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Ursache bislang unbekannt

Leck an Ölpipeline "Druschba" in Polen entdeckt

  • Veröffentlicht: 12.10.2022
  • 11:18 Uhr
  • glö
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© dpa

Nun hat offenbar auch die Druschba-Pipeline ein Leck. Das teilte der Betreiber mit. Die Pipeline versorgt Europa, darunter auch Deutschland, mit Öl aus Russland.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • An der Ölpipeline Druschba ist ein Leck gefunden worden. 
  • Die erdölbasierte Substanz muss aktuell aus einem Maisfeld entfernt werden, bislang wurden 400 Kubikmeter abgepumpt.
  • Die Ursache für das Leck ist nach Unternehmensangaben noch unbekannt.

An einem der beiden Stränge der Ölpipeline Druschba ist nach Betreiberinformationen ein Leck gefunden worden. Wie das polnische Unternehmen PERN mitteilte, sei die Leitung an einem Strang etwa 70 Kilometer von der zentralpolnischen Stadt Plock entfernt beschädigt aufgefunden worden. Dies sei die Hauptleitung, über die das Rohöl nach Deutschland fließe. Die Ursache sei bislang unbekannt. Die Pipeline Druschba (Freundschaft) zählt zu den größten der Welt und beliefert mehrere Länder Mitteleuropas mit russischem Öl, auch die deutsche Raffinerie Schwedt in Brandenburg. Ihre Rohre verlaufen teils über und teils unter der Erde.

"Die Pumpen wurden sofort abgeschaltet. Der andere Strang der Ölpipeline ist unverändert in Betrieb", heißt es in dem Statement des Betreibers. Dies gelte auch für das restliche Netzwerk. An den Ort des Lecks seien Einsatzkräfte des Betreibers sowie die Feuerwehr entsandt worden.

Bislang wurden 400 Kubikmeter Öl abgepumpt

Ein Chemie- und Umweltsanierungsteam der Feuerwehr sei am Ort, sagte ein Feuerwehrsprecher dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP. Die Aktion könne wahrscheinlich mehrere Stunden dauern. Man konzentriere sich darauf, eine erdölbasierte Substanz aus einer Senke in einem Maisfeld abzupumpen. Bislang habe man 400 Kubikmeter Öl abgepumpt, die Durchleitung sei gestoppt und der Druck sinke. Die Feuerwehrleute seien noch dabei, den genauen Ort der Beschädigung zu lokalisieren.

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Auch Lecks an den beiden Nord-Stream-Pipelines entdeckt

Auch in beiden Röhren der Gaspipeline Nord Stream 1 und einer Röhre von Nord Stream 2 waren nach den Explosionen Ende September schwere Beschädigungen und mehrere Unterwasser-Lecks entdeckt worden. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatten sich mindestens zwei Detonationen ereignet, die zu vier Lecks führten. Die Lecks in den Pipelines, die von Russland nach Deutschland führen, befinden sich in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm teils in dänischen, teils in schwedischen Gewässern. Tagelang traten enorme Gasmengen aus.

In Brüssel kommen die Verteidigungsminister der Nato-Staaten am Mittwoch (12. Oktober) zu einem zweitägigen Treffen zusammen, um mitunter über die mutmaßlichen Sabotageakte zu sprechen. Es soll deshalb auch um zusätzlichen Schutz für kritische Infrastruktur gehen.

Verwendete Quellen:

  • Pressemitteilung PERN
  • Nachrichtenagentur dpa
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