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Glam-Waves ohne Hitze

Staffel 202015.04.2020 • 09:00

Hitze schadet unseren Haaren, das ist kein Geheimnis. Um schöne Wellen zu zaubern, braucht es jedoch keinen Lockenstab oder ein Glätteisen. Beauty-Expertin Susanne Krammer zeigt eine einfache Methode, mit der man Glam-Waves ganz ohne Hitze hinbekommt.

Locken über Nacht: So bekommst du schöne Locken ganz ohne Hitze!

 

Klar, geübte Profihände zaubern ruckzuck einen Locken-Look. Ein paar gekonnte Handgriffe mit dem Lockenstab oder dem Glätteisen und die Beachwaves, Glam Curls oder Korkenzieherlocken sitzen bzw. springen vom Kopf. Aber was ist mit unseren weniger geübten Händen? Gibt’s perfekte Locken nur frisch vom Friseur?

Auf keinen Fall. Bevor bei deinem nächsten eigenen Frisier-Versuch die Nerven blank liegen, der Kopf vor Ärger und das Haar vor Hitzeschäden raucht, haben wir die Top 5 der Locken-Styling-Tipps für dich zusammengestellt. Sie sind besonders schonend für die Haarstruktur, lassen sich super easy und unkompliziert nachstylen und kommen dabei ganz ohne schädliche Hitze, ohne teure elektronische Geräte oder noch teureren Friseurbesuch aus.

Das Beste: Alles was du dafür brauchst, hast du schon zu Hause.

Und zu unserem taff-Top-Tipp für Glam Waves über Nacht gibt’s sogar ein Video zum Nachstylen.

Lockenstab, Glätteisen, Lockenwickler? Es geht auch ohne!

Pause für Hitzköpfe. Wer Locken und Wellen ohne Hitze stylen möchte, der muss stattdessen Geduld mitbringen. Denn damit das Ergebnis auch wirklich hält brauchen die Haare Zeit – am besten die ganze Nacht. Alle der folgenden Methoden brauchen mindestens fünf Stunden Ruhe, um auf die Haarstruktur zu wirken. Deshalb einfach abends kurz stylen, drüber schlafen und sich am nächsten Morgen über Locken freuen, die sich quasi über Nacht von alleine geformt haben.

Selbst wenn der Look fürs Abendprogramm bestimmt ist, keine Sorge, die Wellen werden den ganzen Tag durchhalten.

Der Vorteil: Der Look gelingt wirklich immer, auch beim ersten Mal und ganz ohne Übung. Und vor allem bleiben die Haare vor Hitzeschäden verschont.

Step-by-Step zu schönen Locken über Nacht

Unseren Lieblings-Locken-Trick haben wir Step by Step im Video zusammengefasst. Er ist nämlich besonders genial.

Glam Waves mit Bademantel

Beauty Expertin Susanne Krammer hat den Rosa Gürtel im Haarstyling und kennt alle Tricks und Haar-Hacks. In dem Video zeigt sie wie die Glam Waves ganz ohne Hitze, ohne Haarschäden, dafür aber mit einem Bademantelgürtel und ganz easy über Nacht gelingen: 

Step 1: Die Haare wie gewohnt scheiteln und bürsten.

Step 2: Das komplette Haar leicht anfeuchten.

Step 3: Einen Bademantelgürtel von Ohr zu Ohr über den Kopf legen und mit Haarklammern am Scheitel fixieren, damit er nicht verrutschen kann.

Step 4: Eine Haarsträhne vom Deckhaar nahe der Stirn abtrennen und über den Bademantelgürtel legen. Die Strähne um den Gürtel schlagen und festhalten. Nun eine Strähne von der anderen Seite des Gürtels nehmen, über die erste legen und schließlich auch um die Gürtel schlagen.

Zurück zur ersten Strähne: Nimm eine neue Partie Haare zu dieser dazu und leg sie wiederum um dem Bademantelgürtel herum.

Wiederhol diese Flechttechnik so lange bis alle Haare in den Zopf mit Gürtel eingeschlossen sind und du an den Haarspitzen angekommen bist. Jetzt nur noch mit einem Haargummi fixieren.

Step 5: Auf der anderen Kopfhälfte die Technik genauso wiederholen und die Haarklammern am Scheitel lösen.

Step 6: Ausschlafen und am nächsten Morgen nur noch den Gürtel aus dem Haar lösen, kurz aufschütteln und mit Haarspray fixieren.

Du kannst den Style anpassen, indem du die Haare etwas enger um den Gürtel wickelst für kleinere wildere Waves oder lockerer für schwungvolle glamouröse Locken.

Schwung mit dem Haarband-Hack

Was softes für Einsteiger: der Trick mit dem Haarband ist nämlich besonders easy und zaubert sanfte Wellen in die Längen. Zum Start die Haare etwas anfeuchten, allerdings nur ab Ohrhöhe, nicht am Ansatz. Dann ein Stirnband oder Haarband über den Kopf ziehen, sodass es vorne zwischen Haaransatz und Stirn sitzt und hinten etwa auf der Mitte des Hinterkopfs. Nun eine breite Strähne nehmen und um das Band wickeln. Strähne für Strähne rund um den Hinterkopf durch das Haarband fädeln und aufwickeln.

Am nächsten Morgen das Band vom Kopf nehmen, Haare aufschütteln und eventuell die sanften Wellen mit einem Texturespray fixieren.

Für mehr Halt sorgen fixierende Sprays wie das Tecni.Art Fix Spray von L’Oréal Professionnel, das Tousle & Go-Textur-Spray von Fatboy oder der Style Link Texture Builder von MATRIX.

Locken mit Socken

Nicht umsonst wurde der Trick mit der Locke um die Socke zum absoluten Super-Trend auf Social Media. Denn wirklich jeder kann ihn nachstylen und die Haare werden ganz ohne Hitze zu einer glamourösen Wellenmähne gestylt.

Die Haare sollten zunächst leicht feucht und knotenfreie sein, bevor du dich an die Socken machst. Also etwas Wasser in die Strähnen sprühen und bürsten. Wer besonders lange schwere Haare hat, kann außerdem wenig Schaumfestiger von den Spitzen nach oben in die Längen kneten. Dann eine Socke mit einer Haarklammer am Scheitel befestigen. Zwei Strähnen abtrennen und rund um die Socke flechten. Wie bei Boxer Braids dabei immer wieder neue Haarpartien mit in den Flechtzopf aufnehmen. Am Ende den Socken-Locken-Zopf mit einem Haargummi fixieren und das Ganze auf der anderen Seite wiederholen. am nächsten Morgen sind die Haare trocken und fallen in weichen Wellen um dein Gesicht.

Extra taff-Tipp: Für den wavy Look reicht ein Paar Socken. Wer mehr Wellen haben möchte, kann auch mehrere Partien am Kopf abtrennen und bis zu vier oder sechs Socken ins Haar flechten.

Schaumfestiger das Styling Mousse von Maria Nila, das Artègo Texturizing Molding Mousse oder der Curlup Wave Foam von KMS geben mehr Halt und die Locken-Styles bleiben trotzdem schwungvoll.

Beach Waves mit Braids 

Entscheide zunächst wie viele Zöpfchen du flechten möchtest. Grundsätzlich gilt: umso mehr Zöpfe, desto kleiner die beachy Wellen und desto wilder der Look. Je nachdem wie dicht und dick die Haare wachsen können auch schon vier eng geflochtene Zöpfe einen lässigen Strandlook ergeben. Nun wie immer die Längen erst anfeuchten und entwirren, bevor sie zu Mini-Zöpfchen werden. Trenn dann die erste Strähne am Scheitel ab und sprüh sie noch mit etwas Sea Salt Spray ein. Achte darauf die Zöpfe so nahe wie möglich am Haaransatz zu beginnen und bis zu den Spitzen zu Ende zu flechten, damit der Style gelingt. Dort befestigst du jeden Flechtzopf mit einem Haargummi und arbeitest dich so von der Stirn über das Deckhaar über den ganzen Kopf vor, bis alle Haare in Zöpfchen stecken.

Sollten die Wellen am nächsten Morgen doch etwas zu wild ausfallen, einfach kopfüber nochmals etwas Sea Salt Spray über die Mähne sprühen. Das wird sie bändigen.

Extra coole Beachstyles gelingen mit Sea Salt Sprays wie dem Surf Infusion Spray von Bumble and Bumble, dem Fierce Sea Salt Spray von WE ARE PARADOXX oder das Beach Texture Sugar Spray von Schwarzkopf Professional.

80ies Welle mit Küchenrolle

Zeit für den Big Bang: Mit dem Küchenpapier-Trick lassen sich sogar kleine super definierte Korkenzieherlocken kreieren. Am besten gelingt der Look, wenn die Haare noch handtuchfeucht und frisch aus der Dusche kommen. Während du also deine nassen Haare schon mal leicht im Handtuch antrocknest, kannst du das Küchenpapier vorbereiten. Keine Sorge, auch dieser Style ist nicht besonders aufwändig. Schnapp dir nur jeweils ein Blatt, bei besonders feinen Haaren geht auch ein halbes, und dreh es eng ineinander. Daraus ergeben sich schließlich viele kleine weiche “Papier-Würmchen”. Greif dann nach der ersten Strähne und dreh diese erst in sich selbst ein. Dann wickle die gezwirbelte Strähne von den Spitzen beginnend auf einem “Küchenpapier-Wurm”. Am Ansatz angekommen die Strähne samt dem selbstgebastelten Mini-Lockenwickler mit einem Haargummi fixieren. Weitermachen bis der ganze Kopf ein- und aufgedreht ist.

Auch hier kannst du selbst entscheiden wie wild der Style werden soll. Umso kleiner die Strähnen und umso enger gewickelt, desto mehr Papier-Wickel ergeben sich am Kopf und desto lockiger wird die Frisur. Das Papier wird die restliche Feuchtigkeit im Haar über Nacht aufnehmen.

Wenn du am nächsten Morgen die Haare öffnest, zieh die Strähnen etwas auseinander. Das gibt noch mehr Volumen. Damit die Haare aber nicht frizzy wirken, kannst du etwas Lockenstylingcreme oder etwas Texturspray in die Spitzen und Längen kneten.

Top zum Stylen für extra curly Looks: Das Dream Coat for Curly Hair Haarspray von Color Wow, die Mad about Curls Quencher Oil Milk von Schwarzkopf Professional oder das Paul Mitchell Tea Tree Lavender Mint Defining Gel Haargel.

Warum Hitze schädlich für deine Haare ist

“Immer, immer Hitzeschutz verwenden.” Stylisten werden nicht müde den Satz immer wieder zu predigen, während sie die coolen Styles, die sie mit Hitze zaubern, in den Himmel loben und dabei Hitzeschäden verteufeln.

Aber was passiert denn mit dem Haar während dem Hitzestyling? Und warum schadet Hitze dem Haar? Oder schadet Hitze etwa gar nicht immer?

Zunächst gilt es zu verstehen, das es in erster Linie entscheidend ist, wie viel Hitze die Haare abbekommen. Tägliches Hitzestyling führt auf Dauer zu Spliss, Haarbruch oder sogar Haarausfall. Bei falscher Anwendung kann aber auch schon ein einziger Styling-Durchlauf bleibende Schäden hinterlassen. Wenn zum Beispiel die Temperatur des Stylingtools viel zu hoch eingestellt ist, oder du dein Haar einfach viel zu lange der Hitze aussetzt.

Stylisten wissen genau, wie sie Tools regulieren und einsetzen müssen, um möglichst schnell und schonend Ergebnisse zu erzielen, ohne das Haar zu lange oder zu stark zu belasten.

Trotzdem: Hitzeschutz ist ein absolutes Must Have für alle, die mit Hitze stylen wollen.

Zum Beispiel, das Big Sexy Hair Blow Dry Volumizing Gel von Sexy Hair, das Redken Heat Cure Pro Repair Treatment oder das Hitzeschutzspray Moroccanoil Perfect Defense.

Und so funktioniert’s:

Hitze macht das Haar formbar. Eine intakte Schuppenschicht schützt dabei den Kern des Haares vor dem Austrocknen und sorgt dafür, dass der Kern seine Elastizität behält, nicht abbricht oder einreißt. Eine gesunde Haarstruktur kann sich also bis zu einem gewissen Punkt selbst schützen.

Wenn die schützende Schuppenschicht allerdings schon beschädigt ist, kann sie die Feuchtigkeit nicht mehr einschließen. Das Haar wird trocken und brüchig. Häufiges oder einfach zu extremes Hitzestyling kann zu Schäden in der Schuppenschicht führen. Mit jeder weiteren Hitzeeinwirkung wird die Schutzschicht weiter angegriffen und dem Haar mehr Feuchtigkeit entzogen.

Du musst also nicht für immer auf Hitzestyling verzichten, sondern einfach unsere Tipps und Vorsichtsmaßnahmen beachten.

-       Immer viel Feuchtigkeit spenden: von innen mit Wasser und von außen durch reichhaltige Pflege.

-       Frischekick: Eine kalte Dusche schließt die oberste Schuppenschicht rund ums Haar. Der Kern bleibt besser geschützt und verliert weniger Feuchtigkeit. Kurz vor dem Hitzestyling bringt der Trick zwar nichts, aber für Styling-Pausen ist es sehr effektiv.

-       (Apropos) Pausen einlegen: Die Haare immer wieder mal ohne Hitze stylen. Gerade wenn die Zeit dafür reicht, den Föhn, Lockenstab und das Glätteisen lieber liegen lassen und dafür unsere top Tricks anwenden.

-       Niemals nass stylen: Bevor es ans Hitzestyling geht, die Haare immer erst trocknen. Am besten lufttrocknen, vorsichtig kneten (nicht rubbeln!) oder auf kalter Stufe föhnen.

Besonders schonende Tools sind zum Beispiel der Dyson Airwrap Complete Long, der Braun Satin Hair Lockenstyler, der Curl Secret Shine Lockenstyler von Babyliss oder der ghd helios Haartrockner.