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Einzelhandel

Großangriff: Discounter Pepco will über 2.000 Filialen eröffnen   

  • Aktualisiert: 17.01.2023
  • 18:15 Uhr
  • Clarissa Yigit
Der polnische Discounter will in ganz großem Stil Fuß in Deutschland fassen. 
Der polnische Discounter will in ganz großem Stil Fuß in Deutschland fassen. © Monika Skolimowska/dpa

Kik, Tedi und Co. bekommen Konkurrenz. Der polnische Discounter Pepco beabsichtigt, in Deutschland zu expandieren. Los geht es zunächst in Ostdeutschland. Vor allem Städte mit mindestens 20.000 Einwohnern sind das Ziel des Unternehmens.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Discounter-Markt in Deutschland bekommt Konkurrenz.

  • Die polnische Non-Food-Kette Pepco will rund 2.000 Filialen hierzulande eröffnen.

  • Eine angenehme Shoppingatmosphäre und vergleichsweise hohe Qualität der Produkte würden den Unterschied ausmachen.

Der Discounter-Markt in Deutschland könnte größer werden, denn es gibt Expansionspläne einer polnischen Nonfood-Kette in Deutschland- Pepco. Mehr als 2.000 Filialen beabsichtigt der Konzern in Deutschland auf lange Sicht zu eröffnen, wie "Nordbayern" berichtet. Bekommen die hierzulande ansässigen Wettbewerber wie Kik (2.700 Filialen) oder Tedi (2.500 Filialen) also ernstzunehmende Konkurrenz?

Konzept von Pepco

Im Jahr 2004 eröffnete Pepco sein erstes Geschäft in Polen und ist mittlerweile – laut Firmenwebseite – einer der führenden Einzelhändler in Europa mit mehr als 2.900 Filialen in 16 europäischen Ländern. Vor allem in Osteuropa ist das Unternehmen erfolgreich, berichtet die "Welt". Das Unternehmen bietet neben günstiger Kleidung auch Haushaltsprodukte, Kinderspielsachen und Dekoartikel an. Auch in Deutschland gibt es schon eine kleine Anzahl von Pepco-Filialen.

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Wo liegt der Unterschied zu hiesigen Discountern?

Tedi, Woolworth oder Kik punkten vor allem mit günstigen Preisen. Das polnische Unternehmen Pepco hingegen wirbt zusätzlich "mit einer angenehmen Shoppingatmosphäre" und einer "vergleichsweisen hohen Qualität der Produkte", wie "Nordbayern" das Geschäft beschreibt. Auch fühlten sich die Stoffe sanft auf der Haut an und es sei kein beißend-synthetischer Geruch im Ladenlokal, wie man es sonst von der "Wühltischkonkurrenz" kenne, bestätigt auch die "Welt". So gebe es auch nachhaltige Produkte, zum Beispiel aus Biobaumwolle.

Patrick Steiger, verantwortlich für das operative Geschäft von Pepco in Deutschland bekräftigt: "Günstig bedeutet nicht zwingend schlechte Qualität oder zu schlechten Bedingungen hergestellt. Wir produzieren hauptsächlich in großen Mengen und halten dadurch unsere Preise klein."

Zudem verpflichte Pepco sich mit seinem "Code of Conduct", die rechtlichen Lieferkettenstandards einzuhalten und für Transparenz, Arbeitssicherheit und Mindestlöhne zu sorgen.

Ein Blick nach Bangladesch, dem weltweit zweitgrößten Textil- und Bekleidungsproduzenten, besagt allerdings etwas anderes. Hier liegt der staatlich festgelegte Mindestlohn bei 8.000 Taka. Das sind umgerechnet gerade einmal 85 Euro im Monat, wie die "Welt" ausführt.

Hinzu kommt, dass Pepco keine Details zu den Zulieferern preisgibt. Der Konzern habe allerdings nicht nur in Asien Produzenten, sondern auch in Europa.

Für eine Expansion der richtige Zeitpunkt?

Laut Pepco-Geschäftsführer Anand Patel sei die "Krise alles andere als ein Risiko für seine Wachstumspläne", schreibt die "Welt" weiter. So sei der Zeitpunkt für die Expansion jetzt gerade richtig. "Die Kunden müssen auf ihr Budget achten, jetzt ist die Zeit für die großen Billiganbieter gekommen." Bereits seit der Finanzkrise 2008 hätten viele große Einzelhandelsketten wie Aldi, Lidl und Primark expandiert, wie Patel gegenüber der „Welt" verdeutlicht.

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Wo fühlt sich Pepco wohl?

Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern würden laut Pepco Deutschland für eine Filiale in frage kommen. Allerdings liegt das Augenmerk am Anfang noch auf Ostdeutschland. Für die geplanten 2.000 Filialen werde man länger als drei oder vier Jahre brauchen.

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