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Bin ich krank, nur weil ich Angst habe?

Angststörungen und die Symptome

Angst ist zwar alles andere als ein angenehmes Gefühl, aber zum menschlichen Dasein gehört sie schlicht und ergreifend dazu. Normalerweise haben wir unsere Ängste auch ganz gut im Griff, wissen, wann und warum sie auftreten und vor allem, dass wieder verschwinden. Wenn die Angst aber nicht mehr kontrollierbar ist, droht dagegen die Gefahr einer Angststörung. Diese psychische Erkrankung kann verschiedene Formen annehmen und schränkt Betroffene in ihrer Lebensqualität deutlich ein. 

Frau mit dunklen Haaren liegt im Bett und hält sich die Hände vor das Gesicht
Unkontrollierbare Angst belastest Betroffene stark - da ist Hilfe gefragt © iStock

Angst: Vom normalen Gefühl zur psychischen Erkrankung

Nicht jeder Mensch, der hin und wieder Angst empfindet, leidet gleich unter einer psychischen Störung . Im Gegenteil: Angst ist als eines der menschlichen Grundgefühle tief in uns verankert und gehört neben Freude, Traurigkeit oder auch Überraschung zum normalen Gefühlsspektrum dazu. Alle Menschen empfinden dementsprechend ab und zu Angst, beispielsweise wenn sie befürchten an einer schlimmen Krankheit zu leiden oder wenn sie sich Sorgen um das Wohlergehen einer nahestehenden Person machen. Als vorübergehendes Gefühl kann eine solche Angst zwar belastend sein, sie ist deshalb aber noch lange nicht Ausdruck einer Angststörung. Dazu wird sie erst, wenn sie chronisch auftritt und die betreffende Person zunehmend belastet. Gerade weil sie bei einer Angststörung nicht nur mit unangenehmen Gefühlen einhergeht, sondern sich auch in körperlichen Symptomen bemerkbar macht, fühlen Menschen mit einer Angststörung sich stark eingeschränkt. Sie können ihre Ängste und die daraus entstehenden Folgen nicht kontrollieren.

Zittern, Herzrasen, Übelkeit – Symptome und Folgen einer Angststörung

Angststörungen können bei jedem anders aussehen. Neben den negativen Gefühlen sind Angststörungen häufig mit körperlichen Symptomen wie Schwindel, Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder auch Atemnot verbunden. Damit diese Symptome nicht auftreten, versuchen Betroffene meistens, angstauslösende Situationen zu vermeiden. Das mag zwar kurzzeitig für Linderung sorgen, unterstützt aber gleichzeitig die Aufrechterhaltung der Angst. Außerdem hat diese Vermeidungsstrategie natürlich auch Auswirkungen auf den Alltag, nämlich dann, wenn aus Angst vor der Angst „normale“ Situationen wie Busfahren oder Ausflüge in die Stadt nicht mehr möglich erscheinen. Mit Blick auf die Behandlungsmöglichkeiten dürfen Patienten mit Angststörungen sich jedoch über positive Aussichten freuen: Gerade der kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansatz hat sich als besonders effektiv erwiesen. Je nach individueller Situation werden zudem Medikamente verabreicht.

Spezifische Phobien: Angst vor Situationen oder Objekten

Die sogenannten spezifischen Phobien gehören gewissermaßen zu den Klassikern unter den Angststörungen. Dabei werden Angstgefühle häufig durch bestimmte Objekte oder Situationen hervorgerufen. Am bekanntesten sind wohl die Agoraphobie, die Klaustrophobie oder die Arachnophobie. Betroffene mit einer Agoraphobie leiden unter krankhafter Angst vor großen Plätzen und/oder Menschenmengen. Die Klaustrophobie stellt im Prinzip das genaue Gegenteil dar und betrifft die Angst vor geschlossenen und/oder engen Räumen. Die Arachnophobie ist hingegen die krankhafte Angst vor Spinnen. Weitere Tierphobien wie etwa die Canophobie (Angst vor Hunden) oder die Herpetophobie (Angst vor Schlangen) sind ebenfalls verbreitet.

Soziale Phobie: Angst vor zu viel Aufmerksamkeit

Wer unter einer sozialen Phobie leidet, der fürchtet sich, grob gesagt, vor der gesellschaftlichen Blamage: Menschen mit sozialen Phobien haben in sozialen Situationen übergroße Angst davor im Mittelpunkt zu stehen, zu versagen oder sich zu blamieren. Nervosität vor einem Schulreferat oder einer Präsentation im Job kennt jeder, bei Betroffenen von einer sozialen Phobie geht die Angst aber teilweise so weit, dass sie soziale Situationen gänzlich meiden. Das kann zu einer gesellschaftlichen Isolation führen, die dann wiederum häufig in einer Depression mündet.

Generalisierte Angststörung: unbestimmte Angst

Bei einer generalisierten Angststörung leiden die Betroffenen unter Ängsten, die sich gewissermaßen verselbstständigt haben. Die Furcht bezieht sich dann nicht mehr auf konkrete Gegenstände oder spezifische Situationen, sondern wird mehr oder weniger unbegründet zum ständigen Begleiter. Typische Angstbereiche betreffen die eigene Arbeit und Leistungsfähigkeit, familiäre und soziale Beziehungen, die Gesundheit oder auch den finanziellen Sektor. Eine generalisierte Angststörung geht genauso wie viele andere Angststörungen häufig mit Panikattacken und ähnlichen Symptomen einher.

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