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Profi-Maniküre selber machen

Staffel 202015.04.2020 • 09:00

Ihr wollt perfekt lackierte Nägel, habt aber keine Zeit um ins Nagelstudio zu gehen? Kein Problem! Beauty-Expertin Susanne Krammer zeigt, wie euch eine Maniküre wie vom Profi ganz leicht zu Hause gelingt.

Maniküre selber machen: So einfach geht Nägel machen Zuhause

Neben dem Home Office und dem Home Gym öffnet nun auch der Home Salon. Egal, ob dein Nagelstudio gerade geschlossen bleiben muss, oder du einfach lieber selbst Hand anlegen möchtest, wir verraten dir hier alles, was du wissen musst.

Du bekommst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die perfekte Maniküre zum Selbermachen Zuhause. Wir beantworten alle Fragen, wie: Muss ich die Nagelhaut entfernen? Wie kann ich meine Nägel richtig feilen? Wie finde ich die richtige Nagelpflege? Und wie trage ich Nagellack richtig auf, sodass er makellos aussieht und ewig hält?

Anleitung: Maniküre selber machen – So geht’s

Wenn du alle Tools und Utensilien beisammen hast, kann es losgehen. Wir führen dich Schritt für Schritt durch die Maniküre zum Selbermachen.

1. Nagelbad

Um Nagel und Nagelhaut etwas aufzuweichen, gönnst du ihnen zunächst ein pflegendes Bad. Du kannst das Wasser mit einem pflegendenDuschgel oder Duschöl anreichern oder zu natürlichen Hausmitteln greifen. Ein Spritzer Olivenöl oder ein Klecks Honig im Wasser wirken feuchtigkeitsspendend und entzündungshemmend.

Im Schnitt reicht es die Fingerspitzen für eine Minute einzutauchen. Bei besonders weichen Nägeln genügt auch die Hälfte der Zeit.

Extra taff Tipp: Wenn deine Nägel verfärbt sind, kannst du sie mit Zitrone einreiben, das macht sie sofort wieder natürlich farblos.

2. Nagelcreme auftragen

Auf die frisch gebadeten Finger kommt nun etwas Nagelcreme oder Öl. Massiere die Pflege gut ein und nimm dir dafür ein paar Minuten Zeit.

3. Nagelhaut entfernen

Deine Nagelhaut sollte jetzt schön weich sein. Nun kannst du sie mit einem Orangenholzstäbchen zurückschieben, ohne sie zu beschädigen.

Gegebenenfalls kannst du auch mit einer Nagelhautzange die Nagelhaut an den Seiten der Nägel zurechtschneiden. Die Haut am Nagelbett solltest du aber immer schieben und nicht schneiden.

4. Nägel richtig feilen

Beim Feilen gilt der Nagel sollte nicht breiter sein, als das Nagelbett. Beginn also am besten an den Seiten und runde die Spitze schließlich leicht mandelförmig ab. Das schmeichelt der Fingerform. Achte aber darauf, dass die Nagelform nicht spitz gerät, denn dann kann der Nagel leichter abbrechen.

Nagelfeilen aus Glas sind besonders schonend für den Nagel und liefern optimale Ergebnisse. Mit kurzen Bewegungen und wenig Druck kommst du schnell voran und die Nägel bleiben unbeschadet.

Was ist besser Nägel schneiden oder feilen?

Grundsätzlich ist feilen immer schonender und liefert ein präziseres Ergebnis. Vor allem brüchige Nägel splittern nach dem Schneiden leicht ab. Mit der Feile kann man die Nagelspitze versiegeln. Außerdem kannst du mit der Feile wesentlich besser die Form des Nagels bestimmen. Mit einer Nagelschere kannst du nur kürzen, aber weder formen noch versiegeln.

 

Nach dem Feilen unbedingt die Nägel nochmals säubern und entfetten. Wenn Pflegereste oder Staub vom Feilen auf dem Nagel sind, wird der Lack weniger gut haften.

6. Basecoat auftragen

Der Basecoat dient hauptsächlich zum Schutz. Der Nagel kann sonst durch den Lack verfärben oder austrocknen. Viele Basecoats haben sogar pflegende Inhaltsstoffe. Außerdem wird die Maniküre dadurch länger haltbar. Wichtig ist dabei, dass die Base gut trocknen kann bevor die Farbe darüber aufgetragen wird. 

7. Nägel lackieren

Bevor du zum Pinsel greifst, solltest du den Profi-Trick kennen, der für das perfekte Finish verantwortlich ist und die kleinen nervigen Luftbläschen auf den Nägeln verschwinden lässt.

Nimm die geschlossene Nagellackflasche zwischen deine Handflächen und roll sie hin und her als würdest du dir die Hände reiben. Dadurch verteilen sich die Farbpigmente gleichmäßig. Auf keinen Fall solltest du die Farbe schütteln, so entstehen nämlich die Bläschen.

Nun wird lackiert. Um den Nagellack richtig aufzutragen, solltest du nicht zu viel Farbe auf einmal verwenden und lieber in zwei Schritten vorgehen. Streich den Pinsel einmal am Flaschenhals ab und setz ihn dann an der Mitte des Nagels an. Nachdem du so die Nagelspitze lackiert hast, ziehst du den Pinsel nochmals über den kompletten Nagel. Achte bitte darauf einen kleinen Abstand zur Nagelhaut freizulassen, damit die Farbe nicht verläuft.

Sollten trotzdem kleine Patzer entstehen ist das kein Problem, wir erklären dir weiter unten, was dann zu tun ist.

Grundsätzlich gilt immer lieber zwei dünne Schichten auftragen als eine dicke. Der Lack trocknet so schneller und hält wesentlich länger. Am besten eine Schicht lackieren, dann vier Minuten warten und nochmals eine Schicht lackieren. Bei besonders hellen Farben oder Nude-Tönen reicht auch eine Schicht.

8. Topcoat auftragen

Der Lack sollte unbedingt trocken sein, bevor du die Farbe mit Topcoat versiegelst. Ansonsten können bis zu zehn Minuten nach der Maniküre noch Patzer, Macken und Abdrücke im Nagel entstehen. Warte also mindestens vier Minuten. 

Schließlich sorgt der Topcoat dafür, dass die Maniküre extra lange hält und zaubert dabei noch ein besonders schönes Finish. Du hast die Wahl zwischen pflegenden Topcoats, einem extra glossy Finish oder dem Matt-Look.

9. Patzer ausbessern 

Um kleine und größere Patzer zu beseitigen und unschöne Farbverläufe an den Rändern auszubessern, kannst du dir dein eigenes Tool basteln.

Indem du ein Wattepad in der Mitte auseinander ziehst, kommst du an die feinen Wattefasern, die im Kern liegen. Dreh das Holzstäbchen darin, damit sich die Fasern darum herumwickeln, wie Zuckerwatte. Auf diese Konstruktion träufelst du nun etwas Nagellackentferner und kannst schließlich kleine, feine Patzer damit beseitigen.

Alternativ gibt es dafür auch fertige Nagellackentfernerstifte zu kaufen. Wenn kein Stift zur Hand ist, oder der Stift nach häufigem Benutzen schon zu stark verfärbt ist, funktioniert der selbstgebastelte Korrekturstift genauso gut und präzise.

10. Handcreme benutzen

Nach dem Ausbessern mit Nagellackentferner solltest du dir unbedingt die Hände waschen und sie schließlich nochmals pflegen. Damit die Haut an den Händen und die Nagelhaut nicht austrocknen, hilft eine reichhaltige Handcreme. Fertig ist die selbstgemachte Maniküre.

Sollten die Hände trotzdem spröde und empfindlich werden, haben wir hier die besten Tipps gegen trockene und rissige Hände.

Extra: Nagelmaske auftragen

Gerade im Winter und vor allem während der strengen Hygienebestimmungen durch Corona, sind die Hände noch mehr Belastungen ausgesetzt, die Haut und Nägel austrocknen lassen. Dagegen helfen Masken und pflegende Kuren.

Die reichhaltigen Masken gibt es fertig zum Überziehen in der Drogerie. Alternativ kannst du aber auch ein pflegendes Öl auf die Nägel auftragen, Baumwollhandschuhe anziehen und die Pflege über Nacht einziehen lassen. Dieser Step ist das krönende Extra für eine pflegende Maniküre Zuhause. So bleiben die Nägel gesund und lassen sich ohne Schäden immer wieder lackieren.

Sind die Nägel allerdings schon kaputt, hilft nur noch unsere Wunderkur für starke Nägel.

Wie oft sollte man eine Maniküre machen?

Wenn deine Nägel gesund und gepflegt sind, dann ist Nagellack nicht schädlich. Hier spielt auch die richtige Ernährung für starke Nägel eine Rolle. Aber, wenn du die Maniküre mit allen Pflegeschritten durchziehst, sollten deine Nägel den Lack unbeschadet überstehen. 

Nach sieben Tagen sieht der Lack meist schon recht mitgenommen aus. Nun kannst du ihn abnehmen und die Nägel natürlich tragen, oder das ganze Programm wiederholen. Selbst, wenn er bis dahin gut hält, wachsen die Nägel weiter und spätestens nach zehn bis vierzehn Tagen wird es Zeit für einen neuen Anstrich.

Indem du deine Nägel regelmäßig feilst und pflegst, wird die Maniküre Zuhause schnell zur Routine. Bald wird der Aufwand immer geringer und die Maniküre klappt immer schneller.

Schließlich sind die meisten modernen Nagellacke inzwischen unbedenklich. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann greif zu einem 7-free-Lack. Diese verzichten nämlich auf sieben bedenkliche Inhaltsstoffe die früher häufig in Nagellacken zu finden waren. Noch sicherer sind vegane Nagellacke, die ebenso auf Schadstoffe verzichten und zudem crueltyfree sind.

Ist zu viel Nägel lackieren schädlich?

Deine Nägel werden dir das richtige Feedback geben. Wenn sie brüchig oder spröde werden, dann brauchen sie eine Pause. Keine Pause von reichhaltiger Pflege, wie Bäder, Öle und Masken, nur eine Pause von Lack und vor allem von Lackentferner.