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Greenwashing: Wie manche Unternehmen ihre Kunden täuschen

  • Veröffentlicht: 02.09.2020
  • 17:00 Uhr
  • Galileo
Article Image Media
© Getty Images

Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden für Verbraucher immer wichtiger - viele Firmen setzen also auf Bio-Produkte. Doch sind die wirklich nachhaltig? Oder wollen die Unternehmen nur noch mehr Geld verdienen?

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Das Wichtigste zum Thema Greenwashing

  • "Gesund", "bio" und immer öfter auch "nachhaltig": diese Schlüsselwörter fallen immer öfter bei Instagram und Facebook. Wenn Influencer ein Klamotten-Label mit dem Hinweis auf deren Nachhaltigkeit bewerben - steckt dahinter vielleicht Greenwashing?

  • Studien zeigen, dass inzwischen die Mehrheit der Konsumenten Wert auf nachhaltige Produkte legt, insbesondere im Textilbereich steigt das Interesse. Vor allem aber sind die Verbraucher bereit, für nachhaltige Produkte mehr auszugeben.

  • Daher versuchen immer mehr Unternehmen, sich ein ökologisches Image zu verpassen. Grundsätzlich ist es schon dann positiv, wenn Unternehmen im ersten Schritt nur einen Teil ihrer Produkte ökologisch produzieren lassen. Allerdings versuchen manche Firmen, die Verbraucher mit geschickter Kommunikation von etwas zu überzeugen, das sie eigentlich nicht sind.

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Wie funktioniert Greenwashing?

  • Ein Unternehmen versucht sich in der Öffentlichkeit über einzelne Aktionen mit einer hohen Aufmerksamkeit ein umweltbewussteres Image zu geben - ohne aber die gesamte Produktion nachhaltiger zu gestalten. Das ist Greenwashing.

  • Besonders beliebt ist die Strategie, einzelne, scheinbar besonders ökologische Eigenschaften eines Produkts hervorzuheben. Beispielsweise eine Packung Walnüsse mit dem Zusatz "vegan" zu bewerben. Das sagt nichts aus über einen nachhaltigen Anbau der Walnüsse - vegan sind Nüsse von Natur aus.

  • Auch mit Bildern auf der Verpackung versuchen Unternehmen die Kunden zu beeinflussen. Selbst wenn auf dem eingeschweißten Schweinefilet Tiere auf grünen Wiesen abgebildet sind: Das Tier in der Kühltheke hat nicht automatisch auch Auslauf gehabt.

  • Manche Unternehmen versuchen auch, mit Aktionen ihren Namen mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Verbindung zu bringen. Beispiele hierfür sind Mineralöl- und Energiekonzerne.

  • Greenwashing bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Eine wirkliche Kundentäuschung dem Gesetz nach liegt allerdings erst vor, wenn ein Unternehmen mit Aussagen wirbt, die nicht der Wahrheit entsprechen.

In diesen Branchen wird vermehrt Greenwashing betrieben

🍓 In der Lebensmittelindustrie wird der Zusatz "Regional" oft genutzt. Dabei ist der Begriff nicht klar definiert und garantiert nicht, dass die Produkte in einem Umkreis von 10 Kilometern produziert wurden. Ebenso verhält es sich mit den Werbewörtern "bio" und "gesund".

👕 Kleidung wie T-Shirts wird oft mit dem Hinweis "Aus Bio-Baumwolle" beworben. Allerdings sagt das noch nichts darüber aus, ob die Bio-Baumwolle auch unter menschenwürdigen Bedingungen verarbeitet wurde. Modekonzerne und Bekleidungsunternehmen zeigten sich in der Vergangenheit oft wenig transparent oder warben mit nachhaltigen Maßnahmen, die aber noch nicht umgesetzt waren.

💋 Bei Kosmetika und Drogerie-Produkten wie Shampoos oder Duschgels versuchen Unternehmen, eine besonders natürliche oder biologische Wirkung hervorzuheben. Umweltschonend sind diese Produkte aber nicht gleich.

🚙 Auch in vielen anderen Branchen versuchen Unternehmen, sich ein besonders umweltfreundliches Image zu geben. Autohersteller preisen den vermeintlich niedrigen Kraftstoff-Verbrauch an, Elektronikkonzerne wollen über Trade-In oder Recycling-Programme Umweltbewusstsein demonstrieren. Beides kann ehrlich gemeint sein, aber auch nur als Feigenblatt dienen.

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Wie erkenne ich Greenwashing?

✔️ Recherche deckt Greenwashing auf. Wenn Unternehmen mit dem Begriff "umweltfreundlich" werben, sieh dir die Firmen-Webseite an. Wirklich nachhaltig eingestellte Unternehmen geben hier oft konkret an, wie die umweltfreundliche Produktion im Detail aussieht und welche nachhaltigen Ziele sie sich setzen. Daran lässt sich erkennen, ob Firmen ihre gesamte Produktion nachhaltig gestalten oder nur einzelne "Leuchtturm-Produkte".

✔️ Wichtig ist nicht nur, was verarbeitet wird, sondern wie und von wem Produkte hergestellt werden. Fashion Revolution bietet mit dem "Transparency Index" die Möglichkeit, etwas über die Lieferketten und Produktionslinien großer Marken zu erfahren.

✔️ Auch hilfreich: Werbebotschaften kritisch zu hinterfragen. Natürliche Zutaten beispielsweise können auch unter umweltschädlichen Bedingungen weiterverarbeitet werden.

✔️ Einen guten Überblick geben Zertifikate und Siegel. Hier haben verschiedene Organisationen die Recherche übernommen und kategorisieren Unternehmen und Marken nach diversen Kriterien. Die Zertifikate setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Von Nachhaltigkeit und ökologischer Produktion über natürliche Produkte bis hin zu den Produktionsbedingungen und die soziale Lage der Arbeiterinnen und Arbeiter.

Diese Textil-Siegel stehen für ökologische Standards

Der Grüne Knopf ist ein staatliches Textilsiegel. Es umfasst 26 soziale und ökologische Produkt- und 20 Unternehmenskriterien.
Der Grüne Knopf ist ein staatliches Textilsiegel. Es umfasst 26 soziale und ökologische Produkt- und 20 Unternehmenskriterien.© Grüner Knopf
Das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) garantiert, dass die Baumwolle aus mindestens 70 Prozent Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft besteht. Neben den ökologischen werden auch soziale Standards entlang der textilen Lieferkette eingehalten.
Das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) garantiert, dass die Baumwolle aus mindestens 70 Prozent Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft besteht. Neben den ökologischen werden auch soziale Standards entlang der textilen Lieferkette eingehalten.© GOTS-Siegel
Cotton made in Africa unterstützt Kleinbauern in Afrika und ist einer der weltweit führenden Standards für nachhaltig produzierte Baumwolle. Kinderarbeit, der Einsatz von Pestiziden und genveränderter Baumwolle soll verhindert werden.
Cotton made in Africa unterstützt Kleinbauern in Afrika und ist einer der weltweit führenden Standards für nachhaltig produzierte Baumwolle. Kinderarbeit, der Einsatz von Pestiziden und genveränderter Baumwolle soll verhindert werden.© Cotton made in Africa
Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft vergibt das Siegel Naturtextil IVN zertifiziert BEST. So sind die Textilien aus 100 Prozent zertifiziert ökologischen Naturfasern, zudem gibt es Mindestlöhne und ein Verbot von Kinderarbeit.
Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft vergibt das Siegel Naturtextil IVN zertifiziert BEST. So sind die Textilien aus 100 Prozent zertifiziert ökologischen Naturfasern, zudem gibt es Mindestlöhne und ein Verbot von Kinderarbeit.© Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft
Die Fair Wear Foundation wird von 140 Marken getragen und setzt sich für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Textil-Produktionsländern ein.
Die Fair Wear Foundation wird von 140 Marken getragen und setzt sich für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Textil-Produktionsländern ein.© Fair Wear Foundation
Das Fairtrade-Siegel steht für Fairen Handel von Baumwolle. Zentral ist ein Mindestpreis für die Baumwolle, um eine nachhaltige Produktion sicherzustellen.
Das Fairtrade-Siegel steht für Fairen Handel von Baumwolle. Zentral ist ein Mindestpreis für die Baumwolle, um eine nachhaltige Produktion sicherzustellen.© Fairtrade
Der Grüne Knopf ist ein staatliches Textilsiegel. Es umfasst 26 soziale und ökologische Produkt- und 20 Unternehmenskriterien.
Das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) garantiert, dass die Baumwolle aus mindestens 70 Prozent Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft besteht. Neben den ökologischen werden auch soziale Standards entlang der textilen Lieferkette eingehalten.
Cotton made in Africa unterstützt Kleinbauern in Afrika und ist einer der weltweit führenden Standards für nachhaltig produzierte Baumwolle. Kinderarbeit, der Einsatz von Pestiziden und genveränderter Baumwolle soll verhindert werden.
Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft vergibt das Siegel Naturtextil IVN zertifiziert BEST. So sind die Textilien aus 100 Prozent zertifiziert ökologischen Naturfasern, zudem gibt es Mindestlöhne und ein Verbot von Kinderarbeit.
Die Fair Wear Foundation wird von 140 Marken getragen und setzt sich für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Textil-Produktionsländern ein.
Das Fairtrade-Siegel steht für Fairen Handel von Baumwolle. Zentral ist ein Mindestpreis für die Baumwolle, um eine nachhaltige Produktion sicherzustellen.
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Galileo vom 2019-08-14

Neues Gütesiegel: Grüner Knopf zeigt, welche Kleidung nachhaltig produziert wurde

Welche Kleidungsstücke wir ohne schlechtes Gewissen kaufen können, sagt uns bald der grüne Knopf. Dieser garantiert, dass das entsprechende Kleidungsstück unter sozialen und ökologisch nachhaltigen Bedingungen produziert wurde.

  • Video
  • 01:09 Min
  • Ab 12

Und wie war das noch gleich mit den Bio-Siegeln bei Lebensmitteln?

Was dir die Siegel verraten erfährst du hier!

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