Anzeige
Wettrüsten

Nach Sipri-Bericht: Diese Länder besitzen Atomwaffen

  • Veröffentlicht: 17.06.2024
  • 15:50 Uhr
  • Lara Teichmanis
Eine "Iskander-M"-Rakete wird während einer Demonstration des Internationalen Militärtechnischen Forums "ARMY-2016" im "Patriot"-Park der russischen Streitkräfte auf den Abschuss vorbereitet. Diese Raketen  können Atomwaffen tragen.
Eine "Iskander-M"-Rakete wird während einer Demonstration des Internationalen Militärtechnischen Forums "ARMY-2016" im "Patriot"-Park der russischen Streitkräfte auf den Abschuss vorbereitet. Diese Raketen  können Atomwaffen tragen.© Sergei Ilnitsky/EPA/dpa

Am Montag (17. Juni) veröffentlichte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri seinen Jahresbericht. Danach stieg die weltweite Zahl an einsatzbereiten Atomsprengkörpern kontinuierlich. 

Anzeige

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut dem Jahresbericht von Sipri steigt die Menge von einsatzbereiten Atomsprengkörpern weltweit.

  • Die meisten Atomwaffen besitzen demnach aktuell die USA und Russland.

  • Deutschland besitzt keine eigenen Nuklearwaffen.

Diese Länder haben Atomwaffen

Insgesamt neun Länder verfügen nach Angaben des Instituts über Atomwaffen. Spitzenreiter sind die USA und Russland. In ihren Beständen befinden sich etwa 90 Prozent aller nuklearen Sprengköpfe. Großbritannien rangiert auf dem dritten Platz, gefolgt von:  

  • Frankreich
  • China
  • Indien
  • Pakistan
  • Nordkorea
  • Israel
Insgesamt neun Länder weltweit haben eigene Atomwaffen.
Insgesamt neun Länder weltweit haben eigene Atomwaffen.:newstime

Zusätzlich zu ihren militärischen Beständen haben Russland und die USA jeweils mehr als 1.200 Sprengköpfe, die zuvor aus dem Militärarsenal genommen wurden und nach und nach abgebaut werden.

Im Video: Brisanter Zwischenfall - russisches Atom-U-Boot vor britischer Küste gesichtet

Brisanter Zwischenfall: Russisches Atom-U-Boot vor britischer Küste gesichtet

Anzeige
Anzeige

Keine Atomwaffen in der Bundesrepublik - oder doch?

Das deutsche Militär verfügt über keine Atom- oder Nuklearwaffen. Grund dafür sind die 1955 in Kraft getretenen Pariser Verträge nach dem Zweiten Weltkrieg.

Deutschland verpflichtete sich damals, alle vorhandenen ABC-Waffen, also atomare, biologische und chemische Massenvernichtungsmittel, zu vernichten.

Gleichzeitig war dadurch der Beitritt in das Verteidigungsbündnis der NATO und zur Westeuropäischen Union (WEU) gesichert. Seit damals steht Deutschland unter dem atomaren Schutzschirm der Vereinigten Staaten.

Im Video: Neuer Sipri-Bericht - weltweite Militärausgaben auf Allzeithoch

Neuer Sipri-Bericht: Weltweite Militärausgaben auf Allzeithoch

Allerdings befinden sich dennoch Atomwaffen auf deutschem Staatsgebiet. Da Deutschland als NATO-Mitgliedsland eine sogenannte nukleare Teilhabe hat, werden für den Ernstfall amerikanische Atomwaffen auf deutschem Boden gelagert. Diese etwa 10 bis 20 Atomwaffen werden in Büchel, dem Standort des Jagdbomben-Geschwaders 33 der Bundeswehr, gelagert.

Wie nah ist der Iran an einer Atombombe?

Bereits seit 2003 ist bekannt, dass der Iran Uran anreichert. Aus Sorge um weitere Nuklearwaffen unterzeichneten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Russland, China und der Iran 2015 die sogenannte Wiener Nuklearvereinbarung.

In dieser sollte das iranische Regime von der Entwicklung und Herstellung von Atomwaffen abgehalten werden. Allerdings erklärte 2018 der damalige US-Präsident Donald Trump das Abkommen für nichtig und kündigte Sanktionen gegen Iran an. 

Laut Atomenergie-Organisation Chef Rafael Grossi bräuchte das 2015 verhandelte Abkommen ein dringendes Update, berichtet die "Tagesschau".

Mittlerweile vermuten Expert:innen, dass die islamische Republik über ausreichend Uran für mindestens drei Atombomben verfügt, so ein Bericht der "Washington Post".

Anzeige
Anzeige
2. Juni 2024, Iran, Teheran: Irans ehemaliger Präsident Mahmud Ahmadinedschad lässt sich als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen registrieren.
News

Neuwahlen am 28. Juni

Raisi-Nachfolge im Iran: Ex-Präsident Ahmadinedschad bewirbt sich

Irans Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad bewirbt sich als Nachfolger von Ebrahim Raisi, der kürzlich bei einem Flugzeugabsturz starb. Der neue Präsident wird am 28. Juni gewählt.

  • 03.06.2024
  • 16:37 Uhr

Auswirkung auf internationale Beziehungen

Dabei will sich aber keiner so recht in die Karten schauen lassen. Die Transparenz in Bezug auf die Nuklearstreitkräfte der beiden führenden Länder habe nach Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Februar 2022 abgenommen, beklagen die Sipri-Expert:innen.

Auch in den übrigen Ländern sei die Transparenz zurückgegangen. An Bedeutung gewonnen habe hingegen die Debatte über Vereinbarungen zur gemeinsamen Nutzung von Atomwaffen.

Anzeige
Anzeige

"Wir haben seit dem Kalten Krieg nicht mehr erlebt, dass Atomwaffen eine so herausragende Rolle in den internationalen Beziehungen spielen", sagte Wilfred Wan, Leiter des Sipri-Programms für Massenvernichtungswaffen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bundeszentrale für politische Bildung: Atomwaffen in Europa
  • Washington Post: "Nuclear deal in tatters, Iran edges close to weapons capability"
  • Tagesschau: "Der Iran hat genug Material für eine Atombombe"
Mehr News und Videos
15. Juli 2024, USA, Butler: Die Luftaufnahme zeigt die Butler Farm Show, den Schauplatz der Wahlkampfveranstaltung, bei der Trump während seiner Rede am 13. Juli angeschossen wurde.
News

Trump-Attentäter recherchierte vor Anschlag zu Amoklauf in Michigan

  • 19.07.2024
  • 18:04 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group