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Bissige Hauswinkelspinnen! Droht uns eine Invasion?

Die Hauswinkelspinne ist für die meisten Menschen alles andere als ein possierliches Tierchen. Gerade im Spätsommer ist sie nicht nur in freier Natur, sondern häufig auch in Wohnungen und Häusern zu entdecken. Daher ist immer öfter die Rede von einer regelrechten Invasion der Hauswinkelspinne. Ob diese Angst gerechtfertigt ist, haben wir gemeinsam mit einem Experten geklärt.

30.08.2017 10:46 | 1:18 Min | © Wochit

Die Hauswinkelspinne ist in Europa heimisch und gehört mit ihren verschiedenen Unterarten zu denjenigen Spinnen, die sich besonders häufig in Kellern, Schuppen oder leerstehenden Gebäuden finden lassen. Sie halten sich so gesehen zwar gern in der Nähe des Menschen auf, bauen sich ihr trichterförmiges Nest aber trotzdem am liebsten dort, wo sie ungestört sind. Entsprechend nisten sie sich ebenso gern in Holzstapeln und ähnlichen Unterschlüpfen ein. Warum passiert es dann aber, dass wir die Hauswinkelspinne vor allem im Spätsommer so häufig in der Wohnung antreffen? Das liegt vor allem an der Paarungszeit der Hauswinkelspinne, welche in den Spätsommer fällt. In dieser Zeit begeben sich die Männchen aktiv auf die Suche nach einem paarungswilligen Weibchen. Dafür verlassen sie ihr geschütztes Nest im Keller oder Schuppen und schlüpfen anschließend durch die ein oder andere geöffnete Tür oder ein Fenster.

Badezimmer als besondere Gefahr für die Hauswinkelspinne

Wie alle Spinnen verhält sich auch die Hauswinkelspinne nicht besonders auffällig. Deshalb kann es Tage oder auch Wochen dauern bis sie vom Wohnungseigentümer gesichtet wird. Besonders häufig hält sich die Hauswinkelspinne in Badezimmern auf. Im Waschbecken oder in der Badewanne ist die Hauswinkelspinne gefangen, weil sie entlang der porzellanenen Oberfläche nicht wieder nach oben klettern kann. Das bedeutet aber keineswegs, dass die Hauswinkelspinne aus dem Abfluss gekrochen wäre. Die Tatsache, dass wir die Hauswinkelspinne aktuell häufiger sehen, lässt sich mit dem Paarungsverhalten und dem Abrutschen in Waschbecken und/oder Badewanne entsprechend simpel erklären. Eine Invasion droht folglich nicht. Zumindest haben Wissenschaftler keine Beweise dafür entdecken können, dass die Hauswinkelspinne in diesem Spätsommer tatsächlich zahlreicher anzutreffen ist als in anderen Jahren. Allerdings ist das Jahr 2017 aufgrund der Klimabedingungen bisher durchaus angenehm für die Hauswinkelspinne – in einer feuchtwarmen Umgebung fühlt sie sich, ebenso wie auch viele andere Spinnenarten, nämlich besonders wohl.

Hauswinkelspinne in der Wohnung – was tun?

Wer eine Hauswinkelspinne bei sich in der Wohnung entdeckt, sollte nicht in Panik verfallen. Nichtsdestotrotz kann ein wenig gesunder Respekt nicht schaden, denn die bis zu zehn Zentimeter langen Tiere können durchaus zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen. Für den Menschen ist dieser Spinnenbiss gesundheitlich zwar vollkommen ungefährlich, kann jedoch ebenso schmerzhaft wie ein Nadelstich sein. Doch wie wird man die achtbeinigen Tierchen wieder los? Wer Spinnen oder Schlangen als Haustiere hält, weiß, dass man die Spinne auf keinen Fall töten sollte. Stattdessen sollte man zu einem Glas sowie einem festen Stück Papier greifen. Anschließend einfach das Glas über die Hauswinkelspinne stülpen und von unten das Papier unter die Öffnung schieben. So lässt sich die Spinne problemlos ins Freie tragen und dort wieder aussetzen. Immerhin sind Spinnen für unser Ökosystem besonders wichtig und sollten deshalb nicht einfach zerquetscht oder vergiftet werden, nur weil uns ihr Aussehen vielleicht nicht so gut 

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