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Zusammenfassung: Das war die Sendung am 25. Oktober

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Die magischen 100 sind geknackt – aber das ist leider kein Grund zur Freude. Seit wenigen Wochen steigt die Corona-Inzidenz wieder, obwohl bereits 56 Millionen Menschen in Deutschland vollständig gegen das Virus geimpft sind. Doch auch in der Gruppe der Geimpften erkranken immer wieder Personen an Covid-19. Das verunsichert viele Menschen: Was hat es mit den sogenannten Impfdurchbrüchen auf sich?

Professor Dr. Christine Falk hat sich als Immunologin auf dieses Thema spezialisiert. Sie weiß: Nicht alle Menschen entwickeln die gleiche Menge Antikörper nach der Impfung. Zudem wurden die bisherigen Vakzine für das Ursprungs-Virus entwickelt, nun aber sind diverse Mutanten unterwegs – "in Deutschland quasi nur noch Delta", sagt Expertin Falk im Einspieler. Trotzdem gilt: Ungeimpfte infizieren sich statistisch acht Mal häufiger als Geimpfte. Und schwere Erkrankungen sind bei ihnen seltener.

"Zervakis & Opdenhövel. Live.": Patricia Kelly über ihre Corona-Hölle

Patricia Kelly hat die Impfung womöglich das Leben gerettet. "Ich bin durch die Hölle gegangen", sagt die Sängerin über ihre nun bereits zweite Erkrankung an Covid-19. Nach einer ersten Infektion hatte sie eine Booster-Impfung erhalten, trotzdem erwischt sie das Virus erneut. Und das mit einer solchen Viruslast, dass die Sache ohne Impfschutz auch tödlich hätte ausgehen können: Ihre Ärzte glauben, sie hätte ihre zweite Corona-Infektion andernfalls wohl nicht überlebt.

Im Clip: Corona trotz Impfung - Patricia Kelly im Livetalk

Im Studio bei "Zervakis & Opdenhövel. Live." ist Dr. Christina Berndt, Biochemikerin und Wissenschaftsredakteurin der "Süddeutschen Zeitung". Sie widerspricht bei #ZOL dem FC-Bayern-Kicker Joshua Kimmich, der sich nicht impfen lassen möchte aus Angst vor Langzeitfolgen: Die Corona-Impfung könne Nebenwirkungen haben, aber "Langzeitfolgen gibt es nicht". Kimmichs Ängste? Sind für Berndt "Nonsense": Es wäre schön gewesen, wenn er sich vorher informiert hätte, ob das auch so stimmt, was er sagt.

Im Clip: Dr. Christina Berndt im Talk - Darum ist die Impfung so effektiv

Nur eine "tätliche Beleidigung"? Sexueller Missbrauch im Spitzensport

Wer seine Kinder zum Vereinssport schickt, der hofft, dass sie Spaß haben und Freunde finden. Für Boris Kaminski hingegen wurden die Jahre im Jugendsport zur persönlichen Leidenszeit. Sein Tennistrainer verging sich an ihm, "im Juristendeutsch redet man von einem knapp 100-fachen schweren sexuellen Missbrauch", sagt Kaminski. Wirklich realisiert habe er das aber erst Jahre später: "Ich habe das als eine Art Beziehung wahrgenommen."

In einem Einspieler berichtet Nadine von ihrem Tenniscoach M., der sie – damals noch ein Kind – sexuell missbrauchte.  Nadine war nicht die einzige Betroffene; laut #ZOL-Recherchen hat sich M. noch an mindestens 19 weiteren Mädchen vergriffen. Der Trainer aber war sportlich anerkannt, auch Nadines Eltern schätzten ihn. Für Nadine war es fast unmöglich, sich jemandem anzuvertrauen. M. machte Karriere – und Nadine wurde immer stiller. Angezeigt wird M. dann erstmals von seiner Stieftochter.

Vier Anzeigen lagen der Staatsanwaltschaft schließlich gegen M. vor, doch Nadines Verfahren wurde nach nur vier Wochen eingestellt. Seine Hand auf ihrem Oberschenkel? Juristisch gesehen nicht mehr als "eine tätliche Beleidigung" und damit nicht gravierend genug. Außerdem bereits verjährt. Bei den übrigen Anzeigen ging es ähnlich aus. Seit drei Jahrzehnten reihen sich nun bereits Vorwürfe an Vorwürfe. Doch M. trainiert bis heute Mädchen.

Leistungssport als Gefahrenzone: Abhängigkeit und Machtmissbrauch

Familienforscherin Professor Dr. Sabine Andresen hat lange die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs geleitet. Sie berichtet bei #ZOL vom Forschungsprojekt "Safe Sport", in dem 15 Prozent der befragten Spitzensportlerinnen und knapp 7 Prozent der Spitzensportler von schwerem sexuellem Missbrauch berichteten. Der Sport sei so stark betroffen, weil hier zum einen der Körper im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Aber auch, weil zwischen Trainer:in und Sportler:in eine meist einseitige Abhängigkeit besteht, die einen Machtmissbrauch begünstigt.

Boris Kaminski listet bei #ZOL auf, was der sexuelle Missbrauch langfristig mit ihm gemacht habe: Alpträume, Introversion, Suizidgedanken. Sein Trainer wurde nicht zur Rechenschaft gezogen, die Taten galten bei Kaminskis Anzeige knapp als verjährt. Sein Beispiel zeigt deshalb auch auf, wie wichtig es ist, sich frühzeitig Hilfe zu holen, anstatt das Geschehene mit sich selbst auszumachen. ProSieben hat für euch hilfreiche Anlaufstellen und Angebote für Betroffene, Angehörige und Fachpersonal zusammengestellt.

Tessa Ganserer: eine Transfrau im Bundestag

Alles auf Anfang unter der Kuppel: Mit dem Regierungswechsel zieht jetzt auch eine neue Abgeordneten-Generation in den Bundestag ein. Sie ist nicht nur jünger, sondern auch weiblicher als die vorherige: Der Frauenanteil ist von 20 auf 24 Prozent gewachsen. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: von 218 auf 255 Frauen. Zwei von ihnen allerdings wurden nicht als Frau geboren: Mit Tessa Ganserer und Nyke Slawik (beide Bündnis 90/Die Grünen) sitzen nun erstmals Transfrauen auf den blauen Plenarstühlen.

Die bayerische Forstwirtin Tessa Ganserer hat Großes vor für ihre Amtszeit: Sie will persönlich dafür sorgen, dass das bisherige Transsexuellen-Gesetz endlich reformiert wird. Alleine der Antrag auf Namensänderungen kommt einem seelischen Spießrutenlauf gleich. Ganserer will sich einsetzen für die Rechte von queeren Menschen und Transmenschen. "Es ist für mich eine Ehre, Politik mitzugestalten", sagt sie.

#ZOL-Battle: Wer hat das wahre Horror-Haus? 

Und dann ist da noch Halloween: Jener Abend vor Allerheiligen, an dem eigentlich die Untoten vertrieben werden sollen, der aber in erster Linie bei den Lebenden zu einem ungesund hohen Blutzucker führt. Mit den späten 1990er-Jahren ist die US-amerikanische Begeisterung für das gepflegte Gruseln nach Eintritt der Dunkelheit über den großen Teich geschwappt und stachelt nun auch hier Eigenheimbesitzer an: Wer hat das schrecklichste Halloween-Haus?

Da ist beispielsweise ein ganz normales Reihenhaus in Witten bei Dortmund: Hier wohnen Susanne und Holger Daut mit Jara und Jannis. Eigentlich eine klassisch deutsche Kleinfamilie, aber pünktlich zu Halloween mutieren die Dauts ins Gegenteil. Und verwandeln ihr Häuschen in eine Geisterbahn, in der sich das gesamte Viertel wohlig gruselt – mit Labyrinth, Knalleffekten und einem Mord als Schattenspiel.

Besser gruseln – die Jury hat entschieden

Oder sind Matthias, Renate und Marie-Sophie Lauinger aus Meppen die wahren Meister in Sachen Horror? Sie gestalten zu Halloween ihr Haus samt Garten in einen Friedhof um, fahren Nebel auf und agieren selbst als Live-Schocker. Wo war es gruseliger? #ZOL hat die drei jungen Tester:innen Ferdinand, Emilie und Paulina losgeschickt, um sich die Nackenhaare ein bisschen aufstellen zu lassen. Und die Jury urteilt: Bestmöglich gruseln lässt es sich in diesem Jahr bei Familie Daut in Witten bei Dortmund – Happy Halloween!

Am 1. November (Allerheiligen) macht "Zervakis & Opdenhövel. Live." Pause. Welche Themen Linda und Matthias in der nächsten Folge aufgreifen – das siehst du in zwei Wochen bei "Zervakis & Opdenhövel. Live.". Natürlich auf ProSieben – und auf Joyn.