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Elizabeth tritt die letzte Reise an

Nicht nur Großbritannien hält den Atem an: Staatsakt für Queen bewegt Milliarden

  • Veröffentlicht: 19.09.2022
  • 14:57 Uhr
  • glö
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Die Welt blickt nach London: Kaiser, Könige und Präsidenten haben sich gemeinsam mit der Royal Family von Queen Elizabeth II. verabschiedet. Das Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey ist ein Jahrhundertereignis, nicht nur für Großbritannien.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Royal Family verabschiedet sich im Beisein von Staatspräsidenten und Königen aus aller Welt von der Queen.
  • Der Erzbischof sagt in seiner Rede über die Queen: "Sie war lebendig, sie war präsent, sie hat viele von uns berührt."
  • Die Briten erwarten 4,1 Milliarden TV-Zuschauer, Steinmeier spricht von einem "Jahrhundertereignis".

Alle sind sie gekommen, um der Queen die letzte Ehre zu erweisen: 2.000 geladene Gäste und unzählige Schaulustige nahmen am 19. September auf der Straßen Londons Abschied von der britischen Königin. Hinter ihrem geschmückten Sarg betrat ihr Sohn, König Charles III., pünktlich um 12 Uhr zur Trauerfeier die Kirche. Auch ihre anderen Kinder, Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward, sowie die Enkel Prinz William und Prinz Harry waren Teil des Trauerzugs.

Andrew und Harry sind derweil – wie erwartet – nicht in Uniform zum Staatsbegräbnis für die Queen gekommen. Dabei waren beide im Militäreinsatz - Andrew im Falklandkrieg und Harry in Afghanistan. Allerdings sind sie keine aktiven Mitglieder der Royal Family mehr: Queen-Sohn Andrew wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein, Enkel Harry hatte seine royalen Pflichten freiwillig aufgegeben. Beide Männer trugen zur Trauerfeier ihre Medaillen und Cutaway, den Anzug für solche Anlässe. Bei der Totenwache in der Westminster Hall waren beide zuvor ausnahmsweise in Uniform erschienen.

Auch Prinz George und Prinzessin Charlotte in Westminster Abbey

Als jüngste Teilnehmer innerhalb der Royal Family haben auch Prinz George (9) und Prinzessin Charlotte (7) am Trauergottesdienst für die Queen in der Westminster Abbey teilgenommen. Feierlich und mit ernster Miene zogen die Kinder von Thronfolger William und seiner Frau, Prinzessin Kate, mit in das Gotteshaus ein. Sie gingen zwischen ihren Eltern und schritten langsam hinter dem Sarg ihrer Urgroßmutter her.

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Charlotte schaute viel zu Boden und trug einen schwarzen Hut mit Schleife über ihrem langen blonden Haar und einen Mantel, sie hielt ihre Hände vor sich gefaltet. George trug einen dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte und hielt seine Arme an seiner Seite und schaute meist geradeaus.
Zuvor hatte die Glocke der Kirche 96 Minuten lang einmal pro Minute geläutet. Damit sollte jedes Lebensjahres der vor eineinhalb Wochen gestorbenen Königin gedacht werden.

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Erzbischof über die Queen: "Sie war lebendig, sie war präsent, sie hat viele von uns berührt"

Unter den Gästen waren US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der japanische Kaiser Naruhito mit ihren jeweiligen Partnerinnen. Auch die noch lebenden Ex-Premierminister sowie die amtierende britische Regierungschefin Liz Truss nahmen an der Zeremonie teil.
In einer wohltemperierten Predigt pries der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, die Queen für ihre Unerschütterlichkeit. "Sie war lebendig, sie war präsent, sie hat viele von uns berührt." Während der Sarg aus der Kathedrale getragen wurde, ertönte die schwermütige Musik des persönlichen Dudelsackspielers der Königin. Es war "The Queen's Piper", der jeden Morgen, wenn sie in Schottland weilte, unter ihrem Schlafzimmer stand, um sie mit seinen Melodien zu wecken. "Sleep, Dearie, Sleep" spielte er nun. "Schlaf, Liebes, schlaf".

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Und auch auf den Straßen war die Anteilnahme gewaltig. Entlang der Strecke, auf der der Sarg der Königin von der Westminster Abbey zum Wellington Arch geleitet wurde, gab es keine Plätze mehr, teilte das Rathaus mit. "Für Neuankömmlinge gibt es keinen Einlass. Vom Triumphbogen Wellington Arch soll es weiter Richtung Windsor gehen. Dort wird die Queen am Abend neben ihrem geliebten Philip die letzte Ruhe finden. Er, der 99 Jahre alte Herzog von Edinburgh, war erst vor gut einem Jahr zu Grabe getragen worden. Die Beisetzung findet im Familienkreis statt.

4,1 Milliarden TV-Zuschauer erwartet

Das Staatsbegräbnis ist auch eine enorme Herausforderung für die Behörden: Polizei, Geheimdienste und Anti-Terror-Einheiten koordinieren dafür die wohl größte Sicherheitsoperation, die die Stadt je erlebt hat. Derweil steht das Land still - fast überall blieben Schulen und Universitäten sowie Geschäfte und Pubs geschlossen. Hunderttausende Trauernde wurden auf den Straßen Londons erwartet. "Daily Mail" prophezeite zuvor, es werde 4,1 Milliarden TV-Zuschauer geben.
Auch auf die Reisepläne zahlreicher Menschen hatte das Ereignis massive Auswirkungen. Am wichtigen Londoner Flughafen Heathrow wurden mehr als 100 Flüge abgesagt. Die Einflugschneisen führen über die Londoner Innenstadt oder das Schloss Windsor, wo am Abend die Beisetzung der Königin geplant ist. Man wolle sichergehen, dass während der Zeremonie Stille herrsche, teilte der Airport mit.

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Steinmeier spricht von "Jahrhundertereignis"

Für diejenigen, die am Montag nicht nach London oder Windsor anreisen konnten, wird die Trauerfeier in landesweit 125 Kinos und vielen Kirchen übertragen. Auch wurden an öffentlichen Orten Leinwände aufgebaut. Etwa in Nordirland soll das Event in Parks und öffentlichen Gebäuden gezeigt werden.
Der König hatte sich in einer Mitteilung am Sonntagabend "zutiefst berührt" von den vielen Botschaften der Anteilnahme gezeigt. Der 73-Jährige bedankte sich bei den "unzähligen Menschen, die solch eine Stütze und Trost für meine Familie und mich in dieser Zeit der Trauer waren."
Die BBC zitierte einen ausländischen Diplomaten mit den Worten: "Das ist das Begräbnis des Jahrhunderts." Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einem "Jahrhundertereignis". "Man war es über 70 Jahre gewohnt, sich hinter dieser Königin zu versammeln, und jetzt spüren alle: Da fehlt etwas, und das fehlt eben nicht nur in Großbritannien und in London, sondern es fehlt weltweit", sagte Steinmeier im ZDF-"heute journal".

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  •  "Daily Mail": "Queen's funeral is expected to become the world's most watched broadcast of all time with 4.1BILLION viewers"
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