. Denn eine Einheitlichkeit bei den Bezeichnungen gibt es leider nicht. Daher die Empfehlung: Greife auf zertifizierte Kosmetikprodukte zurück. Denn dann bist du auf der sicheren Seite, dass auch wirklich kein Mikroplastik in dem Artikel vorhanden ist!

Mikroplastik erkennen mit Smartphone Apps & Checklisten 

Du fühlst dich ein bisschen überfordert von der obigen Auflistung? Doch trotzdem möchtest du einfach und schnell Kosmetik mit Mikroplastik erkennen? Keine Panik, es gibt auch sehr hilfreiche Apps! Da Hersteller die Inhaltsstoffe in der Kosmetik deklarieren müssen, sind Apps wahre Helfer. Apps zur Erkennung sind beispielsweise Beat The Microbead und Code Check sind super easy in der Handhabung. Um herauszufinden, ob das jeweilige Kosmetikprodukt Mikroplastik enthält, musst du lediglich den Barcode abfotografieren. In der App Beat The Mircrobead siehst du beispielsweise dank einer Ampel direkt, ob das jeweilige Unternehmen Mikroplastik für den Artikel verwendet hat. Hier ein Überblick zu der Ampel und den jeweiligen Bedeutungen:

  • Grün: Super! Ohne schlechtes Gewissen kannst du das Produkt kaufen, da der Betrieb kein Mikroplastik verwendet.
  • Orange: Schlechter als grün, dennoch ein richtiger Schritt in die Richtung. Denn dies heißt, dass der Betrieb das Miniplastik nicht mehr nutzen möchte und somit verbannt.
  • Rot: Leider verwendet das Unternehmen dann Mikroplastik.
Smartphone Apps und Checklisten helfen uns Mikroplastik in Kosmetikartikeln zu erkennen!
Smartphone Apps und Checklisten helfen uns Mikroplastik in Kosmetikartikeln zu erkennen! © GettyImages-Portra

Zudem kannst du gerne mal einen Blick auf die Mikroplastik Checklisten von bekannten Organisationen, wie Greenpeace werfen. Auch kannst du in der Übersicht von BUND sehen, welche Artikel Mikroplastik enthalten.

 Eine weitere Hilfe können Siegel sein, auf denen klar draufsteht, dass das jeweilige Produkt frei von Mikroplastik ist. Es gibt unterschiedliche Siegel:

  • "Rezeptur ohne Mikroplastik", das Siegel von Aldi: Bei Aldi Nord und Süd kann man mit dem Siegel erkennen, welche Produkte kein Mikroplastik enthalten. Das ist definitiv ein guter Ansatz! 
  • "Mikroplastikfrei", das Label von Netto/Edeka: Auch die Lebensmittelhersteller Netto und Edeka haben ihr eigenes Label. Hier orientieren sich die Unternehmen an der Definition des Begriffs Mikroplastik an dem BUND. 
  • "Ohne Mikroplastik", das Siegel von dm: Toll ist, dass der Drogeriemarkt den Inhaltsstoff Mikroplastik durch diverse andere Substanzen austauscht. Auch die Konkurrenz Rossmann hat das "Rezeptur ohne Mikroplastik" Label.
  • "flustix plastikfrei", das Siegel von Flustix: Die Vergabe des Siegels wird hier durch nicht involvierte Prüfungsinstanzen überprüft und gesichert. Das ist sehr fortschrittlich. Leider findet man dieses Siegel noch nicht allzu oft.

Kosmetik ohne Mikroplastik: Die besten Alternativen

Es gibt die verschiedensten Bezeichnungen und Siegel. Naturkosmetik und Bio-Produkte sind wahrscheinlich mit das erste, was dir zu umweltfreundlichen Produkten in Bezug auf Mikroplastik einfällt. Bei Naturkosmetik mit dem Siegel "zertifizierte Naturkosmetik" kannst du davon ausgehen, dass pflanzliche Inhaltsstoffe anstatt Mikroplastik verwendet wurden. Somit steht deiner nächsten Bodylotion oder auch Gesichtscreme ohne Mikroplastik nichts mehr im Weg!

Bei diversen Produkten stellt oftmals auch die Verpackung ein Hindernis dar, da oftmals sehr viel Plastik verwendet wird. Daher wollen wir dich ermutigen, mal einen Unverpackt Laden in deiner Nähe auszuprobieren. Denn hier sind die Inhaltsstoffe oftmals transparent und zeitgleich kannst du nicht nur Mikroplastik, sondern auch die Plastikverpackung sparen! Generell kannst du es dir bei deinem wöchentlichen Einkauf recht schnell angewöhnen, auf die Art der Verpackung zu achten.

Einen weiteren Tipp gibt es noch: Versuche doch einfach mal aus, dein Peeling selbst herzustellen. Das ist gar nicht so schwer, wie man manchmal denkt! Inspiration findest du hier bei unseren besten DIY Peelings. Denn dann bist du definitiv auf der sicheren Seite. Schließlich entscheidest DU dann, was in dein Peeling kommt und was nicht! .

Plastikfrei und mit BIO-Siegel – achte bei deinem nächsten Einkauf auf die Inhaltsstoffe der Kosmetikartikel. Wir empfehlen auf Naturkosmetik zurückzugreifen.
Plastikfrei und mit BIO-Siegel – achte bei deinem nächsten Einkauf auf die Inhaltsstoffe der Kosmetikartikel. Wir empfehlen auf Naturkosmetik zurückzugreifen. © GettyImages-Svetlana
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Zertifizierte Naturkosmetik als Vorreiter: Zulassungsverbot für Mikroplastik

Einige Länder gehen bereits mit einem Zulassungsverbot für Mikroplastik voran. Doch bis dahin gilt es, Kosmetik ohne Mikroplastik aus dem ganzen Kennzeichnung Wirrwarr herauszusuchen. Besonders die Naturkosmetik kann als Vorreiter gesehen werden. Denn Herstellern von Naturkosmetik ist es untersagt, sogenannte synthetische Polymere den Produkten hinzuzugeben. Easy zu erkennen ist es auch mit dem Siegel "zertifizierte Naturkosmetik". Naturkosmetik funktioniert auch sehr gut in Kombination mit Bio-Produkten. Dies ist besonders bei Shampoos, Duschgels und Sonnencreme wichtig. Hier gibt es auch eigene Siegel. Bekannte Marken sind unter anderem: Weleda und Dr. Hauschka.

Ein wohltuendes Bad mit pflegenden Produkten frei von Mikroplastik – ein gutes Gefühl für Körper und Geist. 
Ein wohltuendes Bad mit pflegenden Produkten frei von Mikroplastik – ein gutes Gefühl für Körper und Geist. © GettyImages-gilaxia
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