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Rettungsmission für Weltraumteleskop

Abschlepp-Mission: Wie die NASA den Absturz des legendären Teleskops "Hubble" vermeiden will

  • Veröffentlicht: 02.06.2023
  • 12:10 Uhr
  • Stefan Kendzia
Dem legendären Weltraumteleskop Hubble droht der Absturz - jetzt will die NASA eine Abschlepp-Mission in die Wege leiten.
Dem legendären Weltraumteleskop Hubble droht der Absturz - jetzt will die NASA eine Abschlepp-Mission in die Wege leiten.© NASA

Seit über 30 Jahren ist das etwa Schulbus große Weltraumteleskop "Hubble" im All unterwegs. Während seiner Dienstzeit hat es das Teleskop mit seinen atemberaubenden Aufnahmen geschafft, den Blick auf unseren Kosmos zu verändern, wie "ARD alpha" berichtet. Jetzt soll Hubble mit einer Abschlepp-Mission gerettet werden, bevor es droht abzustürzen.

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2009 erhielt "Hubble" sein letztes "Update" - vor Ort. Die Crew des US-Shuttle "Atlantis" baute in über 500 Kilometern Höhe neue Technik zur Lageregelung ein und ersetzte Akkus, eine Kamera und ein Spektrometer. Eine letzte Wartungsmission, bevor die NASA ihre Shuttle-Flotte im Sommer 2011 in Rente schickte, wie der "Spiegel" berichtet. Jetzt will die US-Weltraumbehörde "Hubbles" Leben doch noch einmal verlängern. Aus Dankbarkeit für seine Dienste - und das, ohne Kosten für die amerikanischen Steuerzahler zu verursachen.

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"Hubble" ist auf dem Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten

"Hubble" fliegt rund 530 Kilometer über der Erde, gut 110 Kilometer oberhalb der Internationalen Raumstation. "Wie jeder Satellit im niedrigen Erdorbit verliert das Teleskop auf natürliche Weise nach und nach an Höhe", sagt Jennifer Wiseman, "Hubble"-Projektwissenschaftlerin bei der Nasa. Der Absturz drohe und die Wahrscheinlichkeit dazu liege innerhalb der nächsten 15 Jahre bei 50 Prozent. Da sich das Teleskop "auf dem Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten und Erträge" befindet, wie Wiseman sagt, wäre es sinnvoll, weitere Beobachtungszeit zu gewinnen. "Ganz einfach", indem man seine Flugbahn angeben würde.

Eine Abschlepp-Mission muss also her, um den Absturz zu verhindern. Ein mit einer kleinen Rakete gestarteter Minisatellit würde sich dem Teleskop annähern und es an den Haken nehmen. Dann würde der Servicesatellit seine Triebwerke zünden und die Flugbahn um etwa 50 Kilometer anheben. Finanzieren würden das zwei junge Raumfahrtfirmen, die eher finanzschwach seien. Allerdings wäre die Mission eine spektakuläre Werbung für sie. Die Kosten wären sozusagen ein Investment für die Zukunft - in die Firmen selbst, in die Wissenschaft und in "Hubble", mit dessen Hilfe Astronomen Dinge entdeckten, die unvorstellbar schienen. Und das übrigens bis heute.

Das Abschleppen, Auftanken und Warten kommerzieller Satelliten gilt als Zukunftsmarkt. Einerseits aus Gründen der Nachhaltigkeit, um irrwitzig teure Instrumente zu retten oder länger leben zu lassen und andererseits auch um dem im All umherfliegenden Weltraumschrott Herr zu werden

  • Verwendete Quellen:
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urn:newsml:dpa.com:20090101:240724-99-823491
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