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Lehrermangel an den Schulen

Sachsen-Anhalt: Lehrer sollen eine Stunde länger arbeiten

  • Aktualisiert: 20.01.2023
  • 16:37 Uhr
  • Clarissa Yigit

Mehrarbeit, mehr Geld für Grundschullehrer:innen und weitere Maßnahmen sollen den Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt kompensieren. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt will den Lehrermangel an den Schulen bekämpfen.

  • Hierzu sollen die Lehrer:innen eine Stunde pro Woche mehr arbeiten.

  • Grundschulehrer:innen sollen künftig mehr verdienen.

Wie in vielen Bundesländern herrscht auch in Sachsen-Anhalt akuter Lehrermangel. Dieser soll nun mit einer Stunde mehr Arbeitszeit pro Woche bekämpft werden. Heißt konkret, dass Grundschullehrer:innen nun 28 statt bislang 27 und bei Sekundarschule- und Gymnasiallehrern 26 statt 25 Stunden vor einer Klasse unterrichten sollen.

Zudem sollen Grundschullehrkräfte besser bezahlt werden und Budgets, um Personallücken zu schließen, bekommen die Schulen ebenfalls. "Überall fehlen Lehrerinnen und Lehrer, überall fallen Stunden aus", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstagabend (19. Januar) in Magdeburg. "Den Unterrichtsausfall wollen wir in Richtung Null schieben", betont er.

Haseloff hatte zu einem bildungspolitischen Dialog mit verschiedenen Akteuren in die Staatskanzlei eingeladen, um das Maßnahmenpaket vorzustellen.

Ab wann gilt die neue Regelung?

Bereits ab dem kommenden Schulhalbjahr solle die Regelung gelten. Somit könne etwa die Hälfte von den etwa 1.000 fehlenden Lehrkräften an den Schulen kompensiert werden, prognostiziert Haseloff. Allerdings solle diese Verpflichtung zeitlich befristet sein. Die zusätzlichen Stunden sollten entweder vergütet oder auf ein Arbeitszeitkonto angerechnet werden.

Auch mit der schrittweisen Erhöhung der Besoldung für Grundschullehrer:innen soll in diesem Jahr begonnen werden, sagte der Ministerpräsident. Wie die Stufen ausgestaltet werden, entscheidet der Landtag. Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verdienen Grundschullehrkräfte in Sachsen-Anhalt bis zu 500 Euro weniger als ihre Kolleg:innen anderer Schulformen.

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Welche Lücke soll noch geschlossen werden?

So hat sich die Landesregierung auch für den Krankheitsfall Gedanken gemacht. Es soll künftig möglich sein, zügig Kolleg:innen von Schulen in der Nachbarschaft abzuordnen. Hierfür sollen die Lehrer:innen eine Zulage erhalten – dies diene als Anreiz. Außerdem solle zur Unterstützung ein Pool an Lehrkräften für den Norden und den Süden des Landes aufgebaut werden.

Auch erhalten die Schulen ein Budget, mit dem sie selbst Menschen bezahlen können, die Unterrichtsausfall vermeiden helfen. Dies könne 350 fehlende Stellen ausgleichen und koste rund 20 bis 25 Millionen Euro, betont Haselhoff.

Um die Lehrerausbildung wieder attraktiver zu gestalten, solle es ein Anwärtermodell für Grund- und Sekundarschulen geben. Nach der Einstellung in den öffentlichen Dienst absolvierten die Studierenden ihr Studium als Beschäftigte. Dieses Modell gebe es bereits bei der Polizei.

Kritik aus mehreren Lagern

Die Landesvorsitzende der GEW in Sachsen-Anhalt, Eva Gerth, lehne diesen "Zwang" zur Mehrarbeit allerdings ab und verließ noch vor dem Ende aus Protest die Staatskanzlei. "Völlig unnötig und ein falsches Signal an die Schulen" würde diese Maßnahme bedeuten, wird Gerth von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. Auch sei in der Veranstaltung kein Dialog entstanden. Es wurden lediglich Maßnahmen vorgestellt.

"Desaströs" nennt die Fraktion der Linken die Maßnahmen. Sie zeige die Rücksichtslosigkeit und das Unverständnis der Landesregierung gegenüber Lehrer:innen, schreibt die dpa.

Und "insgesamt ernüchternd" beschreibt die Grünen-Fraktion die von Haselhoff angekündigten Schritte. „Wir brauchen Maßnahmen, die den Lehrberuf attraktiver machen, anstatt noch mehr Menschen durch weitere Überlastung aus dem Beruf zu vergraulen", kritisiert die bildungspolitische Sprecherin der Partei, Susan Sziborra-Seidlitz abschließend.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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