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Mögliche Neuerungen für Patient:innen

Kostenreduzierung: Diese Änderungen im Gesundheitswesen sind möglich

  • Veröffentlicht: 18.07.2023
  • 13:15 Uhr
  • Clarissa Yigit
Kassen-Patient:innen müssen sich möglicherweise demnächst auf Änderungen einstellen.
Kassen-Patient:innen müssen sich möglicherweise demnächst auf Änderungen einstellen.© Foto: Marijan Murat/dpa

Aufgrund hoher Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen fordern Expert:innen einen Sparkurs. Höhere Beiträge und mehr Zuzahlungen könnten für Versicherte entstehen.

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Rund 290 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr für ihre Versicherten ausgegeben, schreibt der "Verband der Ersatzkassen". Dabei belaufen sich die reinen Leistungsausgaben auf rund 274,2 Milliarden Euro. Dabei würden rund sieben Milliarden Euro im Etat fehlen, ergänzt "Bild".

Um diese Lücke zu schließen, hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits angekündigt, dass eine Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im kommenden Jahr nicht ausbleibe. Zurzeit beläuft sich der Krankenkassenbeitrag auf 14,6 Prozent – eine Erhöhung um 0,2 bis 0,4 Prozent sei somit zu erwarten, erklärt der "Sozialverband Deutschland".

Expert:innen fordern daher einen Sparkurs, wie "Bild" hinzufügt. Dabei sollten nicht nur bestimmte Leistungen für Kassen-Patient:innen gekürzt, sondern auch die Zahl der Operationen in Kliniken reduziert werden.

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Jährlichen Leistungsausgaben der GKV im Jahr 2022

  • Prävention/Selbsthilfe: 3,3 Milliarden Euro
  • Vorsorge/Rehabilitation: 3,8 Milliarden Euro
  • Zahnersatz: 3,9 Milliarden Euro
  • Hilfsmittel: 10,4 Milliarden Euro
  • Heilmittel: 10,9 Milliarden Euro
  • Zahnärztliche Behandlung: 12,9 Milliarden Euro
  • Krankengeld: 17,9 Milliarden Euro
  • Ärztliche Behandlung: 46,1 Milliarden Euro
  • Arzneimittel: 48,8 Milliarden Euro
  • Krankenhaus 88,1 Milliarden Euro
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Mögliche zukünftige Kosten für Patient:innen:

Erhöhung der Krankenkassenbeiträge: Circa alle zwei bis drei Jahre sollten die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung erhöht werden, fordert Sozialexperte Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.

Risiko-Sportler sollten eine Zusatzversicherung abschließen oder eine höhere Eigenbeteiligung in Kauf nehmen. "Wer Motorrad oder Ski fährt, sollte eine Versicherung dafür abschließen oder eine höhere Eigenbeteiligung zahlen", zitiert "Bild" Raffelhüschen.

Kosten für homöopathische Mittel könnten demnächst ebenfalls selbst bezahlt werden müssen (Ausgaben 2020: 6,7 Millionen Euro)

Höhere oder komplette Übernahme der Zuzahlungen beim Zahnarzt durch Patient:innen (Ausgaben 2022: 13 Milliarden Euro für Zahnfüllungen, Wurzelkanalbehandlungen und Vorsorgeuntersuchungen)

Aufgrund möglicher Krankenhausschließungen könnten längere Wege auf die Patient:innen zu kommen.

Konzentration auf notwendige Operationen: Teure und oftmals unnötige Operationen beabsichtige Lauterbach mit der Reform einzudämmen.

Vermehrte "Schnell-Operationen": Künftig sollen bis zu vier Millionen (von 16 Millionen) Klinik-OPs (unter anderem Leisten- und Gelenk-OPs) von Praxisärzten durchgeführt werden, fordert laut "Bild" Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Dies würde rund zehn Milliarden Euro im Jahr einsparen und das Infektionsrisiko der Patient:innen mit beispielsweise Krankenhaus-Keimen reduzieren.

Um dies zu realisieren, würden Patient:innen nicht mehr in Krankenhäusern behandelt, sondern in kleinen OP-Zentren. Die zu behandelnden Personen würden morgens dorthin fahren und nachmittags wieder nach Hause geschickt.

Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, bezeichnet dies allerdings gegenüber "Bild" als "völlig unrealistisch", da Patient:innen schon jetzt sehr lange Wartezeiten bei einem Facharzt hinnehmen müssten. Zusätzliche ambulante Operationen durch Fachärzte könnten den Zustand somit noch verschlechtern und für noch längere Wartezeiten sorgen.

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