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Ifo-Institut sieht weiter steigende Preise

Kein Ende der Inflation in Sicht

  • Veröffentlicht: 07.09.2022
  • 14:41 Uhr
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© Hendrik Schmidt/dpa

Die Teuerung in Deutschland wird immer mehr zur Belastung. Doch ein Ende ist nicht in Sicht. Laut dem Ifo-Institut wollen viele Firmen ihre Preise weiter erhöhen. 

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ifo-Institut sieht kein Infaltionsende in Sicht
  • Viele Firmen wollen Preise weiter erhöhen
  • Druck auf EZB wächst

Das Ifo-Institut sieht angesichts angekündigter Preiserhöhungen der deutschen Unternehmen kein schnelles Ende der hohen Inflation. Nach einer Umfrage der Münchner Forscher wollen viele Firmen in großem Umfang ihre Preise anheben. Im August lag der Ifo-Index der Preiserwartungen mit 47,5 Punkten nur um 0,1 unter dem Juli-Wert. In einzelnen Bereichen wie der Lebensmittelbranche will weiter fast jedes Unternehmen die Preise anheben. "Ein Auslaufen der Inflationswelle ist leider nicht in Sicht", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

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Ifo: Inflation wird hoch bleiben

Im Gegenteil: In den kommenden Monaten rechnet er sogar mit höheren Inflationsraten: "Bislang ist von den Energieversorgern nur ein geringer Teil der kräftigen Anstiege der Börsenpreise für Strom und Erdgas an die Kunden weitergegeben worden", sagte Wollmershäuser. "Das dürfte sich in den kommenden Monaten ändern und zu zweistelligen Inflationsraten führen. Die Verbraucher werden daher ihren Konsum einschränken, und die gesamte Wirtschaftsleistung wird in der zweiten Jahreshälfte schrumpfen."

Eine Preiserwartung von 47,5 bedeutet, dass der Anteil jener Unternehmen, die die Preise erhöhen wollten, um 47,5 Prozentpunkte höher ist als der Anteil der Betriebe, die die Preise senken wollen. Besonders hoch sind die Zahlen aktuell im Einzelhandel, noch am niedrigsten im Bauhauptgewerbe.

Starke Zinserhöhung von EZB gefordert

Derweil wird die Forderung nach einer kräftigen Zinserhöhung im Euroraum zur Eindämmung der extrem hohen Inflation lauter. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing geht zwar nach eigener Aussage davon aus, dass die deutsche Wirtschaft genug Widerstandskraft besitzt, um die zu erwartende Rezession gut zu bewältigen. "Aber das bedingt, dass die Zentralbanken jetzt schnell und entschlossen handeln", sagte Sewing am Mittwoch in Frankfurt. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt am Donnerstag (8.9.) zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Seit Monaten macht die hohe Teuerung Verbrauchern und Unternehmen zu schaffen. In Europas größter Volkswirtschaft Deutschland sprang die jährliche Teuerungsrate im August wieder auf 7,9 Prozent. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise trieben die Inflation im Euroraum im August auf die Rekordhöhe von 9,1 Prozent.

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