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Mars-Beben: Warum der rote Planet doch noch wackelt

  • Veröffentlicht: 27.10.2023
  • 13:45 Uhr
  • Peter Schneider

Der Mars wird regelmäßig von Beben erschüttert. Ursache sind womöglich riesige Gebiete unter der Oberfläche, in denen noch heiße Lava brodelt. Für Wissenschaftler:innen eine Überraschung: Eigentlich galt der Mars geologisch als tot. Im Clip: Wie könnte Leben auf dem Mars aussehen?

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Das Wichtigste zum Thema Mars-Beben

  • Die NASA-Sonde "InSight" zeichnete seit 2018 Beben auf dem Mars auf. Die Beben sind stärker als beispielsweise die Erschütterungen in der Schwäbischen Alb und würden hier bereits Häuser zerstören.

  • Erdbeben ereignen sich vor allem an den beweglichen Rändern großer Platten der Erdkruste. Solche aktiven Platten gibt es aber auf dem Mars nicht.

  • Zwei Wissenschaftler:innen der Universität in Arizona schreiben in einer Studie, dass die Beben aus einer riesigen Blase aus geschmolzene Gestein weit unterhalb der Mars-Oberfläche stammen - sogenannten "Mantel-Plumes".

  • Die Plums sind so heiß, dass es womöglich in den angrenzenden Bereichen flüssiges Wasser geben könnte, so die Forschenden. Das könnte eine heiße Spur in Sachen Leben auf dem Mars sein: Zumindest auf der Erde gedeihen unter solchen Bedingungen Bakterien.

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InSight-Sonde der NASA untersuchte die Mars-Beben

Seit 2018 zeichnete die NASA-Landesonde "InSight" Beben auf dem Mars auf - das stärkste am 5. Mai 2022 mit einer Magnitude von 4,7. Im Dezember 2022 wurde die Mission für beendet erklärt, weil die Sonde nicht mehr genug Strom erzeugen konnte. Die Solarzellen waren mit Mars-Staub bedeckt.

InSight ist die Abkürzung für: Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport. Auf Deutsch: Erforschung des Mars-Inneren durch seismische Untersuchungen, Geodäsie und Wärmetransport.

Der Raumsonde "InSight" machte der Mars-Staub zu schaffen. Die Solarpanelen waren derart damit zugedeckt (im unteren Bildteil zu sehen), dass der Roboter kaum noch Energie erzeugen konnte. Die NASA hat "InSight" daher im Dezember 2022 in den Schlafmodus versetzt.
Der Raumsonde "InSight" machte der Mars-Staub zu schaffen. Die Solarpanelen waren derart damit zugedeckt (im unteren Bildteil zu sehen), dass der Roboter kaum noch Energie erzeugen konnte. Die NASA hat "InSight" daher im Dezember 2022 in den Schlafmodus versetzt.© NASA

Das Zentrum der marsianischen Beben

Zentrum der Beben ist das Grabengebiet Cerberus Fossae, etwa 1.700 Kilometer von dem Landeplatz der "Insights"-Sonde entfernt. Die riesige Blase aus geschmolzenem Gestein darunter erklärt, warum in der Region vor nur 53.000 Jahren noch Vulkane ausbrachen - geologisch gesehen quasi gestern.
Zentrum der Beben ist das Grabengebiet Cerberus Fossae, etwa 1.700 Kilometer von dem Landeplatz der "Insights"-Sonde entfernt. Die riesige Blase aus geschmolzenem Gestein darunter erklärt, warum in der Region vor nur 53.000 Jahren noch Vulkane ausbrachen - geologisch gesehen quasi gestern.© ESA / DLR / FU Berlin / CC_BY-SA_3_IGO
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Mars: Tonaufnahmen der Sonde InSight

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Mars: Sonde InSight liefert neue Erkenntnisse

🕺 "InSight" hat seit seiner Landung in der 4.000 Kilometer großen Elysium-Ebene mehr als 1.300 Erschütterungen aufgezeichnet. Eine dauerte sogar mehr als eine Stunde.

🦥 Dabei dürfte es dort theoretisch gar keine so starken Beben geben. Der Mars gilt unter Wissenschaftler:innen als weitgehend unbewegter, erstarrter Planet, weil sich dort keine Plattengrenzen wie auf der Erde aneinander reiben.

📊 US-Wissenschaftler:innen analysierten daher noch mal Daten, die vergangene Mars-Missionen von der Region gesammelt hatten.

♨️ Ihr Ergebnis: "Insight" steht quasi auf dem Kopf eines aktiven Plumes von Tausenden Kilometer Durchmesser! Lustig: Die NASA dachte immer, der Landeplatz der Sonde sei geologisch langweilig.

🌋 Mantel-Plumes gibt es auch auf der Erde. Sie bestehen aus aufgeschmolzenem Gestein, das aus dem tiefen Inneren in Richtung Oberfläche steigt. An solche "Hot Spots" hebt sich die Erde, es tritt häufig Lava aus - und die Erde bebt.

🔑 Treffer! Genau diese Mischung geologischer Phänomene fanden die Forscher:innen in der Mars-Region Elysium Plantia.

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So lagert Magma unter der Mars-Oberfläche

Heißes Magma steigt im Inneren des Planeten an die Oberfläche.
Heißes Magma steigt im Inneren des Planeten an die Oberfläche. © Galileo

Mantel-Plumes: Vulkanische Schneidbrenner

Mantel-Plumes und die darüberliegenden Hotspots bleiben auf der Erde viele Millionen Jahre an derselben Stelle. Wandert eine Erdplatte darüber, schweißt der Hotspot die Erdkruste wie ein Schneidbrenner auf und bildet Inselketten wie Hawaii und möglicherweise auch die kanarischen Inseln. Hier erfährst du mehr über Vulkanausbrüche auf den kanarischen Inseln und die gefährlichsten Vulkane der Welt.

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Die Supervulkane vom Mars

Auf dem Mars gibt es die größten Vulkane des Sonnensystems (hier der Olympus Mons im Größenvergleich mit irdischen Bergen). Doch die meisten sind schon lange erloschen, da es Milliarden Jahre her ist, dass der Planet tektonisch und vulkanisch aktiv war. Daher waren Wissenschaftler:innen von den vielen Beben in der Umgebug von "Insight" überrascht.
Auf dem Mars gibt es die größten Vulkane des Sonnensystems (hier der Olympus Mons im Größenvergleich mit irdischen Bergen). Doch die meisten sind schon lange erloschen, da es Milliarden Jahre her ist, dass der Planet tektonisch und vulkanisch aktiv war. Daher waren Wissenschaftler:innen von den vielen Beben in der Umgebug von "Insight" überrascht.© NASA

Die wichtigsten Fragen zum Thema Mars-Beben

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