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Ein Luxusgut im Dienste Putins?

Dieses Luxusgut wird von den EU-Sanktionen gegen Russland verschont

  • Aktualisiert: 25.02.2023
  • 18:16 Uhr
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Bereits das 10. Sanktionspaket wurde von den EU-Staaten gegen Russland verabschiedet, doch auch diesmal ist ein Luxusartikel nicht dabei: Diamanten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zum Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verabschiedet die EU ein zehntes Sanktionspaket.

  • Doch einmal mehr bleibt ein Luxusgut von den Sanktionen verschont: Diamanten.

  • Dabei kommt etwa ein Drittel der jährlich beförderten Natur-Diamanten aus russischem Boden.

Auch im zehnten Sanktionspaket der EU gegen Russland bleibt ein Luxusgut verschont: Diamanten. Dabei kommt etwa ein Drittel der jährlich beförderten Natur-Diamanten aus russischem Boden, nämlich aus den Minen des russischen Konzerns Alrosa. Das Unternehmen wiederum gehört zu einem Großteil dem Staat und wird von Wladimir Putin kontrolliert. So finanziert Alrosa laut der belgischen Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" beispielsweise den Bau und Unterhalt eines U-Bootes der russischen Marine.

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Laut des russischen Finanzministeriums exportierte Russland im Jahr 2021 über 48,6 Millionen Karat Rohdiamanten ins Ausland. Der monetäre Umsatz blieb unerwähnt, es handelt sich aber um Einnahmen in Milliardenhöhe.

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Weshalb werden also russische Diamanten von den EU-Sanktionen verschont?

Widerstand gibt es vor allem aus Belgien, denn Antwerpen ist globales Zentrum des Diamantenhandels; das Geschäft mit dem Luxusgut ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Landes. Die Befürchtung: Sollten Rohdiamanten aus Russland nicht mehr in die EU importiert werden dürfen, würde die Industrie womöglich nach Mumbai abwandern. Dort würde man auf Transparenz und Nachhaltigkeit weniger Wert legen, so Koen Vandenbempt von der Universität Antwerpen. Zudem würden Tausende Beschäftigte in Antwerpen ihre Arbeit verlieren.

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Und wie steht Deutschland dazu?

Jörg Lindemann, Geschäftsführer mehrerer Verbände und Vereine in Idar-Oberstein im Rheinland-Pfalz, betont, dass hier nur noch Rohdiamanten zu Schmuckzwecken geschliffen werden, die aus afrikanischen Ländern oder Kanada stammen. Die wenigen Unternehmen, die im Diamanthandel tätig sind, beziehen bereits geschliffene Diamanten, deren Herkunft allerdings schwer nachzuweisen ist.

Und genau deshalb wäre eine Sanktion wirkungslos, da bei geschliffenen Diamanten oder Diamantenmischungen das Ursprungsland verschleiert wird. Die EU würde sich nur selbst schaden, so die kritischen Stimmen.

An einem internationalen System, wie Steine dauerhaft identifiziert werden können, wird noch gearbeitet.

Wie Ursula von der Leyen im Vorfeld erklärte, umfassen die jüngsten Ausfuhrverbote rund elf Milliarden Euro. Dabei geht es um Elektronik, Triebwerke und Ersatzteile für Lkw.

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