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Filmfestival Berlin

Antisemitismus-Vorwürfe nach Berlinale: Israels Botschafter übt heftige Kritik

  • Aktualisiert: 27.02.2024
  • 10:48 Uhr
  • Lara Teichmanis

Nach israelkritischen Äußerungen auf der Berlinale übt Israels Botschafter Ron Prosor heftige Kritik. Die Berlinale-Veranstalter distanzierten sich von Antisemitismus und Israelfeindlichkeit.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am vergangenen Wochenende endete die 74. Berlinale in der deutschen Hauptstadt. 

  • Mehrere Filmemacher:innen und Kunstschaffende äußerten sich während des Filmfestivals israelkritisch.

  • Politiker:innen und der israelische Botschafter zeigten sich schockiert über die Aussagen der Kunstszene.

Am Wochenende endete die 74. Berlinale in der deutschen Hauptstadt mit einem Eklat. Mehrere Kunstschaffende äußerten sich israelkritisch auf der Bühne.

Filmemacher Ben Russells zeigte sich am Samstag (24. Februar) mit Palästinensertuch und sprach von einem "Genozid". Während seiner Rede seien einseitige Vorwürfe gegen Israel vorgetragen worden, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas zu erwähnen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

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Der palästinensische Regisseur Basel Adra gewann mit seinem Film "No Other Land" den Dokumentarfilmpreis. In seiner Dankesrede äußerte er sich zum aktuellen Konflikt im Gazastreifen. "Es ist für mich sehr schwer zu feiern, wenn Zehntausende meines Volkes in Gaza gerade durch Israel abgeschlachtet werden."

Sein Kollege und Co-Regisseur Yuval Abraham sprach von "Apartheid" im Westjordanland, meldet die "Tagesschau".

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Unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit

Nach diesen israelkritischen Äußerungen bei der Preisverleihung machte Israels Botschafter Ron Prosor der deutschen Kulturszene heftige Vorwürfe.

"Antisemitische und israelfeindliche Äußerungen" seien mit tosendem Applaus bedacht worden, schrieb er auf X. "Es scheint, dass die Lektion aus der Documenta nicht begriffen wurde. Unter dem Deckmantel der Rede- und Kunstfreiheit wird antisemitische und antiisraelische Rhetorik zelebriert."

Es scheint, dass die Lektion aus der Documenta nicht begriffen wurde.

Ron Prosor, Botschafter

Die deutsche Kulturszene rolle den roten Teppich "ausschließlich für Künstler" aus, die sich für "Israels Delegitimierung" einsetzen. Weiter forderte Prosor: "Es ist an der Zeit, Ihre Stimme zu erheben und dieser grotesken Scharade eine Absage zu erteilen. Handeln Sie jetzt, oder seien Sie für immer Teil dieses beschämenden Erbes."

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Reaktionen aus Kunst und Kultur

Die Veranstalter der Berlinale distanzierten sich von den Äußerungen von Ben Russell. Diese würden die Haltung des Festivals nicht wiedergeben. Sie bemerkten jedoch, dass Meinungsäußerungen bei Kulturveranstaltungen nicht grundsätzlich verhindert werden könnten und sollten, zitiert die dpa.

Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek hatte anders als die Filmschaffenden bei der Gala auch die Lage der israelischen Geiseln angesprochen.

Auch Berlins Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagierte auf die Vorfälle auf der Berlinale. Auf X schrieb der Politiker: "Berlin hat eine klare Haltung, wenn es um die Freiheit geht. Berlin steht fest auf der Seite Israels".

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Wie "ZDF heute" berichtet, meldeten sich auch weitere Politiker:innen zu den Äußerungen zu Wort. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz sprach auf X von einer "perfiden Täter-Opfer-Umkehr".  Generalsekretär Martin Huber (CDU) nannte die Vorfälle eine "Schande".

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Tagesschau: "Antisemitismusvorwürfe nach Berlinale-Preisverleihung"
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