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Nachhaltigkeit

Bambus: Was taugt die Alternative zu Holz und Plastik?

  • Aktualisiert: 09.01.2024
  • 17:00 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau

Härter als Stahl und die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt: Bambus, eine Pflanze der Superlative. Aber wie nachhaltig ist sie wirklich als Holz- und Plastikalternative? Außerdem: Bambus in der Küche - so machst du daraus Low Carb-Brot und Tee.

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Das Wichtigste zum Thema Bambus

  • Es sieht aus wie ein Wald, ist aber eine Wiese - denn Bambus ist nicht nur der größte Grashalm der Welt, sondern wächst auch mit einer Rekord-Geschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Tag.

  • Dabei blüht Bambus nur ein Mal im Leben, nach etwa 80 bis 100 Jahren.

  • Von allen Pflanzen an Land setzt Bambus die größte Menge Sauerstoff frei. Die Halme sind extrem robust und trotzen Hitze und Kälte.  

  • Seine Eigenschaften machen ihn zu einer umweltfreundlichen Alternative für Plastik. Ob als Kaffeebecher, Einweg-Besteck oder Strohhalm.

Bambus: Ein Rohstoff für eine große Produktvielfalt

Egal, ob es sich um ein Fahrrad, Parkett, Einweggeschirr und -besteck oder Dekorationsgegenstände wie Lampen handelt – es scheint so, als ob alles aus Bambus hergestellt werden kann. Neben eher trendigen Produkten wie Kaffeebechern werden insbesondere Möbel und Bodenbeläge aus Bambus immer beliebter.

Obwohl die Bambuspflanze botanisch gesehen kein Baum, sondern ein Süßgras ist, weisen die verholzten Teile der Halme so herausragende Materialeigenschaften auf, dass Bambus in seinen Ursprungsländern genauso geschätzt wird wie hierzulande das Holz der heimischen Bäume Eiche und Buche. Durch seine Dichte und Härte ist Bambus also grundsätzlich auch für langlebige Möbel oder Bodenbeläge sehr gut geeignet. 

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Bambus: Ein schnell wachsender Rohstoff

Die Bandbreite der Bambusarten reicht von wenigen Zentimetern hohen Gräsern bis zu 30 Meter hohen Wäldern. Durch die Verholzung der Halme während des Wachstums eignen sie sich auch als Alternative zu herkömmlichem Holz.

Viele Bambusarten zeichnen sich durch extrem schnelles und unkompliziertes Wachstum aus, wobei der Moso-Bambus zeitweise bis zu einem Meter pro Tag wachsen kann. Gleichzeitig bindet Bambus erhebliche Mengen CO2, ohne auf Düngemittel oder zusätzliche Bewässerung angewiesen zu sein.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass viele Bambusarten ein großflächiges Wurzelsystem besitzen, aus dem kontinuierlich neue Pflanzen sprießen. Selbst wenn ein Stamm gefällt wird, bleibt die Pflanze am Leben – im Gegensatz zu Bäumen.

Er ist Architekt, Künstler, Möbel-Bauer, Küchenhelfer und Mode-Designer.
Er ist Architekt, Künstler, Möbel-Bauer, Küchenhelfer und Mode-Designer.© Getty Images

Bambus vs heimisches Holz: Wie klimaneutral ist er?

Bambus punktet hier durch sein schnelles Wachstum, häufige Ernten und hohe CO2-Speicherkapazität: Innerhalb von zehn Jahren absorbiert er bis zu 500 Tonnen CO₂ pro Hektar aus der Luft. Zusätzlich stabilisiert Bambus das Mikroklima und leistet somit einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

Allerdings legt Bambus weite Transportwege nach Europa zurück, wodurch erhebliche Mengen schädlicher Treibhausgase verursacht werden. Inwiefern er damit dann klimafreundlicher als heimisches Holz ist, lässt sich schwer beziffern.

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Bambus: Wie fair ist der Rohstoff?

Bambus, der in Deutschland auf den Markt kommt, wird hauptsächlich aus China importiert. Mittlerweile werden auch größeren Mengen an FSC-zertifiziertem Bambus nach Deutschland exportiert. Das Siegel gehört zwar nicht zu den strengsten, es steht aber zumindest für bestimmte Umweltstandards und nachhaltige Anbau- sowie Erntemethoden.

Jedoch gibt das Siegel keine Auskunft über die Produktionsbedingungen. Da Bambus aktuell vorwiegend von kleineren Betrieben angebaut wird, kann der Bambus-Anbau noch als vergleichsweise sozialverträglich betrachtet werden.

Bambus-Produkte: Darauf solltest du achten

Egal, ob es um Geschirr, Parkett oder Möbel geht: Beim Kauf von Bambus-Produkten ist es ratsam, dass du einen genaueren Blick auf die Herkunft wirfst und Produkte mit Nachhaltigkeits-Siegeln bevorzugst. Wichtig ist auch auf möglicherweise problematischen Inhaltsstoffen wie Leimen oder Kunstharzen zu achten. Denn: Nicht alles, was als Bambus deklariert ist, besteht ausschließlich aus Bambus.

Bambus-Parkette werden beispielsweise oft mit Melaminharz verleimt, und sogar in Kaffeebechern findet sich künstlicher Klebstoff – von dem sich bei hohen Temperaturen potenziell gesundheitsschädliche Stoffe lösen können. So wurden 2019 von der Stiftung Warentest Bambusbecher getestet. Viele davon wiesen einen hohen Schadstoffanteil auf. Besonders kritisch sei es ab Temperaturen von über 70 Grad Celsius. Eine Temperatur, die bei Kaffee regelmäßig erreicht wird. Außerdem seien die Becher wegen dem hohen Bestandteil an Kunststoff auch nach Jahren nicht kompostierbar.

Unbedenklich hingegen ist reines Bambus-Geschirr. Du erkennst es an der Holzmaserung und der hell- bis dunkelbraunen Farbe. Die antibakterielle Eigenschaft von Bambus kannst du dir so zum Beispiel mit einem unbehandelten Schneidebrett oder einer Schüssel aus Bambus zu Nutzen machen. Kunststoffgeschirr mit Bambus-Bestandteilen ist hingegen oft bunt bedruckt und weist meistens eine matte Oberfläche auf. Bambus wird hier oft zusammen mit Maisstärke lediglich als Füllstoff verwendet. 

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Fahrradtrend: Babmbusbike

Bamboo-Kleidung: Bambus-Viskose versus Bambus-Leine - was ist besser?

Schon mal Kleidung aus Bambus getragen? Bambus-Viskose gilt als umweltfreundliche Naturfaser. Allerdings kommen bei der Viskose-Herstellung viele Chemikalien ins Spiel - das macht die natürlichen Eigenschaften des Bambus zunichte. Deshalb akzeptiert der Internationale Verband der Naturtextil-Wirtschaft Viskose nicht als Naturfaser.

Bambus-Leinen aus nachhaltiger Produktion hingegen werden nicht chemisch, sondern mechanisch hergestellt - und damit umweltfreundlich. Und die Bambusfasern behalten ihre natürlichen Vorteile: Sie sind antibakteriell, atmungsaktiv und hautfreundlich.

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Rezept: Brot aus Bambus-Mehl

Low Carb und ballaststoffreich: Brot aus Bambus-Mehl ist gesund und vielfältig einsetzbar.
Low Carb und ballaststoffreich: Brot aus Bambus-Mehl ist gesund und vielfältig einsetzbar.© Getty Images

Zutaten

  • 25 g Mehl aus Bambusfasern
  • 2 Eier
  • 250 g Magerquark
  • 150 g Zwiebeln
  • 1 EL Olivenöl
  • 80 g Haferkleie
  • 30 g Leinsamenmehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Salz

Zubereitung

  • Backofen auf 175 Grad (Umluft) vorheizen. Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und in der Pfanne mit dem Öl glasig abraten.
  • Magerquark, Haferkleie, Bambusfasern, Leinsamenmehl, Backpulver und Salz gut vermischen und die zwei Eier hinzufügen.
  • Angebratenen Zwiebeln dazugeben und gut umrühren.
  • Kastenförmige Backform einfetten und die Teigmasse einfüllen.
  • Brot 35 Minuten backen, gut auskühlen lassen und aus der Form stürzen.

Bambus-Tee: Das macht ihn so gesund

Bambus-Tee ähnelt dem Grüntee, enthält aber kein Koffein.
Bambus-Tee ähnelt dem Grüntee, enthält aber kein Koffein.© Getty Images

Tee: Der eine macht wach, der andere hilft beim Einschlafen oder lindert Beschwerden.

🍵 In Asien schätzten Teeliebhaber:innen bereits seit Jahrtausenden die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Bambus-Tees.

🍵 Der Tee hat nur zwei Zutaten: Junge, getrocknete Bambusblätter und heißes Wasser.

🍵 Er enthält weder Teein, noch Koffein und wird deshalb zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken.

🍵 Bambus-Tee wirkt entwässernd, regt Stoffwechsel und die Verdauung an und verbessert das Hautbild.

🍵 Die Zieh-Zeit ist kurz: Nach ein bis zwei Minuten ist der Tee fertig.

Bambussalz: Ist das angebliche Wundersalz wirklich so gut?

Die wichtigsten Fragen zum Thema Bambus und Nachhaltigkeit

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