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In acht Bundesländern

Sie verkauften Chinesen Aufenthaltstitel: Großrazzia gegen Schleuser, zahlreiche Verhaftungen

  • Aktualisiert: 17.04.2024
  • 09:38 Uhr
  • Anne Funk
Polizeibeamte in der Nähe eines Gebäudes in Solingen, das durchsucht wird.
Polizeibeamte in der Nähe eines Gebäudes in Solingen, das durchsucht wird.© Gianni Gattus/dpa

Die Bande soll vor allem an Chinesen gegen viel Geld Aufenthaltstitel verkauft haben - in Hunderten Fällen. Nun hat die Justiz zugeschlagen, frühmorgens rückten 1.000 Beamte aus.

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Inhalt

  • Sechsstellige Summen für Aufenthaltstitel
  • Auch Rechtsanwälte verhaftet
  • Schleuser werden risikobereiter

Bei einer groß angelegten Razzia in acht Bundesländern gegen eine international agierende Schleuserbande hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zehn Verdächtige verhaften lassen. An dem Einsatz waren seit dem frühen Mittwochmorgen (17. April) mehr als 1.000 Beamt:innen der Bundespolizei und der Staatsanwaltschaft beteiligt.

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Sechsstellige Summen für Aufenthaltstitel

Insgesamt wurden 101 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, darunter auch zwei Rechtsanwaltskanzleien, wie die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin bei Bonn mitteilte. Unter Ausnutzung von Sonderregeln für ausländische Fachkräfte soll die mutmaßliche Schleuserbande etwa 350 zumeist chinesischen Staatsangehörigen gegen fünf- und sechsstellige Eurobeträge Aufenthaltserlaubnisse verschafft haben.

Im Video: Dämmen Grenzkontrollen die Schleuserkriminalität ein?

Razzien gab es in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Dabei wurden auch Vermögenswerte sichergestellt, zudem wurde nach Beweismitteln gesucht. Laut "Bild" geht es auch um den Verdacht, dass Mitarbeitende von Ausländerämtern bestochen wurden.

Auch Rechtsanwälte verhaftet

Der Schwerpunkt der Ermittlungen lag in Nordrhein-Westfalen, wo die zehn Beschuldigten verhaftet wurden. Darunter waren ein Rechtsanwalt und eine Rechtsanwältin. Am Nachmittag war eine Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf geplant. Einsatzorte waren nach Angaben eines Sprechers unter anderem Solingen, Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Düsseldorf sowie Berlin und Aachen.

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Unter Einschleusen versteht man die Hilfe zur unerlaubten Einreise nach Deutschland, zumeist gegen Geld. Dabei geht es um Fahrdienste, falsche Dokumente, Reiseorganisation oder die Unterbringung. Die unerlaubte Einreise und der unerlaubte Aufenthalt sind nach Aufenthaltsgesetz strafbar. Wer sich hierzulande ohne den erforderlichen Aufenthaltstitel aufhält, hat das Bundesgebiet zu verlassen. Für gewerbsmäßiges Einschleusen drohen Freiheitsstrafen zwischen 1 und 15 Jahren.

Schleuser werden risikobereiter

Im Jahr 2022 haben Bundeskriminalamt und Bundespolizei deutschlandweit 4.936 Fälle von Schleusungen registriert - ein Plus von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hintergrund ist der starke Anstieg irregulärer Migration nach Europa. Im aktuellen "Lagebild Schleusungskriminalität" von 2022 heißt es, die Täter agierten "sehr professionell und flexibel", auch gebe es eine zunehmende Risikobereitschaft.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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