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Erstwähler:innen bei der EU-Wahl

Europawahl: Holocaust-Überlebende appellieren an junge Wähler:innen

  • Aktualisiert: 05.06.2024
  • 17:21 Uhr
  • dpa
Leon Weintraub, Überlebender des Konzetrationslagers Flossenbürg appelliert an Erstwähler:innen.
Leon Weintraub, Überlebender des Konzetrationslagers Flossenbürg appelliert an Erstwähler:innen.© Daniel Karmann/dpa

Kurz vor der Europawahl am 9. Juni appellieren Holocaust-Überlebende an die jungen Wähler:innen. "Nie wieder ist jetzt", steht über einem Brief hochbetagter Überlebender der NS-Verfolgung. Sie fühlen sich erinnert an die Zeit der Machtübernahme der Nazis 1933.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am 9. Juni findet die Europawahl statt.

  • Holocaust-Überlebende wenden sich an jüngere Wähler:innen und erläutern die Wichtigkeit der EU-Wahl.

  • Der offene Brief trägt den Titel: "Nie wieder ist jetzt" und fordert Erstwähler:innen auf, die Demokratie wahrzunehmen.

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Jugend soll die Demokratie nutzen

Vor der Europawahl haben acht hochbetagte Holocaust-Überlebende in einem offenen Brief an junge Leute appelliert, ihre Stimme für die Demokratie zu nutzen. "Für Millionen von Euch ist die Europawahl die erste Wahl in Eurem Leben - für viele von uns könnte es die Letzte sein", heißt es in dem am Dienstag (4. Juni) in Berlin veröffentlichten Schreiben.

Für Millionen von Euch ist die Europawahl die erste Wahl in Eurem Leben - für viele von uns könnte es die Letzte sein.

Offener Brief, Holocaust Überlebende

"Gebt der Demokratie eine Chance. Geht wählen. Zeigen wir gemeinsam, dass 'Nie wieder' nicht nur eine Phrase ist, sondern ein Versprechen. Ein Versprechen, das auch heute gilt. Und morgen. Und für immer."

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"Nie wieder ist jetzt"

Zu den Unterzeichnern gehören der 102 Jahre alte Georg Stefan Troller, die fast ebenso alten Zeitzeugen Leon Weintraub, Walter Frankenstein, Eva Szepesi, Ruth Winkelmann und Margit Korge sowie Renate Aris (88) und Eva Umlauf (81), die die NS-Verfolgung als Kinder überlebt haben. Der offene Brief trägt den Titel: "Nie wieder ist jetzt".

Der 98-jährige Weintraub erläuterte dazu: "Vier von fünf meiner nächsten Verwandten, meine Geschwister, meine Eltern, meine Cousins sind ermordet worden. Das ist das Ergebnis, die Folge von der Haltung "Wir sind besser als andere". Und die Folgen von diesen radikalen Gedanken, das Auf-andere-Herabschauen, die Fremdenfeindlichkeit. Das führt dazu, dass sich leider die Geschichte wiederholen könnte. Und das darf sie nicht."

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Autoren sprechen von ihrer Erfahrung

Frankenstein betonte, er habe die Erfahrung von 1932 und 1933. "Und ich weiß, dass es damals eine ähnliche Entwicklung gab wie heute: eine schwache demokratische Regierung und eine Partei, die die Leute sammelte, die unzufrieden waren", erklärte der 99-Jährige. Heute lasse sich dies verhüten. "Deshalb dürfen heute junge Leute nicht sagen "Ja, ich weiß nicht, wen ich wählen soll, also gehe ich lieber gar nicht". Das ist das Schlimmste, was man machen kann. Unsere Demokratie muss immer wieder neu verteidigt werden."

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Der offene Brief wurde am Dienstag von der Organisation Avaaz veröffentlicht und kann mitgezeichnet werden. Die Europawahl ist in Deutschland am kommenden Sonntag (9. Juni).

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