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Abenteurer berichtet

"Nicht ganz ausgereift": Ehemaliger Passagier über Fahrt in Titanic-U-Boot "Titan"

  • Veröffentlicht: 21.06.2023
  • 17:49 Uhr
  • Anne Funk

Arthur Loibl ist großer Titanic-Fan. 2021 erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch und fuhr mit dem Tauchboot "Titan" zum Wrack des legendären Schiffes. Im Gespräch mit :newstime schildert er seine Erlebnisse.

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Seit Sonntag (18. Juni) sorgt ein kleines U-Boot für großes Aufsehen: Das Tauchboot "Titan" hatte sich auf den Weg zum Meeresgrund gemacht, damit die zahlenden Passagiere einen exklusiven Blick auf das Wrack des legendären Luxusliners Titanic werfen können. 

Doch das Tauchboot kehrte nicht zurück. Aktuell wird fieberhaft nach dem kleinen Gefährt gesucht, dabei drängt die Zeit. Die Luft im Inneren reicht nicht mehr lange aus. Weltweit wird die Suche nach der "Titan" verfolgt, auch im bayerischen Straubing zittert der Titanic-Fan Arthur Loibl mit. Er war selbst bereits einmal an Bord des Mini-U-Boots und tauchte damit 2021 als einer der ersten Mitfahrer zum Titanic-Wrack.

Im Gespräch mit :newstime erklärt Loibl, warum er diese Fahrt unbedingt erleben musste. Sowohl die Abenteuerlust habe ihn dazu bewegt, als auch die Erzählungen seines Vaters, der früher öfter Schwarz-Weiß-Filme über die Titanic geschaut hatte und davon lebhaft erzählt habe. "Das ist einfach in Erinnerung geblieben", so Loibl.

Arthur Loibl (rechts) an Bord des Tauchboots zur Titanic im Jahr 2021.
Arthur Loibl (rechts) an Bord des Tauchboots zur Titanic im Jahr 2021.© Arthur Loibl

U-Boot sei ein primitives "Stück Rohr"

Die Passagiere, die aktuell vermisst werden, sollen pro Person etwa 250.000 Dollar für die Tauchfahrt ausgegeben haben. Loibl zahlte seinerzeit 110.000 Dollar für die Fahrt in die Tiefsee. Dabei sei aber nicht nur ein einziger Tauchgang vorgesehen gewesen. "Man fährt 36 Stunden raus, 36 Stunden wieder zurück und die restlichen fünf Tage sind eigentlich fünf Tauchgänge geplant." Bei ihm hätten dann allerdings aufgrund des schlechten Wetters nur zwei Tauchgänge tatsächlich stattgefunden. Wegen technischer Probleme habe ein weiterer Tauchgang abgebrochen werden müssen. 

Das Boot selbst bezeichnet Loibl als "primitiv", man könne es eigentlich auch nicht als U-Boot bezeichnen. Denn ein solches könne selbst in den Hafen fahren, die "Titan" braucht zum Transport das Mutterschiff. Das Tauchboot sei "ein Stück Rohr, wo hinten und vorne (...) der Deckel drauf ist und dann sitzt man am Boden drin, ohne jeden Komfort. Man kann nicht stehen, man kann nicht knien, weil es einfach so eng ist".

Vom Boot habe Loibl den Eindruck gehabt, es sei neu und "nicht voll ausgereift". Denn es habe "einen Haufen Probleme mit den Batterien" gegeben. Der Veranstalter Ocean Gate Expeditions sei "ok" gewesen. Doch man habe gemerkt: "Die Technik ist noch nicht ganz ausgereift."

Das gesamte :newstime-Interview mit Arthur Loibl sehen Sie oben im Video.

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