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Natürliches Contouring mit der Two-Finger-Rule

Staffel 202015.04.2020 • 09:00

Habt ihr schon einmal etwas von der Two-Finger-Rule gehört? Nein? Beauty-Expertin Susanne Krammer erklärt, warum es dies die goldene Regel des Contouring ist und zeigt, wie ihr damit eurem Gesicht die perfekten Konturen verleiht.

Contouring Anleitung für Anfänger: Richtig konturieren mit der Two-Finger-Rule

 

Zeit in Form zu kommen. Ohne Schwitzen und ohne Diät, nämlich mit Contouring. Der Makeup-Trick, der sich inzwischen vom Trend zum Must-Do entwickelt hat, bringt das Gesicht in Topform, sodass sich jede Gesichtsform von ihrer besten Seite zeigen kann.

Wir erklären: Was ist Contouring überhaupt? Wie konturiert man richtig? Was ist die Two-Finger-Rule? Was braucht man dafür? Wie findet man die richtige Technik für jede Gesichtsform? Und was unterscheidet Bronzing vom Contouring?

 

Contouring: Was ist das? 

Contouring ist ein Spiel mit Licht und Schatten. Anhand unterschiedlicher, heller und dunkler, Make-up-Töne werden die Vorzüge des Gesichts betont und andere Partien kaschiert.

Durch das Zusammenwirken von Highlights und Schattierungen kann ein Gesicht schmaler, kantiger oder ausdrucksstärker geschminkt werden.

Dank clever gesetzter Akzente werden die Gesichtszüge konturiert, also optisch modelliert: Die Nase wirkt etwas schmaler, die Lippen voller, die Wangenknochen markanter und die Jawline kantiger – alles geht.

Und so funktioniert’s

Die Basics in Kürze: Grundsätzlich gilt, was betont werden soll, wird mit Highlights aufgehellt. Während Schatten kaschieren und Form geben. Dabei ist es wichtig Übergänge gut zu verblenden und lieber mit sanften Konturen zu starten.

Es ist einfacher erst Schattierungen zu setzen und anschließend zu highlighten. Wenn die Akzente nicht markant genug sind, kann man immer noch eine leichte Schicht nachlegen und etwas dunkler schattieren.

Die Nase wirkt sofort schmaler, wenn an den Seiten jeweils leichte Schatten geschminkt werden, während Highlights den Nasenrücken betonen.

Beim Lip-Contouring sorgt ein etwas hellerer Ton in der Mundmitte dafür, dass die Lippen voll und prall wirken, während ein leicht dunklerer Ton am Rand der Lippen und in Richtung Mundwinkel die Form der Lippen schattiert und konturiert.

 

Step 1: Schattierung setzen

Schatten dort setzen, wo kaschiert werden soll. Also unter den Wangenknochen, um das Gesicht kantiger wirken zu lassen. An den Schläfen, um es schmaler zu schminken. Oder am Haaransatz, um es weniger länglich wirken zu lassen.

 

Step 2: Verblenden

Der dunkle Contouring-Ton muss gut in die Foundation eingearbeitet werden, sodass keine Kanten oder harten Übergänge mehr zu sehen sind.

 

Step 3: Highlighten

Highlights lenken nun den Blick, setzen Akzente und unterstützen den Kontrast zur Konturierung. Als Gegenspieler zum Schatten kommen Sie dort hin wo Licht auf das Gesicht fällt, auf die Wangenknochen, auf den Nasenrücken, die Stirnmitte und unter die Augen.

 

Step 4: Wieder Verblenden

Nochmals verblenden. Licht und Schatten sollen sanft ineinander übergehen, ansonsten wirkt Contouring schnell wie eine Maske.

 

Two-Finger-Rule einfach erklärt: So geht der easy Countouring-Trick

 

Mit dem zweiten schminkt man besser. Wir setzen Zeige- und Mittelfinger in Zukunft nicht nur für ein Peacezeichen ein, sondern auch um das Gesicht zu konturieren.

Beauty- und Peace-Expertin Susanne Krammer erklärt im Clip: natürliches Contouring mit der Two finger Rule, wie das funktioniert und wie man mit nur zwei Fingern einen Basic-Contouring-Look hinbekommt der jedem steht. 

Kurz erklärt: Mit der Two-Finger-Rule lassen sich ganz simpel Abstände beim Contouring bestimmen, sodass Schatten nicht zu dick wirken und nicht zu nahe an die Gesichtsmitte ragen.

Contouring-Schattierungen und Highlights sollten demnach immer maximal zwei Finger breit sein. Außerdem sollten zwischen Wangen-Contouring und Nasenflügel immer noch zwei Finger passen. Anfänger können das Produkt direkt mit zwei Fingern auf das Gesicht auftragen, um sicherzugehen. Danach muss es nur noch mit einem Pinsel, oder Schwämmchen, verblendet werden.

 

Richtig konturieren für jede Gesichtsform

 

Die grundlegenden Contouring Steps lassen sich nun an jedes Gesicht anpassen. Für jeden Typ entsteht so ein eigener Look der das Gesicht optimal in Szene setzt.

Contouring rundes Gesicht

Ein rundliches Gesicht kann ganz easy schmaler und kantiger geschminkt werden. Nämlich, indem sanfte Schatten die Seiten des Gesichts umschmeicheln.

Dafür einfach dunklere Töne auf die Stirnaußenseiten bis zum Haaransatz, über die Schläfen und schließlich nach unten bis zum Kiefer ziehen. Als würde eine Contouring-Klammer das Gesicht umschließen. Highlights in der Gesichtsmitte, also auf der Stirnmitte, am Kinn, auf dem Nasenrücken und unter den Augen ergänzen den Effekt.

Contouring herzförmiges Gesicht

Die für herzförmige Gesichter typische breite Stirn kann dank Contouring optisch schmaler geschummelt werden. Das spitz zulaufende Kinn bekommt gleichzeitig mehr Kontur.

Dunkle Akzente an den Schläfen setzen und dann bogenförmig bis unter die Wangenknochen ziehen. Ein leichter Schatten unter dem Kinn wirkt zudem formgebend. Dazu noch Highlights an der Stirnmitte, am Kinn und schließlich halbmondförmig unter den Augen setzen. 

Contouring eckiges Gesicht

Anders als bei den bisher genannten Gesichtsformen kann Contouring kantige, eckige Gesichter weicher wirken lassen. Die Gesichtszüge werden abgesoftet, während die Vorzüge trotzdem betont werden.

Ein runder Schattierungsbogen unter dem Haaransatz entlang von Schläfe zu Schläfe macht die Stirn weniger kantig. Weitere leichte Schatten unter den Wangenknochen und an der Kieferkante entlang betonen die markanten Züge eckiger Gesichter. Aber Vorsicht: Die Kieferkante darf nicht zu hart wirken. Deshalb hier lieber nur unter dem Kinn sowie in der Gesichtsmitte Akzente setzen und nicht zu weit nach außen ziehen.

Highlights kommen zwischen die Augenbrauen, auf das Kinn und unter die Augen.

Contouring ovales Gesicht

Ovale Gesichter sind schon recht schmal, hier geht es eher darum, sie weniger länglich wirken zu lassen und den Gesichtszügen mehr Tiefe zu geben.

Schattierungen am Haaransatz und unter dem Kinn nehmen etwas Länge. Dabei aber die Schläfen aussparen. Nur noch etwas dunkles Contouring unter den Wangenknochen reicht schon, um dem Gesicht mehr Kontur zu geben. Highlighter dürfen dafür großzügiger platziert werden: Nämlich auf der Stirn, am Nasenrücken entlang, auf dem Kinn und unter den Augen, über die Wangenknochen bis zu den Schläfen auslaufend.

Bronzer vs Contouring: Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied ist, das beide Techniken unterschiedliche Ziele verfolgen. Daraus leitet sich schließlich ab, dass Sie auf unterschiedliche Farbtöne und Anwendungssteps setzen.

Wir wissen bereits, Contouring soll Schatten ins Gesicht zeichnen, um es zu formen.

Bronzing hingegen will einen sonnengeküssten Teint erzeugen. Bronzerprodukte sind dazu gedacht, natürlich aussehende Wärme zu erzeugen - nicht Schatten. 

Demnach ergibt es Sinn unterschiedliche Produkte für verschiedene Techniken zu verwenden. Damit beim Contouring Schatten und Konturen entstehen, kommen typischerweise gräulich-braune und kühlen Farbtöne zum Einsatz. Bronzer hingegen haben warme Brauntöne.

Wer versucht mit Bronzer zu konturieren, wird feststellen, dass das Gesicht eher orange als definiert aussieht. Wer mit einem Contouringprodukt bronzen möchte, muss mit einem gräulich ungesunden Teint rechnen, der gar nicht nach Urlaub aussieht.

Wie’s mit dem perfekten Sommerglow auch nach dem Urlaub klappt und du deine Sommerbräune verlängern kannst, zeigen wir im Clip.

 

Contouring für Anfänger: Diese Produkte brauchst du

Nein 50-Shades of Contouring sind nicht nötig. Trotzdem sind Contouringpaletten super praktisch – auch für Anfänger. Darin sind nämlich dunkle und helle Töne schon aufeinander abgestimmt, sodass sie später auch im Gesicht gut miteinander harmonieren.

Natürlich kann aber auch jeder selbstständig einen Schattierungston und ein Highlight miteinander kombinieren. Wichtig dabei ist, dass der dunkle Ton niemals mehr als zwei Nuancen dunkler als der eigene Hautton sein sollte. Zudem sollte die konturgebende Farbe kühl und matt sein und keine glänzenden, schimmernden Partikel enthalten.

Bronzer eignen sich wie bereits angesprochen nicht zum Konturieren. Die warmen Brauntöne, die häufig auch einen soften Glow verleihen, können aber direkt auf den Wangenknochen mit Contouring kombiniert werden. 

Beim Highlighter gilt: Hellen Typen stehen kühlere Highlightertöne, mittlere Hauttöne lassen sich mit peachy und rosig schimmernden Highlightern schön in Szene setzen und dunklere Hauttypen sehen mit einem warmen goldenen Highlight toll aus.

 

Puder oder Creme

Neben dem Hautton ist auch der Hauttyp entscheidend, wenn es um die Wahl von Make-up-Produkten geht. Ölige oder Mischhaut verträgt pudrige Produkte besser. Trockene Haut bekommt durch Contouringsticks oder cremige Produkte zusätzlich noch etwas Feuchtigkeit. In beiden Fällen ist es wichtig die Textur gut in die Haut einzuarbeiten und nahtlos zu verblenden, sodass keine Ränder entstehen und das Ergebnis nicht Fleckig wirkt.

Extra Tipp: Keine Puder- und Creme-Produkte mixen. Wenn die Schattierung mit Puder gesetzt wird, sollte ein Puder-Highlighter dazu verwendet werden.

Contouring mit Pinsel oder Schwamm

Je nach Konsistenz braucht jedes Contouring-Produkt auch das passende Tool. Für Puder gibt es eigene passende Contouringpinsel. Damit können Schattierungen gezielt gesetzt und sanft verblendet werden.

Creamy Texturen lassen sich mit einem Beautyblender oder einem ähnlichen Make-up-Schwamm ideal in die Haut einarbeiten. Alternativ geht das auch mit einem Foundationpinsel, da dieser auch für flüssige und cremige Produkte geeignet ist.

Den Überblick in der Make-up-Schublade verloren? Kein Problem, hier geht’s zur Pinselkunde vom Profi. Wir räumen auf und klären, wofür eignet sich welcher Pinsel.

 

Concealer und Foundation

Bevor jedoch Countouringpaletten, Highlighter und Co zum Einsatz kommen, braucht das Gesichts-Make-up eine ebene gleichmäßige Basis. Concealer und Foundation lassen, Rötungen, Augenringe und kleine Makel verschwinden, sodass anschließend Contouring-Magic die Gesichtszüge perfekt in Szene setzen kann.

Alle Infos zu Concealer und Foundation – das perfekte Duo, mit Anwendungs-Tipps und Tricks gibt es hier.

Mit dem easy Two-Finger-Trick und unseren Tipps vom Profi kann beim Contouring nichts mehr schiefgehen. Viel Spaß beim Ausprobieren, Schattieren und Highlighten.

Hier noch einige passende Produkte zum Ausprobieren für Anfänger:

Vier gewinnt – Zwei Töne zum Konturieren und zwei zum Highlighten in einer Palette: Im Creamy Sculpt Contour Kit von BLUSHHOUR.

Die Cocoa-Infused Contouring and Highlighting Palette von Too Faced enthält extra leichte Puder, die mit einem pflegenden Kakao-Komplex angereichert sind.

Ein Stick für alle Contouring-Looks: Im Wonderstick von NYX Professional Makeup stecken ein dunkler und ein heller Ton, die direkt auf das Gesicht gezeichnet werden können.

All you need: Der Some Good Contouring Powder von LOV, in kühlem matten Braun, verzichtet auf vielfältige Schattierungsnuancen. Die einzelne Farbe kann mit dem eigenen Highlighter der Wahl kombiniert werden.

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