- Bildquelle: Stock Colors © Stock Colors

Wenn es um die Körperpflege geht, haben wir meistens unsere kleinen Favoriten zu denen wir immer wieder greifen. Dabei machen wir uns selten Gedanken über die Inhaltsstoffe von Duschgel, Shampoos, Conditioner und Co. – Hauptsache es pflegt und riecht gut, oder? Leider wissen wir mittlerweile, dass in sehr vielen Produkten Mikroplastik enthalten ist, welches die Umwelt stark belastet. Die schädlichen kleinen Partikel gelangen durch die Kanalisation in Kläranlagen, dann in Flüsse und schließlich ins Meer… und das geht schneller, als man denkt. Das Gute daran: jede:r von uns kann einen Beitrag leisten, wenn wir gemeinsam auf unseren ökologischen Fußabdruck achten.

So einfach lässt sich Plastik vermeiden
Duschgel ohne Mikroplastik – wir haben Tipps und einfache DIY-Rezepte zum Duschgel selber machen. © Brizmaker

Mikroplastik-freies Duschgel – so einfach lässt sich Plastik vermeiden

Plastik vermeiden leicht gemacht: Von festen Duschseifen über Duschgel im Glas bis hin zu selbst angemischten Duschgels – wir haben uns durch den Mikroplastik-freien Dschungel gekämpft und zeigen euch die besten Alternativen.

Plastikfreies Duschgel im Glas

Duschgel im Glas. Klingt erstmal gut, weil wir durch das recycelbare Glas schon mal auf die Plastikumverpackung verzichten können und so unnötigen Verpackungsmüll vermeiden. Bis ins Drogerieregal hat es diese nachhaltige Alternative allerdings noch nicht geschafft und sie gibt es deswegen (fast) ausschließlich nur im Internet zu kaufen.

Dennoch muss auch bei dieser Duschgel-Alternative auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, manchmal ist es dann doch nur außen hui und innen pfui. Leider gibt es noch keine klare Transparenz, wenn es um Mikroplastik in den Inhaltsstoffen geht. Damit ihr in Zukunft Mikroplastik easy erkennen könntt, hier eine Zusammenstellung der Inhaltsstoffe, die das Plastik enthalten:

Bezeichnungen, die mit dem Buchstaben A beginnen:

  • AC: Acrylate Copolymer 
  • ACS: Acrylate Crosspolymer → dies wird besonders gerne bei Cremes eingesetzt

Bezeichnungen, die mit dem Buchstaben P anfangen:

  • PA, Nylon: Polyamide
  • PA: Polyacrylate
  • PE: Polyethylene
  • PERPolyethyleneglycol
  • PET: Polyethyleneterephtalate 
  • PMMA: Polymethylmetacrylate
  • PQ: Polyquaternium → speziell in Shampoo ist Polyquaternium-7 zu finden
  • PP: Polypropylene
  • PPG: Polypropyleneglycol
  • PS: Polystyrene
  • PUR: Polyurethane 

Sonstiges:

  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Siloxane

Zwei mögliche Bezeichnungen:

  • EEP, PFEP: Teflon
  • PA, Nylon: Polyamide

Dennoch behaltet im Hinterkopf, dass diese Auflistung keine Garantie ist, denn eine Einheitlichkeit bei den Bezeichnungen gibt es leider nicht. Daher die Empfehlung: Greift zu zertifizierten Kosmetikprodukten. Denn dann seid ihr auf der sicheren Seite, dass auch wirklich kein Mikroplastik in dem Beauty-Produkt vorhanden ist!

Feste Duschseife ohne Mikroplastik

Eine kostensparendere Alternative ist die feste Duschseife. Im Gegensatz zu der Glas-Alternative, ist diese stark in den Drogerieregalen vertreten. Hierbei solltet ihr allerdings darauf achten, dass die Seife für den Körper geeignet ist (keine herkömmliche Handseife verwenden), sie sollte außerdem rückfettende Eigenschaften mitbringen. Andernfalls könnte die Haut austrocknen, Juckreiz, Rötungen oder Schuppen zur Folge haben.

Duschbutter ohne Mikroplastik

Gerade wenn ihr mit trockener Haut zu kämpfen habt, ist die Duschbutter ein gut geeignetes Produkt ohne Mikroplastik für die Reinigungsroutine. Duschbutter sieht meist nicht nur schön aus, sondern bringt auch noch ein bisschen Wellness in den Alltag. Wie auch normale Butter, ist die Duschbutter selten vegan und somit nicht für jede:n geeignet. Allerdings ist sie super reichhaltig und macht das Eincremen mit einer Bodylotion (schon fast) überflüssig.

Duschgel ohne Mikroplastik zum Anmischen

Ihr könnt euch auch ganz einfach selbst ein Duschgel ohne Mikroplastik anmischen und müsst dabei kein:e Chemiker:innen sein. Wie? Es gibt Sets zu kaufen, die euch alles mitgeben, was ihr braucht – so wird es zu einem absoluten Kinderspiel.

Soap & Precede bietet solche Selfmade-Sets an. Ihr wählt einfach nur euren Lieblingsduft aus und könnt losmixen. Das hochkonzentrierte Pulver des Start-ups muss lediglich mit etwas kaltem Wasser vermengt werden und schon habt ihr ein unglaubliches 4-in-1 Produkt (Duschgel, Shampoo, Handwaschgel und Gesichtsreinigung). Das vegane Produkt ist vollständig biologisch abbaubar, ohne Mikroplastik und Silikone und hat viele weitere Benefits. Zudem reicht ein Beutel für einen ganzen Liter Waschgel. Auch wenn die Verpackung des Pulvers nicht plastikfrei ist, ist sie dennoch recycelbar und man kann sie sogar an das Unternehmen zurückgeben.

Ein weiteres Produkt zum Selbstmischen bietet das Unternehmen Nada Simply Care. Auch hier könnt ihr das vegane Pulver wieder mit Wasser anmischen. Zwar reicht eine Packung hier nur für 200 ml Duschgel, dafür liefert das Unternehmen aber direkt eine wiederbefüllbare Flasche mit und die Verpackung des Pulvers ist kompostierbar, da sie aus Maisstärke und Papier besteht. Nachhaltiges Duschgel geht also einfacher als gedacht.

Mikroplastik-freies Duschgel einfach selber machen

Doch warum das nachhaltige Duschgel nicht einfach komplett selber machen? Da herkömmliche Produkte mit Mikroplastik kommen – meistens zumindest – ist ein selbstgemachtes Duschgel eine super Lösung, denn so wisst ihr ganz genau, was drin ist. Wir haben für euch hier ein paar Rezepte zum Duschgel selber machen – ohne großen Zeitaufwand. So könnt ihr eurer Haut das geben, was sie braucht, denn ihr habt es selbst in der Hand.

Mikroplastik-freies Duschgel selber machen
4 Zutaten und 5 Steps – so schnell und einfach könnt ihr euer eigenes Duschgel ohne Mikroplastik herstellen. © Pamela Joe McFarlane

Zutaten für selbstgemachtes Duschgel ohne Mikroplastik

  • 30 bis 40 g Naturseife (achtet auf die Inhaltsstoffe und checkt, ob eure Produktwahl auch wirklich frei von Mikroplastik ist, alternativ könnt ihr eure Seife auch selber machen). Ihr könnt auch Kernseife verwenden, allerdings kann sie die Haut austrocknen.
  • 400 ml Wasser
  • etwas Pflanzenöl wie z. B. Oliven-, Sesam- oder Kokosnussöl
  • etwas Verdickungsmittel wie z. B. Speisestärke oder Johannisbrotkernmehl

So geht's:

  1. Zerkleinert die Seife mit einem Messer oder einer Küchenraspel.
  2. Legt die zerkleinerte Seife in einen Topf und fügt Wasser hinzu. Erwärmt das Ganze bei mittlerer Hitze.
  3. Rührt das Gemisch regelmäßig mit einem Schneebesen oder einem Löffel um, bis die Seife komplett geschmolzen ist. Erst wenn keine Seifenstücke mehr zu erkennen sind, fügt ihr das Pflanzenöl hinzu.
  4. Damit das Duschgel die richtige Konsistenz bekommt, könnt ihr noch etwas Verdickungsmittel dazugeben.
  5. Fast fertig. Lasst die Flüssigkeit abkühlen und füllt euer Duschgel anschließend in einen Pumpspender oder in ein anderes gut verschließbares Gefäß eurer Wahl.

Bis zu diesem Punkt ist euer Duschgel geruchsneutral, mit ätherischen Ölen könnt ihr eurem Selfmade-Duschgel eine Duftnote verpassen. Ihr wollt pure Frische? Dann sind Minz- und Zitrusöle genau richtig für euch. Ihr wollt lieber was Wohltuendes und Entspannendes, dann greift zu Lavendelöl. Die Auswahl an ätherischen Ölen ist auf jeden Fall riesig. Fügt einfach zum Schluss (wenn das Duschgel quasi schon fertig ist) 10 bis 15 Tropfen des Öls eurer Wahl in den Topf und rührt um.

Mit etwas Honig könnt ihr eurem Duschgel außerdem eine Extraportion Pflege verpassen. Honig hat antibakterielle und hautschützende Eigenschaften und spendet außerdem jede Menge Feuchtigkeit. Lasst das Duschgel abkühlen und fügt dann erst den Honig hinzu.

Duschen mit gutem Gewissen
Nachhaltig und ohne Mikroplastik: So macht das Duschen Spaß! © Elena Perova

Die neuesten Artikel zum Thema Nachhaltige Körperflege & Naturkosmetik