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Nach Corona-Rückgang

EU-Emissionen steigen deutlich

  • Veröffentlicht: 26.10.2022
  • 12:51 Uhr
  • mos
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© dpa

Mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen bis 2030? Aktuell sieht es nicht so aus, als könnte die Europäische Union ihre Klimaziele einhalten.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Europäische Union will ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent reduzieren.
  • Vorläufige Zahlen offenbaren, dass es zuletzt genau in die entgegengesetzte Richtung ging.
  • Experten fordern deutlich mehr Tempo unter anderem beim Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen bis 2030? Aktuell sieht es nicht so aus, als könnte die Europäische Union ihre Klimaziele einhalten. Denn die wirtschaftliche Erholung nach dem schlimmsten Jahr der Corona-Pandemie hat in der EU eine Zunahme klimaschädlicher Emissionen mit sich gebracht. Vorläufigen Daten zufolge stieg der Treibhausgasausstoß 2021 im Vergleich zum Vorjahr um schätzungsweise fünf Prozent, lag damit aber etwa sechs Prozent unter dem Niveau von 2019. Das geht aus einem Bericht der EU-Umweltagentur EEA hervor. Auch der Energieverbrauch nahm demnach zu.

EMISSIONEN: ZIEL VON 2020 ÜBERSCHRITTEN

Zum Vergleich: Zwischen 1990 und 2020 lief es emissionstechnisch besser. Die Emissionen der 27 EU-Staaten sanken um 32 Prozent – das 2020er Klimaziel einer Verringerung um 20 Prozent wurde damit sogar klar überschritten. "Wir können nicht im Tempo der Vergangenheit weitermachen", gab eine der Autorinnen des Berichts, Melanie Sporer, zu Bedenken. "Durchschnittlich müssen wir unsere jährliche Verringerung von 2021 bis 2030 im Vergleich zu den jährlichen Emissionsreduktionen der Jahre 1990 bis 2020 verdoppeln." Sporers EEA-Kollege Jorre De Schrijver sprach entsprechend von einer "Beschleunigung in Richtung 2030".

Diese ist sowohl beim 2021 stagnierenden Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendig, als auch bei der Reduzierung des Energieverbrauchs – und bei der Verringerung aller Treibhausgas-Emissionen. Letztere müssen dem EEA-Bericht zufolge jährlich im Schnitt um 134 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken. Im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2020 waren es lediglich 52 Millionen Tonnen gewesen.

Ein Blick auf das Jahr 2021 zeigt: Damals ging es in die umgekehrte - aus Klimaschutzsicht völlig falsche - Richtung. Vor allem beim Verkehr, in der Industrie und der Energieversorgung nahm der Ausstoß nach EEA-Angaben wieder zu. Den wesentlichen Grund hinter dem Anstieg sieht die in Kopenhagen ansässige Behörde in der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie und den damit zusammenhängenden Lockdowns, Produktionsstopps in vielen Fabriken sowie weitreichenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens geführt hatte.

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KLIMANEUTRALITÄT BIS 2050?

Die EU will mithilfe des Klimapakets "Fit for 55" ihren Ausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent senken. Bis 2050 soll die EU klimaneutral werden. All das geschieht auch mit Blick auf Wetterextremereignisse, die längst nicht mehr nur in fernen Weltregionen, sondern auch in Europa häufiger und heftiger werden.

"Im Laufe des vergangenen Jahres sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlicher denn je geworden." In dem EEA-Bericht ist die Rede von "schweren Dürren, Wasserknappheit, Überschwemmungen und Rekordtemperaturen", die die "potenziell verheerenden Auswirkungen des Klimawandels einmal mehr deutlich gemacht" haben. Die mittlere Jahrestemperatur über europäischen Landflächen sei im vergangenen Jahrzehnt rund zwei Grad Celsius wärmer gewesen als in der vorindustriellen Zeit. Parallel verlaufende Krisen unterstrichen die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen, schrieben die Experten.

Eine der entscheidenden Rollen kommt nicht zuletzt mit Blick auf die hohen Strom- und Gaspreise eine der entscheidenden Rollen zu. Diesen Winter seien zwar kurzfristige Maßnahmen zur Steigerung der Energieversorgung nötig, erklärte Bruyninckx. Im Idealfall dürften diese Investitionen Europa aber nicht für viele weitere Jahre von fossilen Brennstoffen abhängig machen. Das Energiesparen und die Stärkung erneuerbarer Energien seien nicht nur entscheidend im Kampf gegen die momentane Energiekrise, sondern auch auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • EEA-Bericht
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