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Insekten

Rote Feuerameisen in Europa: So gefährlich sind sie wirklich

  • Aktualisiert: 26.01.2024
  • 05:00 Uhr
  • Svea Abraham
Die Rote Feuerameise auf einem Stamm
Die Rote Feuerameise auf einem Stamm© picture alliance / Shotshop

Die Rote Feuerameise kommt jetzt auch in Europa vor. Das ist aber nicht nur für die Felder der Bauern schlecht. Doch was macht die Ameise auch für den Menschen gefährlich? Die Antworten darauf findest du hier.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rote Feuerameise stammt ursprünglich aus Südamerika und war dort lange Zeit heimisch.

  • 2023 wurde sie erstmals in Europa entdeckt - und zwar auf Sizilien in Italien.

  • Die Insekten-Art ist sehr aggressiv - nicht nur anderen Ameisen, sondern Menschen gegenüber.

  • Ihr Biss kann bei Menschen eine allergische Reaktion hervorrufen.

Alles für die Rote Feuerameise

Fakten zur Roten Feuerameise
Fakten zur Roten Feuerameise© Galileo

Wissenschaftlicher Name: Solenopsis invicta

Ordnung: Hautflügler

Familie: Ameisen

Gattung: Feuerameisen

Lebensraum: Südamerika, südliche USA, Mexiko, Australien, China, Taiwan, Sizilien

Größe: Arbeiterinnen zwischen 1,5 bis 5 mm, Königin bis zu 9 mm groß

Farbe: kupferfarben bis rötlich

Lebenserwartung: Arbeiterinnen etwa drei Monate, Königinnen ungefähr ein Jahr

Nahrung: beinahe alle anderen Insekten

Verhalten: aggressives Verhalten, vor allem auch gegen den Menschen

Aktueller Bestand: verbreitet sich schnell

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Rote Feuerameise: So kam das Insekt nach Europa

Ursprünglich aus Südamerika stammend, haben sich Rote Feuerameisen seit den 30er-Jahren in den USA ausgebreitet. Durch Handel und Tourismus haben sie sich auch in viele andere Länder wie Japan, China, Australien und Neuseeland verbreitet. Nun wurde erstmals der Nachweis von Roten Feuerameisen auch in Europa erbracht.

Nahe der sizilianischen Stadt Syrakus haben Wissenschaftler:innen im Sommer 2023 ganze 88 Nester der Roten Feuerameise gezählt, nachdem Anwohner immer wieder von Beißattacken berichtet hatten.

Laut einer Studie wurden vereinzelte Rote Feuerameisen zuvor bereits auf importierten Produkten in Ländern wie Spanien, Finnland und den Niederlanden entdeckt. Bisherigen Erkenntnissen zufolge gab es jedoch noch nie eine Population dieser Ameisenart in freier Natur auf dem europäischen Kontinent. Das hat sich nun geändert.

So ist die Lebensweise der Roten Feuerameisen

Rote Feuerameisen leben in Kolonien in unterirdischen Höhlensystemen. Die Kommunikation untereinander verläuft vornehmlich über Geruchsstoffe. Diese werden als Pheromone bezeichnet. Sie verständigen sich außerdem über Klopfgeräusche, übertragen durch ihre Beine oder haptische Kommunikation. Diese Arten des Austauschs können jedoch nur Artgenossen in wenigen Zentimetern Entfernung wahrnehmen. 

Rote Feuerameisen können außerdem Überschwemmungen überleben. Hierzu ketten sich weibliche Einzeltiere und Larven mit ihren Körper zu großflächigen Floßen aneinander. Einzelameisen ertrinken. 

Viele Rote Waldameisen sammeln sich zur Sonnung vor ihrem Nest, um Wärme zu tanken
Viele Rote Waldameisen sammeln sich zur Sonnung vor ihrem Nest, um Wärme zu tanken© picture alliance / imageBROKER
Die Gelbe Wiesenameise ist in Europa heimisch
Die Gelbe Wiesenameise ist in Europa heimisch© picture alliance / blickwinkel/R. Sturm
Die Rote Feuerameise stammt eigentlich aus Südamerika – hat nun aber auch ihren Weg nach Europa gefunden
Die Rote Feuerameise stammt eigentlich aus Südamerika – hat nun aber auch ihren Weg nach Europa gefunden© picture alliance / Shotshop
Viele Rote Waldameisen sammeln sich zur Sonnung vor ihrem Nest, um Wärme zu tanken
Die Gelbe Wiesenameise ist in Europa heimisch
Die Rote Feuerameise stammt eigentlich aus Südamerika – hat nun aber auch ihren Weg nach Europa gefunden
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Die Rote Feuerameise in Europa: Verbreitung und Probleme

Ihr aggressives Verhalten – vor allem anderen Arten gegenüber – verhilft den Roten Feuerameisen zu einer raschen Verbreitung. Und auch ihre Lebensweise trägt zu ihrer Ausbreitung bei: Da sie sich von fast allen anderen Insekten ernähren, haben sie nur wenig natürliche Feinde.

Das Problem an den kleinen Tierchen: Die invasive Art gefährdet nicht nur andere Lebewesen durch ihr gesundheitsschädigendes Gift, sondern auch viele Ernten auf den Feldern. Vor allem Obstplantagen sind von den Roten Feuerameisen betroffen. 

Die Superkräfte der Ameisen

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Angriff und Wirkung auf den Menschen

Die kleinen Ameisen sind nicht nur gefährlich für andere Insekten oder Ameisenarten, sondern können durch ihren Biss auch beim Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Feuerameisen beginnen damit, ihre Opfer zu beißen und geben anschließend ein Sekret in die Wunde ab.

In betroffenen Gebieten der USA werden ganze 13 Prozent der Bevölkerung Opfer von Ameisenangriffen. Das Gift kann brennende Hautreaktionen hervorrufen, an der betroffenen Stelle bilden sich rote Pusteln, Allergiker:innen zeigen häufig Schockreaktionen.

Wird eine Kolonie der Roten Feuerameisen gestört, wehren sich ganze Hundertschaften gegen den potenziellen Angreifer. Hierbei kommt es zu schweren Verbrennungen und lebensgefährlichen Schockreaktionen.

Wer von Roten Feuerameisen gebissen wird, sollte auf die Stelle Eiswürfel oder Kühlpack legen. Das lindert den Schmerz schnell. Um allergische Reaktionen abzuschwächen oder zu verhindern, können Antihistaminika verabreicht werden.

Mögliche Reaktionen:

🐜 brennende Hautreaktionen 

🐜 rote, juckende Pusteln 

🐜 Schwellungen 

🐜 Anaphylaktischer Schock: Schwindel, Brustschmerz, Übelkeit, starkes Schwitzen und niedriger Blutdruck

Häufige Fragen zu Roten Ameisen

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