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"Artemis"-Mission verschoben

Rückschlag für NASA: Frühestens 2026 landen wieder Amerikaner auf dem Mond

  • Veröffentlicht: 10.01.2024
  • 10:06 Uhr
  • Michael Reimers

Die ursprünglich für November 2024 geplante bemannte Mondumrundung "Artemis 2" muss wegen technischer Probleme auf September 2025 verschoben werden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die bemannte Mondumrundung "Artemis 2" ist nun erst für September 2025 geplant.

  • Als Gründe gab die NASA Probleme mit der Rakete und dem Raumschiff an.

  • Die bemannte Mondlandung "Artemis 3" verschiebt sich deshalb auf September 2026.

Das erneute Betreten des Mondes durch Menschen verzögert sich. Die bisher für November 2024 vorgesehene bemannte Mondumrundung "Artemis 2" werde wegen Problemen mit Rakete und Raumschiff auf September 2025 verschoben, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Dienstag (9. Januar) mit. Deshalb sei nun die bemannte Mondlandung "Artemis 3" erst für September 2026 geplant. "Artemis 4", eine weitere geplante Mondlandung, sei nach wie vor für September 2028 avisiert.

Bei Vibrationstests seien Probleme mit den Batterien der von Lockheed Martin gebauten "Orion"-Kapsel festgestellt worden, sagten zwei mit der Mission vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Batterien müssten ersetzt werden. Es wäre der erste Flug mit Besatzung gewesen, nachdem die Kapsel 2022 bei einem ersten Test ohne Austronauten an Bord gestartet war.

"Wir machen etwas unglaublich Schwieriges", sagte NASA-Chef Bill Nelson. "Und Sicherheit hat für uns höchste Priorität." Deshalb wolle man den Teams mehr Zeit geben. Unter anderem müsse das Hitze-Schutzschild der "Orion"-Kapsel noch überarbeitet werden.

Im Video: Probleme nach dem Start – Erste kommerzielle Mondlandung gescheitert?

Der nächste Menschenbesuch auf dem Mond verzögert sich

Im Rahmen des "Artemis"-Mondprogramms der US-Raumfahrtbehörde sollen vier Astronaut:innen zunächst zehn Tage den Mond umrunden und dann auf ihm landen. Ursprünglich sollte das Vorhaben bereits bis 2024 realisiert werden, diese Zeitplanung war von Expert:innen aber von Beginn an angezweifelt worden.

Im Rahmen des nach der griechischen Mondgöttin Artemis benannten Programms der NASA würden erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person den Mond betreten. Gemeinsam mit ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen sollte Astronautin Christina Koch den bisherigen Plänen zufolge im November 2024 mit der "Orion"-Kapsel rund zehn Tage lang um den Mond umkreisen.

Damit wären sie die ersten vier Raumfahrer:innen in der Nähe des Mondes gewesen, seit die Astronauten der "Apollo" (benannt nach dem Zwillingsbruder von Göttin Artemis) den Erdtrabanten vor einem halben Jahrhundert als erste Menschen betraten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit ihren "Apollo"-Missionen 11 bis 17 in den Jahren 1969 bis 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

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Der Anfang ist gemacht: "Artemis 1" lief erfolgreich

Ende 2022 waren als "Artemis"-Mission 1 das Raketensystem "Space Launch System" und die Kapsel "Orion" unbemannt bereits erfolgreich getestet worden. Neben der NASA als Hauptfinanzier sind am Mondprogramm "Artemis" auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA sowie die kanadische und die japanische Weltraumagentur beteiligt.

"Es bleibt spannend", sagte der frühere ESA-Präsident Jan Wörner der Deutschen Presse-Agentur. Raumfahrt sei weiterhin anspruchsvoll und potenziell gefährlich. Früher habe man sich vom sogenannten "Space Race" zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion zu hohen Risiken treiben lassen, aber diese Ära sei vorbei, so Wörner. "Es ist deshalb vernünftig, den Start zu verschieben, wenn man Schwierigkeiten erkennt – insbesondere in der astronautischen Raumfahrt."

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Erste kommerzielle Mondlandung scheiterte

Schon zu Beginn der Woche hatte die US-Raumfahrtbehörde einen Mond-Rückschlag hinnehmen müssen, als eine von der Nasa unterstützte private US-Raumfahrtmission mit dem Ziel einer ersten erfolgreichen kommerziellen Landung auf dem Mond scheiterte. Der Start der Kapsel "Peregrine" des Unternehmens Astrobotic aus Pittsburgh am Montag (8. Januar) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral klappte zwar, doch danach gab es Probleme mit dem Antriebssystem, die die geplante Mondlandung unmöglich machten.

Die Nasa arbeitet immer enger mit kommerziellen Anbietern zusammen, weil sich das als effizienter und letztendlich kostensparender Weg erwiesen hat. Bei der "Peregrine Mission 1" konnten sich Privatpersonen Raum für den Transport von Material zum Mond in dem Lander kaufen, der 1,9 Meter hoch ist und einen Durchmesser von 2,5 Metern hat.

Im April 2023 war bereits eine japanische Firma bei einer ähnlichen Mond-Mission gescheitert, als Grund gab das Unternehmen Ispace eine fehlerhafte Höhenberechnung des Landers beim Landeversuch an. Deutlich erfolgreicher in Sachen Mond war zuletzt China: Drei unbemannte Mond-Lander hatte das China seit 2013 erfolgreich auf der Oberfläche des Erdtrabanten landen können und plant einen weiteren in diesem Jahr.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur Reuters
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