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Neue Erkenntnisse

Nord Stream: Ex-Geheimdienstler bemerkte russische Schiffe nahe der Explosionsorte

  • Aktualisiert: 03.05.2023
  • 16:44 Uhr
  • Anne Funk
Wer sabotierte Nord Stream 1 und 2?
Wer sabotierte Nord Stream 1 und 2?© AP

Wer zerstörte die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2? Viel wurde spekuliert, nun berichtet ein ehemaliger britischer Geheimdienstmitarbeiter von Funksprüchen russischer Schiffe.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im September 2022 kam es zu Explosionen an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2.

  • Mehrere Länder schoben sich die Schuld an den Detonationen zu.

  • Eine neue Dokumentation zeigt nun, dass sich wohl kurz zuvor russische Schiffe in der entsprechenden Gegend aufgehalten haben.

Im vergangenen September wurden die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch Explosionen beschädigt. Doch wer sabotierte die Rohre? Schnell schoben sich die Länder, darunter vor allem Russland, die Ukraine und Deutschland, die Schuld zu - bisher ohne endgültiges Ergebnis, wer wirklich verantwortlich ist. Nun scheint es neue Erkenntnisse zu geben, die vielleicht Licht ins Dunkel bringen könnten: Mehrere russische Marineschiffe sollen sich vor den Explosionen in der Nähe befunden haben. 

Im Video: Russisches Spezialschiff am Tatort - Spur zum Nord-Stream-Anschlag erhärtet sich

Das fanden Investigativjournalist:innen der nordischen Rundfunkanstalten SVT aus Schweden, NRK aus Norwegen, DR aus Dänemark und Yle aus Finnland heraus und berichteten darüber in einer gemeinsamen dreiteiligen Dokumentation namens "Schattenkrieg". Ihre Erkenntnisse basieren dabei auf Radiokommunikation zwischen der russischen Flottenbasis und den Schiffen, welche ein ehemaliger britischer Geheimdienstmitarbeiter abgefangen habe. Auch Satellitenbilder sollen als Quelle gedient haben.

"Es ist ein großes Rätsel"

"Als ich diese Nachrichten empfing, wusste ich nicht, dass sie wichtig sein würden", zitiert das ZDF die Aussagen des Ex-Geheimdienstlers in der Dokumentation. "Es ist eine große Geschichte. Es ist ein großes Rätsel. Viele Menschen versuchen herauszufinden, was passiert ist. Und ich denke, die Daten, die ich bekommen habe, sind ein Teil davon."

So hätten sich in den Monaten und Tagen vor der Detonation die Flottenschiffe in den entsprechenden Gebieten aufgehalten - einmal sogar einen kompletten Tag lang. Die Schiffe sollen unter dem Radar gefahren sein, indem sie ihre Sender abstellten. Fünf Tage vor den Explosionen soll der Schlepper "SB-123" mit abgestelltem Sender und der Möglichkeit zu Unterwassereinsätzen an den Orten der Detonation gewesen sein. Bereits im Juni sollen sich zwei weitere Flottenschiffe dort aufgehalten haben. 

Die Routen sollen sehr ungewöhnlich gewesen sein und kamen dem ehemaligen Geheimdienstler, der - obwohl in Rente - noch immer den Funk der Schiffe mit anhört, verdächtig vor. "In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich jeden Tag hier gesessen und die Baltische Flotte überwacht. Dies ist das einzige Mal, dass ich diese Typen in dieser Gegend beobachtet habe."

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Russisches Spezialschiff war vor Ort

Laut dem Militärexperten Jens Wenzel Kristoffersen von der Universität Kopenhagen deuteten all diese Angaben darauf hin, dass unter der Wasseroberfläche Operationen stattgefunden hätten.

Erst vor etwa einer Woche hatte das dänische Militär bestätigt, dass am 22. September 2022 ein Patrouillenschiff in der Nähe der Explosionsorte Bilder von dem russischen Spezialschiff "SS-750" gemacht habe. Dieses verfüge über ein mit Greifarmen ausgestattetes Mini-U-Boot. Wenige Tage danach kam es in der Nähe Bornholms zu mehreren Detonationen an den Pipelines. Die Behörden gehen von Sabotage aus, wer verantwortlich ist, bleibt aber noch immer unklar. 

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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