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Suchtbericht

Cannabis-Suchtbericht: Zunahme von problematischem Konsum

  • Aktualisiert: 24.04.2024
  • 17:10 Uhr
  • Lara Teichmanis

Immer mehr Deutsche kiffen. Mit dem Konsum ist auch die Zahl derer gestiegen, die sich an die Suchthilfe wenden. Angesichts der Liberalisierung müssen solche Angebote gestärkt werden, fordern Expert:innen.

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Inhalt

Expert:innen der Suchthilfe beobachten eine Zunahme des problematischen Cannabis-Konsums in den vergangenen Jahrzehnten und fordern angesichts einer teilweisen Legalisierung des Kiffens eine Stärkung der Prävention.

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"Jahrbuch Sucht" zeigt steigenden Trend

Wie aus dem am Mittwoch (24. April) veröffentlichten "Jahrbuch Sucht" der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm hervorgeht, zeigt sich in den vergangenen drei Jahrzehnten insgesamt ein steigender Trend im Konsum der Droge. Auch habe sich der Anteil der Menschen, die sich aufgrund von Problemen mit Cannabis-Gebrauch an die ambulante Suchthilfe gewandt haben, seit der Jahrtausendwende fast verdreifacht. Im stationären Bereich registrierten die Expert:innen eine Verzehnfachung.

Damit seien Störungen nach Cannabis-Konsum der zweithäufigste Anlass, ein Suchthilfeangebot aufzusuchen - nach Alkoholproblemen. Seit 2013 registrierten die ambulanten Suchthilfestellen in Deutschland jährlich mehr als 25.000 solcher Fälle bei Cannabis. 2001 hatte die Gesamtzahl noch bei 3.700 gelegen.

Immer mehr Menschen greifen zum Joint

Insgesamt hat die Zahl der Kiffer:innen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen: Laut dem Bericht gab 2021 jede:r Zehnte der 18- bis 59-Jährigen an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben - 2012 waren es noch 5 Prozent.

Männer konsumierten dabei etwas häufiger als Frauen und stuften ihren Konsum häufiger als problematisch ein. Das bedeutet den Expert:innen zufolge, dass sie Schwierigkeiten haben, den Konsum zu kontrollieren, oder bereits psychosoziale Folgen bemerken.

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urn:newsml:dpa.com:20090101:240417-935-71737
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Präventionsangebote sollten ausgebaut werden

"Zwar gibt es gute Angebote zur Prävention des problematischen Cannabis-Konsums", sagte Peter Raiser, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Es sei jedoch dringend erforderlich, diese "deutlich auszubauen und weiterzuentwickeln". Aktuell beobachte man stattdessen vielerorts sogar Kürzungen. "Insbesondere vor dem Hintergrund der Gesetzesänderung darf bei der Finanzierung der Suchtberatung nicht gespart werden", betonte er.

Die DHS ist die Dachorganisation der deutschen Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe. Im jährlich erscheinenden Jahrbuch bündeln Expert:innen Zahlen und aktuelle Studien zu sucht- und drogenbezogenen Themen.

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Immer weniger rauchen Zigaretten

Auf die weit verbreiteten Suchtmittel Tabak und Alkohol geht der Bericht ein: Den Expert:innen zufolge raucht etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland - Tendenz fallend. So erreichte 2023 der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Zigaretten mit 764 Stück den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Immer weniger Jugendliche greifen demnach zur Zigarette. Allerdings weisen Studien auf einen Anstieg bei der Nutzung von E-Zigaretten hin.

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Alkoholkonsum über Durchschnitt

Außerdem bleibe Deutschland ein Alkohol-Hochkonsumland, schreiben die Expert:innen. Zwar waren der Bier-, Schaumwein- und Schnapskonsum in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht rückläufig. Deutschland liege mit einem Verbrauch von mehr als zehn Litern Reinalkohol bei Menschen älter als 15 aber weiter zwei Liter über dem durchschnittlichen Konsum der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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