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Vor allem Doppelstaater gefährdet

Auswärtiges Amt: Alle Deutschen sollen den Iran verlassen

  • Veröffentlicht: 03.11.2022
  • 13:00 Uhr
  • glö
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© dpa

Seit Wochen gehen iranische Behörden gewaltsam gegen Demonstranten vor. Es gibt Tote und Verletzte. Das Auswärtige Amt fordert nun deutsche Staatsbürger auf, das Land umgehend zu verlassen.

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Angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen die systemkritischen Proteste im Iran hat das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger zur Ausreise aus dem Land aufgefordert. "Für deutsche Staatsangehörige besteht die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden", hieß es am Donnerstag (3. November) auf der Internetseite des Auswärtigen Amts in Berlin.

Besitzer der doppelten Staatsangehörigkeit besonders gefährdet

"Vor allem Doppelstaater, die neben der deutschen auch noch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, sind gefährdet", hieß es in der Mitteilung weiter. In jüngster Vergangenheit sei es zu einer Vielzahl willkürlicher Verhaftungen ausländischer Staatsangehöriger gekommen. Wer sich noch in dem Land aufhalte, solle sich sehr umsichtig verhalten, Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten großräumig gemieden werden. Kommunikationsdienste seien weitgehend eingeschränkt, dies sei auch weiter zu erwarten.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die heutige Ausreiseaufforderung ist nötig, um der veränderten Sicherheitslage und dem Schutz der noch im Land befindlichen deutschen Staatsangehörigen Rechnung zu tragen." Er ergänzte: "Das eskalierende, gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte erfordert diesen Schritt." Die Arbeit und Besetzung der deutschen Botschaft in Teheran seien davon nicht betroffen, sie setze ihre Arbeit im Land fort.

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Iran macht "böswillige europäische Mächte" für Proteste verantwortlich

Irans Oberster Religionsführer Ali Chamenei hatte die Proteste kürzlich als "hybriden Krieg" bezeichnet und auch "heimtückische und böswillige europäische Mächte" dafür verantwortlich gemacht.

Der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini war der Auslöser der Proteste. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Daraufhin starb die Frau Mitte September in Polizeigewahrsam. Seit fast sieben Wochen demonstrieren Zehntausende den autoritären Kurs der Islamischen Republik. Mehr als 280 Menschen wurden nach Angaben von Menschenrechtlern getötet, mehr als 14.000 verhaftet.

Verwendete Quellen:

  • Reisewarnung Auswärtiges Amt
Mehr Informationen
urn:newsml:dpa.com:20090101:240710-99-692610
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