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"Jeder Versuch abgelehnt oder ignoriert"

Kreml beklagt Informationssperre durch Deutschland nach Nord-Stream-Sabotage

  • Aktualisiert: 23.02.2023
  • 11:03 Uhr
  • Lena Glöckner

Nach den Explosionen an Nord Stream 1 und 2 will Russland nicht über die anschließenden Ermittlungen informiert worden sein. Im Gegenteil -  jeder Versuch der Informationsbeschaffung sei abgelehnt worden.

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Russland widerspricht der Darstellung Deutschlands, Moskau sei über die Ermittlungen nach den Explosionen an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 informiert worden. "Jeder Versuch, uns Informationen zu verschaffen, wurde von ihnen abgelehnt oder ignoriert", sagte Russlands Vize-UN-Botschafter Dmitri Poljanski am Dienstag (21. Februar) vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu dem Thema.

Anderslautende Behauptungen bezeichnete der Diplomat als falsch. Damit bezog Poljanski sich auf einen Brief, den Deutschland, Schweden und Dänemark gemeinsam an den Weltsicherheitsrat gerichtet haben. Darin wird betont, dass Russland über die gemeinsamen Ermittlungen der drei Länder informiert wurde.

Moskau glaubt an Sabotage durch die USA

Die als Sabotage eingestuften Explosionen im September 2022 haben sich nach Auffassung Moskaus gegen Russland und Deutschland gerichtet. Der Kreml beschuldigte die USA, den Anschlag ausgeführt zu haben. Beweise für eine Beteiligung der USA gibt es nicht. Die russische Politik arbeitet sich allerdings seit Tagen an nicht belegten Behauptungen des US-Journalisten Seymour Hersh ab, der unter Berufung auf eine einzelne anonyme Quelle geschrieben hatte, US-Marinetaucher seien für die Explosionen in der Ostsee verantwortlich. Das Weiße Haus wies den Bericht als Erfindung zurück.

Bei der Bundesanwaltschaft laufen Ermittlungen zu den Sprengungen. Die Explosionen hatten in der Nähe der dänischen Ostsee-Insel Bornholm vier Lecks in die beiden Pipelines Nord Stream 1 und 2 gerissen. Russland hatte Nord Stream 1 zu dem Zeitpunkt wegen angeblicher technischer Probleme abgeschaltet. Die nach Angaben aus dem Kreml trotz Beschädigung weiter einsatzfähige Leitung Nord Stream 2 hat bis heute keine Zulassung von deutschen Behörden.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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