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Ermittlungen gegen Benko gefordert

Klage: Signa-Investoren gehen René Benko persönlich an

  • Aktualisiert: 08.02.2024
  • 13:24 Uhr
  • Stefan Kendzia
Eine Investorengruppe der Signa hat offiziell Klage bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingereicht.
Eine Investorengruppe der Signa hat offiziell Klage bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingereicht.© Peter Kneffel/dpa

Für Signa-Chef René Benko kommt es immer dicker. Nach der Milliardenpleite des Konzerns soll es nun auch für den Pleitier selbst Konsequenzen geben: Investoren haben offiziell eine Strafanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingereicht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Signa-Investoren haben Klage bei der österreichischen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und Korruption eingereicht.

  • Es geht um einen Vermögensabfluss von mehr als 662 Mio. Euro von Signa Development an (indirekte) Aktionäre und Schwesterunternehmen.

  • Die Gläubiger:innen befürchten einen "Totalverlust" des angelegten Vermögens.

Eine Gruppe nationaler wie internationaler Investoren, die der Signa-Gruppe langfristige Kredite eingeräumt hatte, geht nun auf Konfrontationskurs und wirft in einer Klage der Signa Development "rechtswidrige Geschäfte" vor. Laut "Financial Times" werde eine dringende Untersuchung des zusammengebrochenen Immobilienkonzerns gefordert.

Im Video: Luxuskaufhaus-Gruppe KaDeWe meldet Insolvenz an

Gläubiger:innen vermuten "rechtswidrige Geschäfte"

Ende November 2023 meldete die Signa Holding GmbH Insolvenz an, zu der zahlreiche Geschäftsimmobilien in Deutschland und Österreich gehören wie auch der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof. Kurze Zeit später meldete auch die Signa Development, eine der drei Hauptholdinggesellschaften der Signa-Gruppe und gleichzeitig eine der größten Firmen innerhalb der Signa-Firmenfamilie, ebenfalls Insolvenz an. Zum Missfallen der Investor:innen. Diese wittern "rechtswidrige Geschäfte" - und das in der Zeit vor dem Insolvenzantrag. Sie reichten nun Klage bei der österreichischen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und Korruption ein.

Insgesamt umfasst die Klageschrift 22 Seiten und diese sind gespickt mit pikanten Inhalten: Die Gläubiger führen darin auf, sie hätten "einen erheblichen Vermögensabfluss von mehr als 662 Millionen Euro von Signa Development an (indirekte) Aktionäre und Schwesterunternehmen festgestellt, für den es keine wirtschaftliche oder betriebliche Rechtfertigung gibt". Bei der Signa Development handelte es sich um das "Filet" des Konglomerats. Sie war nicht nur für die Entwicklung lukrativer Immobilien und deren schnellen Verkauf verantwortlich, sondern spülte auch beachtlich viel Geld in die Kassen.

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:newstime

Ein Totalverlust der Investitionen wird befürchtet

In der Klage der Investor:innen wird ein "vermutlich vorsätzlicher" Mangel an Transparenz seitens der Signa Development in der Zeit vor der Insolvenz aufgeführt. Man habe den Geldgeber:innen „keine wesentlichen Informationen offengelegt“ - und jetzt sei mit einem "Totalverlust“ des investierten Vermögens zu rechnen. Ob offiziell eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet wird, darüber habe man seitens der WKStA noch nicht entscheiden. Man prüfe allerdings derzeit die Begründetheit der Ansprüche.

Erhard Grossnigg, ein Vorstandsmitglied von Signa Development, der in die Selbstverwaltung des Unternehmens - und damit in dessen Restrukturierung -  eingebunden ist, soll es abgelehnt haben, sich zu den Verdachtsfällen der Investor:innen auf kriminelle Aktivitäten zu äußern. Andrea Fruhstorfer, externe Verwalterin von Signa Development, ließ sich dennoch zu einer Aussage bewegen: Es hätten zwar Transaktionen stattgefunden, allerdings nicht unmittelbar vor der Insolvenz und wenn, dann wurden diese "für Signa-Immobilienprojekte verwendet". Sie geht laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) sogar von einer Fortführung der zahlungsunfähigen Firma aus - obwohl bislang Forderungen in der Höhe von 470 Millionen Euro angemeldet worden seien.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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