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Neue Erkenntnisse

Nahtoderfahrung: Studie enthüllt, was mit uns passiert, wenn das Herz stillsteht

  • Aktualisiert: 27.09.2023
  • 14:23 Uhr
  • Teresa Gunsch
"Das Licht am Ende des Tunnels" - eine häufig gemachte Erfahrung
"Das Licht am Ende des Tunnels" - eine häufig gemachte Erfahrung© hamish - stock.adobe.com

Was geschieht in den letzten Momenten unseres Lebens? Eine faszinierende Studie wirft Licht auf die Gehirnaktivitäten beim Sterben.

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Was passiert, wenn wir sterben, beschäftigt die Menschheit seit jeher. Religionen suchen nach Antworten, und die Wissenschaft versucht, die letzten Momente unseres Lebens zu entschlüsseln. Doch das Problem bei der Erforschung des Todes liegt auf der Hand: Personen, die gestorben sind, können keine Auskunft mehr geben. Diejenigen, die nahe dem Tod waren und zurückkehren, könnten von Halluzinationen und Erinnerungen geprägt sein.

Die Gehirnaktivität beim Sterben: Neue Erkenntnisse

Eine beeindruckende Studie unter der Leitung von Kardiologe Sam Parnia von der New York University hat versucht, Licht in diese Dunkelheit zu bringen. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden 567 Patient:innen, die einen Herzstillstand erlitten hatten, an ein Elektroenzephalogramm (EEG) angeschlossen. Während gleichzeitig Reanimationsversuche unternommen wurden, um ihr Herz wiederzubeleben. Nur zehn Prozent dieser Patient:innen überlebten, und von ihnen konnten 28 über ihre Erfahrungen berichten. Weitere 126 Personen, die außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand hatten und "zurückgekehrt" waren, wurden ebenfalls befragt.

Erstaunlicherweise konnten sich 40 Prozent der Befragten in gewisser Weise an die Momente nach dem Herzstillstand und die Wiederbelebungsmaßnahmen erinnern. Einige berichteten von real wirkenden Erfahrungen während der Reanimation, während die meisten klassische Nahtoderfahrungen beschrieben, wie das Verlassen des eigenen Körpers oder das Durchleben des Lebensrückblicks.

Im Video: Wiederbelebung bei Herzstillstand: So wichtig sind lebensrettende Maßnahmen

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Die Verbindung zwischen Gehirnaktivität und Erinnerungen

Die Verbindung zwischen Gehirnaktivität und späteren Erinnerungen bleibt umstritten. Dennoch interpretiert Parnia die EEG-Daten als "biologische Marker" für Bewusstsein. Die Studie legt nahe, dass das Bewusstsein auch nach dem Verlust der Gehirnaktivität nicht sofort erlischt.

"Bisher ging man davon aus, dass das Gehirn zehn Minuten nach Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr durch den Herzstillstand irreversible Schäden davonträgt. Unsere Studie zeigt aber, dass das Gehirn seine elektrische Aktivität deutlich später wiederherstellen kann", erklärt Parnia.

:newstime

Obwohl weitere Forschung nötig ist, könnten diese Erkenntnisse die Art und Weise beeinflussen, wie wir Patient:innen in lebensbedrohlichen Situationen behandeln. Die Idee, dass das Gehirn nach einem Herzstillstand länger aktiv sein kann als bisher angenommen, eröffnet neue Möglichkeiten zur Verhinderung von Hirnschäden.

Die Frage, warum so viele Menschen Nahtoderfahrungen erleben, bleibt ein Rätsel. Möglicherweise lösen sich im Sterbeprozess Barrieren im Gehirn auf, die normalerweise Gedanken und Erinnerungen filtern. Es ist klar, dass diese Erkenntnisse einen tiefgreifenden Einfluss auf die medizinische Behandlung und das Verständnis des Todes haben könnten.

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