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Uranus: Darum ist der Eisriese ein ganz besonderer Planet

  • Veröffentlicht: 01.03.2023
  • 17:45 Uhr
  • Peter Schneider

Uranus ist der einsamste aller Planeten im Sonnensystem. Doch der Eisriese könnte endlich wieder Besuch von einer Raumsonde bekommen - und uns dabei seine Geheimnisse verraten. Im Clip: Wie ein Urlaub auf dem Mars aussehen würde.

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Das Wichtigste zum Thema Uranus

  • Der Eisriese Uranus ist einer der größten, aber gleichzeitig unbekanntesten Planeten des Sonnensystems.

  • Seltener Besuch: Uranus ist vielleicht der einsamste aller acht Planeten. Nur die Raumsonde Voyager 2 flog einmal an ihm vorbei - und das ist schon 36 Jahre her.

  • Pech für Uranus: die menschliche Oberflächlichkeit. Der blässliche Uranus bekommt viel weniger Aufmerksamkeit als der blau leuchtende Neptun. Dabei ist der noch mal gut 1,5 Milliarden Kilometer weiter entfernt als Uranus - und noch schwerer zu erkennen.

  • Der vorletzte Planet im Sonnensystem könnte aber bald ins Zentrum des Interesses rücken. Wissenschaftler haben der NASA den Uranus als Ziel einer unbemannten Flaggschiffmission empfohlen. Ziel: Herauszufinden, wie sich Uranus und sein Nachbar Neptun aus dem solaren Nebel gebildet haben.

  • Astronaut:innen werden auf Uranus aber nie landen. Er besteht wie Jupiter und Saturn hauptsächlich aus Gas und hat daher keine feste Oberfläche (hier liest du, was passiert, wenn du auf einen Gasplaneten fällst).

  • Astrophysiker:innen sind vor allem deswegen neugierig auf Uranus, weil sie von ihm lernen wollen, wie Exoplaneten aussehen könnten, also Planeten in fremden Sternensystemen.

Eckdaten zum Planeten Uranus im Steckbrief
Eckdaten zum Planeten Uranus im Steckbrief© Galileo
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Die 10 wichtigsten Facts zu Uranus

1️ Masse: 14 Erdmassen. Damit nimmt er nach Jupiter, Saturn und Neptun im Sonnensystem den vierten Platz ein.

2️ Umlaufzeit: Uranus benötigt 84 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden.

3️ Dauer eines Uranustags: 17 Stunden 14 Minuten und 24 Sekunden.

4️ Entdeckt: Am 13. März 1781 vom Astronomen Wilhelm Herschel - und völlig unerwartet. Kein Mensch hatte gedacht, dass es einen weiteren Planeten geben könnte.

5️ Besteht aus: Wasserstoff (etwa 82 Prozent) Helium. (15) und Methan (2).

7️ Temperatur: An der Oberflächen ist Uranus etwa minus 224 Grad Celsius kalt, in seinem Inneren herrschen nach Ansicht von Wissenschaftler:innen bis zu 5000 Grad Celsius.

6️ Dichte: Weil er hauptsächlich aus Gas besteht, ist Uranus mit 1270 Kilogramm pro Kubikmeter viel weniger dicht als die Erde (5514).

8️ Monde: 27 Monde, die zwischen zehn und 1600 Kilometer groß sind.

9️ Name: Nach dem griechischen Gott Uranos, Großvater von Zeus. Eine Besonderheit, denn alle anderen Planeten tragen Namen römischer Götter.

1️0️ Entfernung: Je nach Konstellation zwischen etwa 2,6 und 3,2 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Uranus: Planet ohne Gesicht

Beim Voyager-Vorbeiflug zeigte Uranus eine langweilig konturlose Wolkendecke. Erst später entdeckten Astronom:innen abgesetzte Polkappen und schwache Bänder, die den Planeten umlaufen, schließlich sogar riesige Wirbelstürme – und Ringe (siehe nächstes Bild).
Beim Voyager-Vorbeiflug zeigte Uranus eine langweilig konturlose Wolkendecke. Erst später entdeckten Astronom:innen abgesetzte Polkappen und schwache Bänder, die den Planeten umlaufen, schließlich sogar riesige Wirbelstürme – und Ringe (siehe nächstes Bild).© NASA
Die Überraschung war groß, als Astronom:innen erst 1977 entdeckten, dass auch Uranus mehr als ein Dutzend Ringe aus Staub und Gesteinsbrocken umkreisen. Sie sind aber deutlich schwächer ausgeprägt als die des Saturn. Die Ringe - hier als zusammengesetzte Aufnahme des Chandra Weltraum-Röntgenteleskops und des Keck-I Teleskops - sind viel später als Uranus entstanden. Mutmaßlich sind sie die Überreste von Monden, die vor ein pa
Die Überraschung war groß, als Astronom:innen erst 1977 entdeckten, dass auch Uranus mehr als ein Dutzend Ringe aus Staub und Gesteinsbrocken umkreisen. Sie sind aber deutlich schwächer ausgeprägt als die des Saturn. Die Ringe - hier als zusammengesetzte Aufnahme des Chandra Weltraum-Röntgenteleskops und des Keck-I Teleskops - sind viel später als Uranus entstanden. Mutmaßlich sind sie die Überreste von Monden, die vor ein pa© X-ray: NASA/CXO/University College London/W. Dunn et al; Optical: W.M. Keck Observatory
Beim Voyager-Vorbeiflug zeigte Uranus eine langweilig konturlose Wolkendecke. Erst später entdeckten Astronom:innen abgesetzte Polkappen und schwache Bänder, die den Planeten umlaufen, schließlich sogar riesige Wirbelstürme – und Ringe (siehe nächstes Bild).
Die Überraschung war groß, als Astronom:innen erst 1977 entdeckten, dass auch Uranus mehr als ein Dutzend Ringe aus Staub und Gesteinsbrocken umkreisen. Sie sind aber deutlich schwächer ausgeprägt als die des Saturn. Die Ringe - hier als zusammengesetzte Aufnahme des Chandra Weltraum-Röntgenteleskops und des Keck-I Teleskops - sind viel später als Uranus entstanden. Mutmaßlich sind sie die Überreste von Monden, die vor ein pa
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Uranus: Darum ist er so besonders

🥶 Rekord: Mit minus 224 Grad Celsius hat Uranus hat die kälteste aller Planetenatmosphären im Sonnensystem.

🥵 Uranus gehört wie Neptun zwar zu den Eisriesen. Allerdings ist er nicht durchgefroren, sondern im Inneren glühend heiß. Einige seiner Bestandteile liegen im Weltraum aber normalerweise in Eisform vor, wenn sie nicht gerade Teil eines Gasplaneten sind - daher der Name.

🤯 Flachgelegt: Uranus dreht sich wie alle Planeten um sich selbst. Dabei liegt seine Drehachse fast in der der Bahnebene, auf der er sich um die Sonne bewegt. Uranus rollt quasi um die Sonne. Wissenschaftler:innen nehmen an, das seltsame Phänomen könne aus einer Kollision mit einem anderen Ur-Planeten resultieren.

💩 Stinkiger Planet: Forschende der Universität Oxford kamen 2018 nach Atmosphären-Messungen zum Schluss, dass die Wolken von Uranus reichlich Schwefelwasserstoff enthalten. Das kennt jeder auch auf der Erde: Dieses Gas riecht nach faulen Eiern.

🚶🏼‍♂️ Stirnrunzeln bereitet Uranus vor allem Planetologen:innen, die sich mit Planetengeburten beschäftigen. Nach gängigen Modellen war ein so großer Gasball so weit draußen bisher nicht zu erwarten. Wissenschaftler:innen diskutieren nun, ob Uranus womöglich näher an der Sonne entstanden und später ins äußere Sonnensystem gewandert ist.

🌕 Die Sonne strahlt auf Uranus nur noch als eine Art superheller Vollmond.

Swingby-Manöver: Mit Schwung zum Uranus

Gute Gelegenheit: Anfang der 2030 Jahre stehen die Planeten in einer so günstigen Konstellation, dass sich eine Raumsonde per Swingby-Manöver an Jupiter zusätzlichen Schwung holen könnte. Dabei kann sich die Raumsonde quasi Energie des Riesenplaneten klauen und mit ihr erheblich beschleunigen. Mit solchen Manövern kommen Sonden allgemein schneller ans Ziel und sparen kostbaren Treibstoff.

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NASA-Mission zum Uranus

🚀 Plan für die NASA: Ein Gremium von Wissenschaftler:innen empfiehlt, eine Raumsonde zu bauen, um damit Uranus, seine Ringe und Monde erforschen. Die fünf Tonnen schwere Sonde würde Uranus dabei in einem Abstand von 50.000 Kilometern umkreisen.

🕰️ Allerdings ist Geduld gefragt: Es bräuchte zehn Jahre, um die Sonde zu bauen. Sie wäre voraussichtlich noch mal 13 weitere Jahre lang unterwegs.

🛬 Huckepack soll zudem eine kleine Abwurfsonde mitfliegen, die sich nach der Ankunft in die Atmosphäre des Eisriesen werfen soll.

⚛️ Die Mission würde umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro kosten. Grund: die harten Bedingungen. Uranus umgibt ein Gürtel extremer Strahlung, die Sonde müsste daher extrem robust sein. Weil die Sonne dort nur noch schwach leuchtet, braucht sie außerdem eine Atombatterie.

🏋️‍♀️ Eine solche Mission bräuchte viel Wumms. Allerdings stände mit der Falcon Heavy von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX und der NASA-Mondrakete SLS ständen gleich zwei schubstarke Raketen bereit, um eine so schwere Sonde auf den weiten Weg zu bringen.

Häufige Fragen zum Planeten Uranus

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