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Durchbruch an der Front

Russland-Experte: "Biden und Scholz haben Angst, dass die Ukraine gewinnt"

  • Aktualisiert: 30.08.2023
  • 07:32 Uhr
  • Lena Glöckner
Ein ukrainischer Soldat neben einem zerstörten russischen Panzer in der eroberten Stadt Robotyne.
Ein ukrainischer Soldat neben einem zerstörten russischen Panzer in der eroberten Stadt Robotyne.© REUTERS

Die Ukraine erobert an der Front im Süden einen wichtigen Ort und steht vor dem lange erwarteten Durchbruch der Gegenoffensive. Scholz und Biden würden einen Sieg des Landes aber gar nicht wollen, sagte ein Militärexperte.

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Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge nach wochenlangen Kämpfen die russischen Besatzer aus einem Dorf im südukrainischen Gebiet Saporischschja verdrängt. "Nach der Befreiung von Robotyne rücken unsere Truppen südöstlich davon weiter vor", sagte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar gemäß einer Mitteilung am Montag (28. August). Ein Durchbruch, in der seit Monaten laufenden Gegenoffensive.

Im Video: Gegenoffensive der Ukraine - Gebiete in der Nähe der Krim zurückerobert

Gegenoffensive der Ukraine: Gebiete in der Nähe der Krim zurückerobert

Denn die wiedergewonnenen Gebiete liegen entlang eines Frontabschnitts, an dem die ukrainische Armee derzeit versucht, in Richtung der Städte Tokmak und Melitopol vorzurücken. Ihr Ziel ist es, den Landkorridor zwischen den russisch besetzten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine sowie der 2014 annektierten Krim-Halbinsel abzuschneiden. Die Eroberung von Robotyne zeigt jedoch Expert:innen nach, dass die ukrainische Armee in der Lage ist, die russischen Linien auf dem Weg zum Schwarzen Meer zu durchbrechen.

Warum Putin auf Zeit spielt

Sollte die Ukraine ihren Durchbruch ausbauen können, hat die russische Besatzung nach Ansicht des Militär- und Russlandexperten Gustav Gressel ein Problem. Im Gespräch mit "t-online" sagte der Politikwissenschaftler, dass es natürlich "peinlich und demoralisierend für Putin" sei, wenn die Ukraine Territorium zurückgewinnt. Seiner Ansicht nach wäre das aber letztlich egal, wenn Putins Ziel eintrete und die Unterstützung für die Ukraine aus dem Westen irgendwann einbrechen würde. Deshalb spiele der russische Machthaber auf Zeit.

Auch US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz (SPD) hätten kein Interesse daran, dass die Ukraine schnell gewinnt, so der Militärexperte weiter im Gespräch mit dem Portal. Im Gegenteil: Sie haben sogar "Angst davor, dass die Ukraine gewinnt". Weil sie befürchten, "dass Russland auseinanderfallen würde und jemand den Atomknopf drücken könnte", wollen die Staatschefs einen Waffenstillstand und keine zu schnelle Niederlage Russlands. Gressel halte diese Ängste allerdings für unbegründet.

  • Verwendete Quellen:
  • Agenturmaterial
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