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Anfrage von Sahra Wagenknecht

Jedem dritten Deutschen droht weniger als 1.100 Euro Rente für 40 Jahre Arbeit

  • Veröffentlicht: 14.02.2024
  • 12:18 Uhr
  • Stefan Kendzia
Sahra Wagenknecht hält die niedrigen Renten nach jahrzehntelangen Beitragszahlungen in die Rentenkasse für einen sozialpolitischen Skandal.
Sahra Wagenknecht hält die niedrigen Renten nach jahrzehntelangen Beitragszahlungen in die Rentenkasse für einen sozialpolitischen Skandal.© Kay Nietfeld/dpa

40 Jahre Vollzeit arbeiten, Steuern zahlen und dann weniger als 1.100 Euro Rente beziehen: Millionen Menschen müssen mit einer Rente rechnen, die vorne und hinten nicht reicht. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitnehmer:innen in Deutschland droht selbst nach 40 Jahren Arbeit nur eine Schmalspur-Rente von unter 1.100 Euro.

  • Sahra Wagenknecht sieht darin gesellschaftlichen Sprengstoff und will die Rente zu einem zentralen Wahlkampfthema machen.

  • Als Vorbild für eine Rentenreform sieht Wagenknecht Österreich - dort liegen die Renten deutlich höher als in Deutschland.

Über sieben Millionen Arbeitnehmer:innen in Deutschland droht eine Mini-Rente - und das trotz 40 Jahren Beitragszahlung. Mit unter 1.100 Euro Rente kann keine Rede sein von einem wohlverdienten Ruhestand. 

Im Video: Rente - so viel muss man verdienen, um im Alter gut leben zu können

Die Rentenkatastrophe ist im Anmarsch

Erschreckende Aussichten für Millionen Arbeitnehmer:innen in diesem Land: Weil viele nur ein kleines Gehalt haben, erwartet jeden dritten Beschäftigten der insgesamt 22 Millionen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland nach 40 Jahren Arbeit nur eine schmale Rente von unter 1.100 Euro pro Monat. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Sahra Wagenknecht hervor, die der "Augsburger Allgemeinen" vorliegt. In ebendieser Antwort sieht die BSW-Gründerin einen sozialpolitischen Skandal. "Deutschland steuert auf eine Rentenkatastrophe zu, das ist gesellschaftlicher Sprengstoff." Deutschland habe eines der schlechtesten Rentensysteme in Europa, so Wagenknecht.

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:newstime

Österreich als Vorbild für eine Rentenreform?

Wagenknecht, die sich bereits jetzt schon für die kommende Bundestagswahl warmzumachen scheint, will die Rente zum zentralen Thema machen - vermengt aber das Thema mit anderen Problemen in dieser Zeit: Die Regierung gebe Milliarden für die Ukraine, das Heizungsgesetz und die unkontrollierte Zuwanderung aus, obwohl "wir eines der schlechtesten Rentensysteme in Europa haben", so Wagenknecht. "Das BSW ist Stimme deutscher Rentner", sagte die frühere Politikerin der Partei Die Linke. Als Vorbild für eine Rentenreform sieht sie das Nachbarland Österreich. Dort liegen die Renten merklich höher als hierzulande.

Derzeit wird in Deutschland durch Arbeitsminister Hubertus Heil an einer Rentenreform gearbeitet. Wenn diese dann fertig ist, soll sie das Rentenniveau sichern. Dieses liegt derzeit bei 48 Prozent. "Denn es ist eine Frage der Leistungsgerechtigkeit, dass Menschen nach einem Leben voller Arbeit eine anständige Rente haben", so Heil zur "Augsburger Allgemeinen". Dennoch gibt es wenig Hoffnung darauf, dass Deutschland österreichische Renten-Verhältnisse erreichen wird. Vom Nachbarland werden wir auch nach Heils Gesetzeswerk entfernt bleiben. 

  • Verwendete Quellen:
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