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Traditionsfirma in Schieflage

Scherbenhaufen: Glas-Hersteller Ritzenhoff insolvent

  • Veröffentlicht: 29.01.2024
  • 09:20 Uhr
  • Stefan Kendzia
Der Glas-Hersteller Ritzenhoff ist in finanzielle Schieflage geraten. Die Firma soll jetzt einen Insolvenzantrag eingereicht haben.
Der Glas-Hersteller Ritzenhoff ist in finanzielle Schieflage geraten. Die Firma soll jetzt einen Insolvenzantrag eingereicht haben.© Bernd Thissen/dpa

Nach 120 Jahren Tradition in der Glasproduktion musste der Glas-Hersteller Ritzenhoff AG aus Marsberg im Sauerland Insolvenz beantragen. Einer der größten Trinkglas-Hersteller Europas liegt damit in Scherben.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Traditionsunternehmen hat jetzt nach 120-jähriger Firmengeschichte den Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

  • Die Verfahrenseinleitung soll keine Auswirkungen auf die laufenden Geschäftsprozesse haben, wie die Firma betont.

  • Unterstützt werden soll die Restrukturierung durch Robert Tönnies, Mitgesellschafter des Fleischproduzenten Tönnies.

Oftmals bunt, fast immer außergewöhnlich und nahezu in jedem deutschen Haushalt zu finden: Gläser von Ritzenhoff. Das Traditionsunternehmen hat jetzt nach 120-jähriger Firmengeschichte den Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingereicht - in der Hoffnung, eine Stabilisierung des Unternehmens herbeizuführen.

Im Video: Über 450 Jahre alte Traditionsbrauerei in Bayern ist pleite

Hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie Nachwirkungen der Corona-Pandemie tragen zur Schieflage bei

Schlechte Nachrichten aus dem Hause Ritzenhoff: Der Traditions-Glashersteller aus dem Sauerland ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und musste die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen. Auf Wunsch des Unternehmens soll die Abwicklung in Eigenverwaltung realisiert werden. Diesem Antrag hat das Amtsgerichts Arnsberg laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) bereits stattgegeben. Nach Angaben Ritzenhoffs sollen rund 430 Mitarbeiter:innen beschäftigt sein, der Jahresumsatz lag zuletzt bei etwa 60 Millionen Euro. Wie hoch der Verlust allerdings ist, dazu gibt es keine Angaben.

Wir sind zuversichtlich, dass dieser Prozess unsere Unternehmensstruktur stärken [...] wird.

Carsten Schumacher, CEO Ritzenhoff AG

Ritzenhoff ist nicht das erste Unternehmen, das unter der derzeitigen Lage leidet: "Die nachteiligen wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre machen eine umfassende Restrukturierung für eine langfristige Sanierung erforderlich. Die Ritzenhoff AG war als energieintensives Unternehmen besonders von den gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie Nachwirkungen der Covid-Pandemie betroffen, welche das Geschäftsumfeld und die Lieferketten nachhaltig belastet und beeinflusst haben. Das betrifft auch daraus resultierende Veränderungen im Kunden- und Kaufverhalten, insbesondere im Brauereisektor, die einen tiefgreifenden Strategiewechsel erforderlich machen", wie der Glas-Hersteller mitteilt.

Ritzenhoff-Chef Carsten Schumacher gibt sich dabei optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass dieser Prozess unsere Unternehmensstruktur stärken und uns ermöglichen wird, weiterhin höchste Qualität "Made in Germany" zu erbringen." Die Verfahrenseinleitung habe keine Auswirkungen auf die laufenden Geschäftsprozesse, betonte die Firma. Unterstützt werden soll die Restrukturierung durch Robert Tönnies, Mitgesellschafter des Fleischproduzenten Tönnies und Neffe vom Co-Eigner Clemens Tönnies. Robert Tönnies hatte sich den Angaben zufolge im Herbst 2023 an Ritzenhoff beteiligt.

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  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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