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Darum solltet ihr auf öffentlichen Toiletten nie die hintere Kabine benutzen

Öffentliche Toiletten sind meist ziemlich eklig. Aber manchmal geht es eben nicht anders. Dann stellt sich die Frage: Welche Kabine sollte man am besten benutzen? Warum ihr euch dabei nicht für die hintere Kabine entscheiden solltet, erfahrt ihr im Video.

20.04.2017 18:08 | 1:04 Min | © Wochit

Der Begriff „eine Notdurft verrichten“ ist weise gewählt, denn wenn man unterwegs mal wirklich ganz dringend muss und nicht darf, ist die Not schnell groß. Mit etwas Glück findet man eine der viel zu raren öffentlichen Toiletten in der Stadt. Und beim ersten Anblick schwindet das Glück auch flott wieder, wenn einem die dargebotenen hygienischen Zustände schlagartig Darm und Blase verschließen, während es einem dafür die letzte Mahlzeit nach oben schwemmt.

Welche Kabine in öffentlichen Toiletten ist die vermeintlich sauberste?

Selbst wenn öffentliche WC-Anlagen von den Vornutzern einigermaßen sittsam hinterlassen wurden, muss man davon ausgehen, dass man sich hier auf einem ausgediegenen Rummelplatz für Keime und Bakterien befindet – quasi ein Oktoberfest für unsichtbare Bazillen. Die Wahl der vermeintlich saubersten Kabine gleicht der Entscheidung zwischen Pest oder Cholera… und vielleicht gibt es ja tendenziell eine Kabine, die einen nicht gleich das komplette Immunsystem bombardiert?

Geht es nach Dr. Mehmet Oz, Professor an der Columbia University, ist die hinterste Kabine in einer Reihe die am meisten frequentierte und sammelt daher die meisten Bakterien an. Der Grund: Menschen bevorzugen bei ihren Geschäften eine gewisse Privatsphäre, und die versprechen sie sich am ehesten vom letzten Häusl. Denn dort hat man im schlechtesten Fall höchstens einen Sitznachbarn, und nicht gleich zwei Zuhörer.

Die Meinungen zur ersten Kabine einer Toilettenanlage gehen auseinander. Einerseits verspricht die erste Türe ebenfalls maximal einen Nachbarn, andererseits sitzt man dort meist nah am Eingangsbereich und fühlt sich daher wie auf einem Präsentierteller. Letztendlich eine Abwägungssache. Es gibt aber durchaus auch Studien, die beweisen wollen, dass eigentlich die mittleren Kabinen die beliebtesten sind und damit am unhygienischten sind. So oder so bleibt die Lage in großer Not eher bescheiden… doch mach Dir in unserem Video am Besten selbst ein Bild über öffentliche Toiletten. 

Früher, als öffentliche Toiletten noch Kultur und Wellness versprachen

Wie sagt man so schön, früher war alles besser. Was die Toiletten betrifft, ist damit aber nicht das Mittelalter gemeint. Damals schüttete die Bevölkerung die strengriechenden Inhalte ihrer Nachttöpfe im hohen Bogen vom Fenster aus auf die offenen Straßen der Stadt. Und wer damals unterwegs mal musste, nahm ebenfalls die öffentliche Toilette – im Mittelalter sagte man dazu Seitenstraße.

Selbst feine Burgherren ließen über Klosett-Erker ihre großen Geschäfte einfach die Burgmauer runterpurzeln. Irgendwann war dann der Gestank von Fäkalien rund um die Burg so beißend schlimm, dass die feinen Herrschaften zu ihrer nächsten Burg zogen. Dass ist übrigens der wichtigste Grund, warum Burgherren gerne mehrere Burgen hatten. Wegzölle, Verteidigung, strategische Präsenz, alles Nebensache. Aber hin und wieder ohne Nasenklammer losdonnern können, allein darauf kam es an. Doch egal ob jetzt eine oder mehrere Burgen, WC-technisch war das Mittelalter ein Reinfall.

Dabei konnten das die Menschen schon mal viel besser, etwa in der Antike im alten Rom. Zur Blütezeit hatte Rom über 150 öffentliche Toilettenanlagen in der Stadt, teils luxuriös ausgestattet mit Marmor und Wasserspülung sowie direktem Zugang zum benachbarten Badehaus. Nicht selten trafen sich hier die wichtigen Leute der Stadt und vollrichteten bei ihren kleinen und großen Geschäften die ganz dicken Deals. So etwas passiert heutzutage mit Sicherheit nicht mehr – kein Mensch bleibt länger auf einer öffentlichen Toilette, als er unbedingt muss. 

Das erste öffentliche Klo stand einst auf Kreta

Gehen wir in der Zeit noch ein gutes Stück zurück, zum wahrscheinlich ersten öffentlichen Klo der Menschheit – also abgesehen von Urwaldbäumen. Die erste Toilettenanlage geht vermutlich auf die Minoer zurück. Die von König Minos gegründete Zivilisation gilt als die erste europäische Hochkultur und begann auf Kreta in der Bronzezeit etwa 2600 vor Christi Geburt. Schon damals hatte der König keine Lust auf stinkende Häufchen in seinem Palast-Garten und lies öffentliche Klosetts mit einer Wasserspülung errichten. Reste davon sind heute noch auf Kreta in der Ausgrabungsstätte des Palastes Knossos zu sehen.

Die Minoische Kultur hielt übrigens weit über tausend Jahre lang an bis etwa 1.450 v. Chr., also etwa tausend Jahre vor dem Aufstieg des antiken Roms. Über den Untergang der Minoer gibt es verschiedene Spekulationen. Am wahrscheinlichsten gilt, dass ein Vulkanausbruch auf der nahegelegenen griechischen Insel Thera (dem heutigen Santorin) sowie ein anschließender Tsunami den Untergang der Minoer einleitete. Gegen solche Naturgewalten versagt eben die beste Klospülung.    

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