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Welche Ohrpiercings gibt es?

Die Bandbreite an Ohrpiercings ist so groß, dass man schnell mal den Überblick verliert. Das beliebteste Ohrpiercing ist das Lobe-Piercing. Dies ist jenes Ohrpiercing, das den meisten von uns als Ohrloch bekannt ist. Neben dem Lobe-Piercing gehört das Helix, das Industrial-Piercing als auch der Tragus zu den gängigsten Ohrpiercings. Wir haben für euch eine Übersicht über die wichtigsten Ohrpiercings zusammengestellt.

Welche Ohrpiercing Arten gibt es?
Piercings im Ohr – welche Arten gibt es? Wie funktioniert das „Piercing stechen“ und gibt es Unterschiede im Heilungsprozess? Hier erfahrt ihr alles über angesagte Ohrpiercings. © Westend61

Ohrpiercing: Schießen, Stechen oder Punchen: Welche Methode ist die Richtige?

Obwohl es meist „Ohrring stechen” heißt, ist das Stechen eines Ohrlochs oder Piercings nicht die einzige Methode. Wir zeigen euch, welche Methoden es gibt und welche sich am besten für euer Wunsch-Piercing eignet.

  • Schießen: Lobe-Piercings, also normale Ohrlöcher, können sowohl gestochen als auch geschossen werden. Das Schießen eignet sich allerdings nur für Ohrlöcher, die keinen Knorpel betreffen.
  • Stechen: Neben den gängigen Ohrlöchern ist die Bandbreite an Piercings groß. Alle Piercings, außer dem Lobe-Piercing sollten unbedingt gestochen und niemals geschossen werden. Mit einer Nadel wird das Loch trotz Knorpel sauber gestochen. Das Schießen würde das Gewebe stark verletzen und bietet sich somit auf keinen Fall an.
  • Punchen: Das Punchen ist neben dem Schießen und Stechen eine neue Alternative für Ohrpiercings. Beim Punchen stanzt man ein Stück Knorpel heraus. Das Gewebe wird somit komplett entfernt und nicht, wie etwa beim Stechen, lediglich verdrängt. Somit erfolgt die Heilung deutlich schneller. Allerdings führt das Punchen zunächst zu einer stärkeren Blutung. Die Punch-Methode ist vergleichsweise neu und wird nicht überall angeboten. Zudem ist sie kostspieliger als die anderen zwei. Neigen eure Ohren dazu sich leicht zu entzünden, aber ihr möchtet trotzdem ein neues Piercing, eignet sich für euch die Punching-Methode am besten.
Piercen der Ohren - die unterschiedlichen Methoden
Stechen, Schießen, Punchen – wir schauen den Profis über die Schulter und verraten euch, worin die Unterschiede beim Piercen der Ohren liegen. © Casarsa

Angesagte Ohrpiercings: Alle Arten im Überblick

Wie wir mittlerweile wissen, gibt es allerlei Ohrpiercings. Vom klassischen Lobe-Piercing über das Helix bis hin zum Tragus oder Snug. Wir zeigen euch alle Ohrpiercings im Überblick.

Lobe-Piercing

Das Lobe-Piercing ist das klassische Ohrringloch, das sich viele bereits als Kleinkind stechen lassen. Lobes werden entweder mit Hilfe einer speziellen Pistole geschossen oder aber – wie andere Piercings auch – mit einer Nadel. Und je nach Größe des Ohrläppchens kann man mehrere Lobes nebeneinander tragen.
Habt ihr euch für ein Ohrloch entschieden, bekommt ihr als erstes Gesundheitsstecker – sterile Ohrringe, die ihr bis zur Verheilung des Ohrloches (etwa 3 bis 6 Wochen) tragen müsst. Nach Ablauf dieser Zeit könnt ihr den Gesundheitsstecker gegen anderen Schmuck tauschen. Auch die Schmerzen des Ohrlochs halten sich in Grenzen, sofern es sich nicht entzündet.

Lobe Piercing - klassisches Ohrloch-Piercing
Das klassische Ohrloch-Piercing für herkömmlichen Ohrringe und -Schmuck, wird auch als Lobe Piercing bezeichnet und verheilt nach dem Stechen relativ schnell. © rocketclips

Helix

Nach dem Lobe-Piercing steht das Helix-Piercing an zweiter Stelle der beliebtesten Ohrpiercings. Das Loch für das Helix sticht der Piercer am oberen äußeren Rand der Ohrmuschel. Zunächst müsst ihr einen Gesundheitsstecker auswählen, wobei ihr euch hier zwischen einem Ring und einem Stecker entscheiden könnt. Ist euer Helix komplett verheilt, könnt ihr den Schmuck nach Belieben variieren.

Das Stechen eines Helix ist mit mehr Schmerzen verbunden, schließlich muss hierbei durch Knorpel gestoßen werden. Das Verheilen des Helix dauert ebenfalls länger: Hier müsst hier mit mindestens 12 Wochen bis hin zu einem Jahr rechnen. Auch beim Helix gilt: Hygiene ist wichtig! Vergesst nicht, euren Helix sauber zu halten und zu pflegen. Vermeidet es besonders nach dem Stechen auf der Seite eures neuen Piercings zu schlafen. Zudem solltet ihr erst einmal auf Mützen und Co. verzichten, diese drücken bloß auf euer Ohr und sorgen für Schmerzen.

Piercing-Schmuck für das Helix-Piercing
Von Ring bis Stecker – die Variationen im Piercing-Schmuck sind vielfältig für das Helix-Piercing. © Madrolly

Conch

Das Conch-Piercing sticht man durch die Mulde der Ohrmuschel und somit durch die dickste Stelle des Ohrknorpels. Damit sind natürlich Schmerzen verbunden. Doch für die coole Optik des Conch-Piercings lohnt es sich einmal die Zähne zusammenzubeißen. Gerade bei diesem Piercing bietet sich das Punchen an, da der Heilungsprozess dann nur circa einen Monat beträgt. Als Conch könnt ihr zum Beispiel auffällige Ringe oder Stecker tragen.

Orbital

Im Vergleich zu anderen Piercings werden für das Orbital-Piercing zwei Löcher gestochen. Ein Schmuckstück verbindet die zwei Löcher. Diese liegen nicht gegenüber, sondern nebeneinander. Je nach Präferenz können diese waagerecht, senkrecht oder schief zueinander liegen - ganz wie es euch am besten gefällt. Die Heilungszeit des Orbitals beträgt, je nach Stelle, ein paar Wochen oder mehrere Monate, da Ohrpiercings, die keinen Knorpel schädigen, schneller verheilen.

Daith

Das Daith ist ein Ohrpiercing, welches sich an der Innenseite der Ohrmuschel befindet. Beim Stechen des Daith durchstößt man einen dicken Knorpel. Dies hat zur Folge, dass das Ohrpiercing lange Heilungszeiten braucht. Oftmals liegt die Heilungszeit bei einem halben Jahr und kann bis zu einem Jahr anhalten. Achtet auf die richtige Pflege und Hygiene eures Daith Piercings. Ist das Piercing abgeheilt, kann auch hier der Gesundheitsstecker entfernt und durch anderen Schmuck ersetzt werden. Viele setzen beim Daith auf Ringe.

Tragus

Der Tragus ist jener Knorpelanteil eurer Ohrmuschel, der eine Erhebung vor dem Eingang des äußeren Gehörgangs bildet – daher auch der Name Tragus-Piercing. Da dieser Teil der Ohren bei Menschen unterschiedlich groß ist, kann sich nicht jede:r ein Tragus-Piercing stechen lassen. Besonders bei diesem Piercing sind die Pflege und Hygiene extrem wichtig, da das Wildwuchs-Risiko beim Stechen eines Tragus sehr hoch ist. Was genau Wildwuchs ist erklären wir euch unten. Da auch beim Stechen des Tragus eine dicke Knorpelschicht durchstochen wird, beträgt die Heilungszeit mehrere Monate bis hin zu einem Jahr.

Anti-Tragus

Das Pendant zum Tragus-Piercing bildet der Anti-Tragus – dieser befindet sich anstelle des kleinen Knorpels direkt über dem Ohrläppchen. Auch für dieses Ohrpiercing gilt, dass es sich nicht für jede:n eignet. Ist der Knorpel nicht stark genug ausgeprägt, kann das Piercing nicht gestochen werden. Wie andere Piercings, die man durch den Knorpel sticht, heilt das Anti-Tragus ein paar Monate. Danach könnt ihr auch hier den Gesundheitsstecker gegen beliebigen Schmuck austauschen.

Snug

Das Snug-Piercing sitzt in der inneren Ohrauswölbung parallel zur Ohrkante. Wie das Anti-Tragus kann auch das Snug-Piercing leider nicht bei jeder Person gestochen werden. Die individuelle Anatomie des Ohres ist nicht immer ausreichend ausgeprägt und somit ist das Stechen eines Snugs nicht möglich. Euer Piercer oder eure Piercerin sollte euer Ohr auf jeden Fall vor dem Stechen eures neuen Piercings genau betrachten und auf Grundlage der Anatomie eures Ohres entscheiden, ob ihr einen Snug tragen könnt oder nicht. Die Heilung des Snugs beträgt etwa 3 bis 8 Monate. Wie bei anderen Ohrpiercings auch, kann das Schlafen auf der Seite des Snugs zunächst etwas unangenehm sein.

Rook

Bevor ihr euch ein Rook-Piercing stechen lasst, solltet ihr euch bewusst sein, dass dieses Piercing zu den schmerzhafteren gehört. Das Rook Piercing sticht der Piercer senkrecht durch die Anti-Helix am Ohr, also durch den oberen Knorpel zwischen Helix und Ohrmuschel. Das Rook-Piercing heilt in etwa drei bis acht Monaten. Ist das Piercing erstmal verheilt, sieht es richtig cool aus.

Industrial

Wie beim Orbital-Piercing benötigt das Industrial-Piercing zwei Löcher. Einmal wird ein Lock am oberen Rand der Ohrmuschel auf Kopfseite gestochen und eins an der äußeren Ohrkante auf der gegenüberliegenden Seite. Der Piercer verbindet beide Löcher mit einem sogenannten Barbell-Stab. Diese sind circa 30 bis 40 Millimeter lang. Die Heilungsdauer liegt bei sechs bis zwölf Monaten. Wird das Industrial Piercing gepuncht heilt das Piercing in zwei bis vier Wochen.

Tipps & Tricks rund um das Thema Ohrpiercings

Habt ihr euch für ein Wunsch-Piercing entschieden, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Wir haben diese Aspekte für euch zusammengefasst:

  • Wahl der Piercerin & des Piercers: Achtet darauf, dass das Tattoo-Studio bzw. der Ort, an welchem ihr euch euer Piercing stechen lasst, gepflegt aussieht und hygienisch sauber ist. Die gilt natürlich auch für das Arbeitswerkzeug des Personals. Euer:eure Piercer:in sollte euch zudem über potenzielle Risiken und Nebenwirkungen aufklären. Der Erstschmuck (der Gesundheitsstecker) besteht aus Titan, aus medizinischem Kunststoff oder aus Gold. Wenn eurer Piercing gestochen ist, sollte euer:eure Piercer:in euch darüber aufklären, wie ihr euer Piercing am besten pflegt. Vereinbart außerdem gleich einen Nachholtermin in ein paar Wochen.
  • Hygiene, Kleidung & Schlafen: Nachdem ihr nun ein tolles neues Piercing habt, solltet ihr unbedingt auf die Hygiene achten. Pflegt euer Piercing sorgfältig. Achtet außerdem darauf, euer Ohr so wenig wie möglich zu strapazieren. Vermeidet Haar-Accessoires, enge Mützen oder Stirnbänder, die auf euer Ohr drücken. Auch beim Schlafen solltet ihr euch zunächst nicht auf das Ohr legen, welches frisch gepierct wurde. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern könnte zudem zu Entzündungen führen.
  • Geduld: Nehmt das, was euch euer:eure Piercer:in gesagt hat, unbedingt ernst. Ein Piercing muss erst einmal heilen, bevor ihr beliebigen Schmuck tragt. Lasst euer Piercing also unbedingt vernünftig abheilen. Wechselt ihr euer Piercing zu früh, sind Entzündungen sehr wahrscheinlich.
Ohrpiercings am äußeren Rand der Ohrmuschel
Es gibt diverse Piercings, die am äußeren Rand der Ohrmuschel gestochen werden können – welche das sind, verraten wir euch im Beauty-Artikel. © Yue

So pflegt ihr euer neues Ohrpiercing richtig

Bei Ohrpiercings bleibt nach dem Stechen, Schießen oder Punchen eine offene Wunde bestehen, die besonders für Bakterien und Keime anfällig ist. Für einen schnellen Heilungsprozess ist die richtige Pflege eures Ohrpiercings also unerlässlich. Wir haben hier für euch die wichtigsten Pflege-Tipps zusammengefasst:

  • Haltet eure Wunde immer sauber.
  • Bevor ihr euer Ohrpiercing berührt oder reinigt, solltet ihr unbedingt eure Hände desinfizieren – so vermeidet ihr Entzündungen.
  • Verzichtet zunächst aufs Haarefärben, Solarium, Chlorwasser oder Saunabesuche.
  • Vorsicht bei Haarspray, Make-up & Co. - achtet darauf, dass keine Kosmetikprodukte in die Wunde kommen.
  • Achtet außerdem beim Duschen bzw. beim Haarewaschen darauf, kein Shampoo oder Conditioner in die Wunde zu bringen.
  • Verzichtet auf Pflaster - Bakterien lieben die Feuchtigkeit, die darunter entsteht.
  • Wenn ihr unter starken Rötungen, nässeln oder sogar Eiter leidet, solltet ihr so rasch wie möglich euer Piercing-Studio kontaktieren und einen Kontrolltermin vereinbaren.

Ohrpiercing stechen lassen: So viel kostet der Ohrschmuck

Der Preis eines Ohrenpiercings entsteht durch die Kosten des Erstschmucks, etwaige Pflegemittel und auch die Methode, die ihr wählt. Die Kosten für das  Stechen eines Ohrpiercings variieren zudem je nach gewünschtem Piercing. Erkundigt euch am besten direkt beim Piercing-Studio.

Der Ear-Cuff: Das Piercing ohne Stechen

Ihr liebt Ohrschmuck, seid aber noch nicht sicher, ob ihr ein neues Piercing haben wollt? Kein Problem, denn es gibt eine Lösung: Den Ear-Cuff. Ein Ear-Cuff ist ein kleines Schmuckstück, welches an verschiedene Stellen des Ohrs geklemmt werden kann. Damit kann man beispielsweise einen Helix imitieren.

Welches Piercing am Ohr tut am meisten weh?

Welches Ohrpiercing am meisten wehtut, lässt sich nicht genau sagen. Wahrscheinlich aber ist, dass Knorpelpiercings das Helix-Piercing mehr weh tun als Lobe-Piercings. Allerdings ist das Schmerzempfinden natürlich sehr individuell.

Was ist Wildwuchs? 

Wildwuchs kann durch das Stechen eines Piercings auftreten. Der Grund für den Wildwuchs besteht darin, dass Knorpelgewebe durchstochen wird. Dieses wird beim Stechen lediglich verdrängt und nicht wie beim Punchen entfernt. Sowohl der Winkel des Stichkanals, auch die Technik beeinflussen die Entstehung von Wildwuchs.

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