Das Mädchen mit dem neuen Gesicht

Das Mädchen mit dem neuen Gesicht

Wie Deutsche Xiao Liewen ein neues Gesicht und eine Zukunft schenken.

Galileo begleitet die junge Chinesin Xiao Liewen, die bei einem Brand schwer entstellt wurde, auf dem Weg zu einem neuen Gesicht und zeigt, wie weit Deutsche gehen, um ihr zu helfen.
„Ich will mein Gesicht zurück!“ – das war jahrelang der größte Wunsch der 20-jährigen Xiao Liewen. Im Alter von 14 stürzte die junge Chinesin auf einen Heizstrahler, wurde dabei bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Mit größter Mühe konnten die Ärzte im Rui-Jin-Hospital in Shanghai ihr Leben retten. Nach einem Jahr wurde das Mädchen entlassen – ohne Nase, mit nur einem Auge, offener Kiefernhöhle und eitrigen Wunden.

„Mit Verband habe ich schon in den Spiegel geschaut“, erzählt Xiao Liewen im Interview, „aber mein Gesicht so anzusehen, das habe ich mich noch nicht getraut.“ Als Regine Eder Xiao Liewen trifft, ist sie erschüttert. Eigentlich wollte die Lehrerin der deutschen Schule in Shanghai nur Spendengelder abliefern, die ihre Klasse gesammelt hatte. Doch dann rief sie eine groß angelegte Hilfsaktion ins Leben: Xiao Liewen sollte in Deutschland ein neues Gesicht bekommen. Im Münchner Klinikum Rechts der Isar nahm Professor Edgar Biemer sich der jungen Patientin an. Er erstellte ein 3-D-Röntgenbild des erhaltenen Schädelknochens und rekonstruierte mit Hilfe eines Scanners Xiao Liewens Gesicht. Aus dem Bauchgewebe der jungen Chinesin formten der Arzt und sein Team eine neue Nase. Bis zur OP blieb sie auf Xiao Liewens Bauchdecke, um eine optimale Durchblutung zu garantieren.

Dann wurde das neue Organ ins Gesicht verpflanzt. Acht Stunden dauerte die Operation, die Prof. Biemer größtenteils am Mikroskop durchführte. Am Ende des hochkomplizierten Eingriffs hat Xiao Liewen tatsächlich wieder eine funktionstüchtige Nase, ihre Kieferhöhle ist geschlossen. Bis ihr Gesicht komplett ist, steht der jungen Frau noch einiges bevor. Ein Glasauge muss angepasst und der Mund symmetrischer werden. Dank der Ärzte des Münchner Klinikums muss sie sich vier Jahre nach dem Unfall nicht mehr länger verstecken.

Doch jetzt will sie endlich auf eigenen Füssen stehen, findet dank deutscher Hilfe einen Job in ihrer Heimat Shanghai. Doch sie verträgt ihr Kunstauge zum aufkleben nicht mehr, will weiter operiert werden und auch dabei sind ihr wieder Deutsche behilflich – Galileo zeigt wie. 

Liewens größter Wunsch sind weitere Operationen.
Sie will ihren Mund wieder schließen können, eine Augenhöhle mit einem festen Kunstauge, damit sie nicht immer so angestarrt wird.
Wenn Sie dem Mädchen Liewen helfen wollen, dann spenden Sie unter:

Interplast Germany e.V.
Stichwort: "Hilfsaktion Xiao Liewen"
Spendenkonto: 10 666 800
Postbank München BLZ: 700 100 80

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