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Tierfarben

Schwarz gefärbte Tiere: Was es mit Melanismus auf sich hat

  • Veröffentlicht: 24.05.2024
  • 05:00 Uhr
  • Alena Brandt
Schwarz ist das neue Pink! Der dunkle Flamingo ist mit seinem Melanismus eine tierische Seltenheit. Er wurde 2015 auf Zypern gesichtet.
Schwarz ist das neue Pink! Der dunkle Flamingo ist mit seinem Melanismus eine tierische Seltenheit. Er wurde 2015 auf Zypern gesichtet.© picture alliance / dpa | Stringer

Schwarze Flamingos, Kreuzottern und Panther: Manche Tiere sehen aufgrund von Melanismus anders auch als ihre Artgenossen. Was hinter dem Farbspiel steckt und bei welchen Tieren sich die dunkle Farbe zeigt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Manche Tiere haben anders als ihre Artgenossen eine dunkle Farbe. Panther sind Leoparden mit schwarzem Fell. Die Schwärzlinge sind ein Beispiel für Melanismus.

  • Melanismus bezeichnet eine Dunkel- oder Schwarzfärbung von Fell, Federn, Schuppen oder Haut. 

  • Melanismus erscheint als Gegenteil von Albinismus, wo Tiere weiß gefärbt sind. Die Gründe für die seltenen Färbungen sind aber teils unterschiedlich.

Inhalt

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Was ist Melanismus?

Melanismus ist Phänomen, das in der Natur bei verschiedenen Tieren vorkommt. Es bezeichnet eine dunkle Pigmentierung der Haare, Haut oder Federn. Der Begriff leitet sich von Melanin ab: Eine Form davon ist Eumelanin. Das Pigment färbt Haut und Haare braun bis schwarz. Es ruft auch dunkle Flecken auf reifen Bananen hervor. Im Altgriechischen steht "Melas" für "schwarz".

Eine ungewöhnliche Schwarzfärbung kommt bei verschiedenen Tierarten vor: Es gibt etwa schwarze Füchse, schwarze Kreuzottern - und auf Zypern sorgte 2015 ein schwarzer Flamingo für Aufsehen. Auch bei Unterwassertieren zeigt sich Melanismus, allerdings deutlich seltener als bei Landtieren. Manche Rochen haben etwa schwarze Flecken am Bauch.

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Bekanntest Beispiel für Melanismus: der Panther

Wetten, du kennst auch ein Beispiel für Melanismus? Der Panther ist so ein besonderes Exemplar. Die Großkatze ist ein schwarzer Jaguar oder ein schwarzer Leopard. Panther sind also keine eigene Art - sondern zeichnen sich durch ihren Melanismus aus. Sie sind dunkler gefärbt als ihre Artgenossen - die Flecken schimmer noch durchs Fell..

Bei diesem Panther schimmern im Sonnenlicht die Flecken durch das schwarze Fell. Das Exemplar ist ein schwarzer Leopard
Bei diesem Panther schimmern im Sonnenlicht die Flecken durch das schwarze Fell. Das Exemplar ist ein schwarzer Leopard© picture alliance / imageBROKER | Jurgen & Christine Sohns/FLPA
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Von Tarnung bis Temperatur: Diese Vorteile haben Schwärzlinge

Dunkle Haut, Haare oder Federn - Schwarzfärbung hat für manche Tiere evolutionäre Vorteile. So clever passen sie sich der Umwelt an:

🐭 Melanismus dient der Tarnung. Die Felsentaschen-Maus ist eigentlich sandfarben - so wie ihre Umgebung. Es gibt aber auch Populationen der Nagetiere, die auf dunklen Lavafelsen leben. In dieser Umgebung verschwimmen mutierte Mäuse mit dunklem Fell mit ihrer Umgebung und Fressfeinde übersehen sie eher. Dunkle Mäuse haben also höhere Überlebenschancen und vermehren sich stärker.

🦐 Schwarzfärbung zeigt sich bei Garnelen als Abwehrstrategie. Das Immunsystem schützt sich mit Melanin, wenn die Krustentiere mit Stress und Krankheits-Erregern konfrontiert sind oder sich verletzen. Dann färbt sich ihre Haut schwarz. Das passiert auch nach dem Tod der Tiere - zum Leidwesen von Händler:innen, die Shrimps als Delikatesse verkaufen. Die toten Tiere bekommen Verfärbungen. Das ist unschädlich, aber auch unappetitlich. Deshalb fügen Produzenten und Produzentinnen Lebensmittel-Zusatzstoffe hinzu. Diese verhindern die Schwarzfärbung der Garnelen.

🦋 Insekten produzieren Melanin und weheren sich damit gegen Bakterien und Parasiten. Der Farbstoff ist Teil ihrer Immunabwehr. Die dunkle Variante der Großen Wachsmotte ist resistent gegen bestimmte Pilze - was auf die hellen Artgenossen nicht zutrifft.

🐍 Schlangen dient die Schwarzfärbung als Temperaturregler. In kühleren Lebensräumen hat schwarze Haut einen Vorteil:  sie erwärmt sich schneller. Die Schlange wird also auch schneller aktiv und hat mehr Zeit zum Jagen. Daher kommt etwa die Kreuzotter als schwarze Variante in alpinen Regionen vor. Sie heißt auch Höllenotter.

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Bildergalerie: Tiere mit Melanismus

So schön sind Tiere mit Melanismus

Diese schwarze Kreuzotter kommt eher in alpinen Gebieten vor. Die schwarze Haut hat in kühlen Regionen Vorteile - sie erwärmt sich schneller.
Diese schwarze Kreuzotter kommt eher in alpinen Gebieten vor. Die schwarze Haut hat in kühlen Regionen Vorteile - sie erwärmt sich schneller.© IMAGO/blickwinkel
Die Kreuzotter hat ein dunkles Zick-Zack-Muster auf dem Rücken und ist giftig.
Die Kreuzotter hat ein dunkles Zick-Zack-Muster auf dem Rücken und ist giftig.© IMAGO/imagebroker
Schau mir in die Augen! Diese schwarze Schönheit ist ein Panther - also ein melanistischer Jaguar.
Schau mir in die Augen! Diese schwarze Schönheit ist ein Panther - also ein melanistischer Jaguar.© IMAGO/ blickwinkel
Ein typischer Jaguar mit goldenem Fell und schwarzen Flecken: Das Muster dient der Raubkatze zur Tarnung.
Ein typischer Jaguar mit goldenem Fell und schwarzen Flecken: Das Muster dient der Raubkatze zur Tarnung.© IMAGO/imagebroker
Melanismus gibt es auch bei Vögeln: Dieses Exemplar ist ein Gabar-Habicht.
Melanismus gibt es auch bei Vögeln: Dieses Exemplar ist ein Gabar-Habicht.© IMAGO/blickwinkel
So sieht der Gabar-Habicht in seiner typischen Federfarbe aus. Der Greifvogel lebt in Afrika.
So sieht der Gabar-Habicht in seiner typischen Federfarbe aus. Der Greifvogel lebt in Afrika.© IMAGO/blickwinkel
Hallo du außergewöhnlicher Robben-Welpe! Diese schwarze Robbe wurde in einem Schutzgebiet in den Niederlanden angespült.
Hallo du außergewöhnlicher Robben-Welpe! Diese schwarze Robbe wurde in einem Schutzgebiet in den Niederlanden angespült.© picture alliance / ANP | ROBIN VAN LONKHUIJSEN
Ein grauer Seehund: Diese typische Farbe verschwimmt mit dem Sand.
Ein grauer Seehund: Diese typische Farbe verschwimmt mit dem Sand.© picture alliance / Westend61 | Westend61 / Fotofeeling
Ich seh' schwarz! Der Silberfuchs ist die melanistische Farbvariante des Rotfuchses.
Ich seh' schwarz! Der Silberfuchs ist die melanistische Farbvariante des Rotfuchses.© IMAGO/ZUMA Wire
Wo ist er denn? Der Rotfuchs ist im Sumpfgebiet perfekt getarnt.
Wo ist er denn? Der Rotfuchs ist im Sumpfgebiet perfekt getarnt.© IMAGO/R. Kistowski/wunderbare-Erde
Diese schwarze Kreuzotter kommt eher in alpinen Gebieten vor. Die schwarze Haut hat in kühlen Regionen Vorteile - sie erwärmt sich schneller.
Die Kreuzotter hat ein dunkles Zick-Zack-Muster auf dem Rücken und ist giftig.
Schau mir in die Augen! Diese schwarze Schönheit ist ein Panther - also ein melanistischer Jaguar.
Ein typischer Jaguar mit goldenem Fell und schwarzen Flecken: Das Muster dient der Raubkatze zur Tarnung.
Melanismus gibt es auch bei Vögeln: Dieses Exemplar ist ein Gabar-Habicht.
So sieht der Gabar-Habicht in seiner typischen Federfarbe aus. Der Greifvogel lebt in Afrika.
Hallo du außergewöhnlicher Robben-Welpe! Diese schwarze Robbe wurde in einem Schutzgebiet in den Niederlanden angespült.
Ein grauer Seehund: Diese typische Farbe verschwimmt mit dem Sand.
Ich seh' schwarz! Der Silberfuchs ist die melanistische Farbvariante des Rotfuchses.
Wo ist er denn? Der Rotfuchs ist im Sumpfgebiet perfekt getarnt.

Schwarze Löwen und Tiger: Nur ein Mythos?

Seit Jahren tauchen in den sozialen Medien Bilder von schwarzen Löwen auf. Dabei steht, dass die Tiere sehr selten seien. Zugegeben, die Raubkatzen mit ihrer Mähne sehen ganz in Schwarz imposant aus. Allerdings: Schwarze Löwen gibt es nicht in der Natur. Die Bilder sind also ein Fake!

Kein Mythos! Es gibt aber tatsächlich pseudo-melanistische Tiger - und zwar bei einer einzigen Population in Indien, im Bundesstaat Odissa. Die schwarzen Tiger sind nicht vollständig schwarz. Es gibt schätzungsweise nur wenige Exemplare. Die Ursache für das schwarze Fell ist eine Genmutation laut einer Studie. Auf Instagram gibt es ein seltenes Bild von einem schwarzen Tiger, was einem Hobby-Fotografen gelang:

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Schwarze Rehe? Gibt es bei uns in Deutschland

Dieses Foto von einem dunklen Rehbock gelang dem Wildtier-Fotografen Jan Piecha. Melanismus bei Rehwild ist äußerst selten. In Deutschland gibt es einige pechschwarze Tiere. Vor allem im Nordwesten - aber auch im Taunusgebirge gab es Sichtungen.

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Gene und Umwelt: Ursachen für die Schwarzfärbung

  • Genetik: Die dunkle Pigmentierung entsteht oft über eine Gen-Mutation des Gen-Loci. Die Schwarzfärbung ist vererbbar.
  • Sonneneinstrahlung: UV-Strahlen beeinflussen die Pigmentierung der Haut. Diese wird dunkler.
  • Weitere Umwelteinflüsse: Hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen kurbeln teils die Bildung von Melanin an.

Melanismus erscheint als das Gegenteil von Albinismus. Albinos fehlen Farbpigmente, sie haben helle Haut, Federn, Augen oder Haare. Die Ursachen sind aber teils unterschiedlich. Albinos zeichnen sich durch eine angeborene Stoffwechselstörung aus. Aufgrund eines Gendefektes produziert der Körper keine Farbpigmente.

Sensationelle Bilder vom seltenen Kreuzfuchs

Ein seltener Anblick mit der Kamera eingefangen: Der Hobby-Fotograf Sam Gaby entdeckte schwarz-orange Füchse im kanadischen Neufundland. Er verbrachte mehrere Wochen mit den Tieren, gewann ihr Vertrauen - und sensationelle Bilder. Die Kreuzfüchse sind teils melanistisch und eine Variante des Rotfuchses. Sie heißen Kreuzfuchs, da sich das schwarze Fell wie ein Kreuz über den Körper zieht. Die Tiere sind selten. Aufgrund ihrer Fellfarbe waren sie begehrt für den Pelzhandel und weitgehend getötet.

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Mehr als nur Farbe: Schwarze Eulen zeigen anderes Verhalten

🦉 Die braune Zwergohreule verhält sich anders als ihre melanistische Variante. Ein spanisches Forscher-Team fand heraus: Melanismus beeinflusst das Verhalten der Vögel und wie sie soziale Informationen nutzen.

🦉 Bei Alarmrufen kehrten die dunklen Eulen früher zum Nest zurück als ihre hellen Verwandten. Außerdem fütterten sie dem Nachwuchs kleinere Portionen.

 🦉Im Fachmagazin "Nature" ist dazu eine Studie veröffentlicht.

Die wichtigsten Fragen zu Melanismus

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