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Fischerboot gekentert

Auf Flucht vor Cholera und Terror: Mehr als 90 Tote bei Schiffsunglück in Mosambik

  • Veröffentlicht: 08.04.2024
  • 14:52 Uhr
  • Lena Glöckner
Flucht übers Meer birgt große Gefahren: Hier warten Migranten im Hafen von Arguineguin (Gran Canaria) darauf, an Land zu dürfen. In Mosambik kamen 90 Menschen bei einem Schiffsunglück ums Leben.
Flucht übers Meer birgt große Gefahren: Hier warten Migranten im Hafen von Arguineguin (Gran Canaria) darauf, an Land zu dürfen. In Mosambik kamen 90 Menschen bei einem Schiffsunglück ums Leben.© REUTERS

Sie wollten mutmaßlich einer Choleraepidemie und Terroristen entkommen und ertranken, als ihr überfülltes Fischerboot Schiffbruch erlitt. Möglicherweise ist es von hohen Wellen getroffen worden.

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Beim Untergang eines überfüllten Fischerbootes sind im Norden von Mosambik mindestens 91 Menschen ums Leben gekommen. Rund 130 Menschen hätten am Sonntag (7. April) aus der nördlichen Provinz Nampula auf die Insel Ilha de Mosambik fliehen wollen, sagte der Verwaltungsbeamte der Insel, Silvério Nauaito, der Deutschen Presse-Agentur am Montag (8. April). Das für maximal 100 Menschen zugelassene Boot sei überladen gewesen und gekentert, so Nauaito. Die Rettungsarbeiten gingen demnach am Montag weiter - zahlreiche Menschen werden weiterhin vermisst.

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Der ehemalige mosambikanische Präsident Armando Guebuza (2005-2015), der aktuell als Lokalpolitiker in der Nampula-Provinz tätig ist, bestätigte die Opferzahl. Nauaito und Guebuza zufolge hätten die Einwohner:innen mit dem Schiff vor einer Choleraepidemie sowie vor Terrorangriffen flüchten wollen.

Schiff vermutlich von hohen Wellen getroffen

Die Nachrichtenagentur AIM berichtete unter Berufung auf einen Vertreter der Seefahrtbehörde, das Schiff habe vermutlich Schiffbruch erlitten, als es von hohen Wellen getroffen worden sei. Das Boot sei demnach nur für den Fischfang, nicht zum Personentransport zugelassen gewesen.

Im Norden Mosambiks verüben islamistische Rebellen seit 2017 immer wieder brutale Angriffe. Den Vereinten Nationen zufolge wurden mehr 780.000 Menschen vertrieben, zahlreiche andere wurden getötet. Nach einer längeren Ruhephase ist es in der Region in den vergangenen Wochen wieder zu gewalttätigen Übergriffen gekommen. Gleichzeitig leidet Mosambik seit Monaten unter einem Cholera-Ausbruch, eine bakterielle Infektion, die vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser ausgelöst wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bislang mehr als 5.200 Verdachtsfälle gemeldet worden, mehr als 30 Menschen sind an Cholera gestorben.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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