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Schwerer Start ins Leben

Sitzenbleiben in der Grundschule: 40 Erstklässler in Ludwigshafen versetzungsgefährdet

  • Veröffentlicht: 21.04.2023
  • 10:09 Uhr
  • Stefan Kendzia
An der Gräfenauschule in Ludwigshafen müssen wohl 40 Erstklässler das Schuljahr wiederholen. (Symbolbild)
An der Gräfenauschule in Ludwigshafen müssen wohl 40 Erstklässler das Schuljahr wiederholen. (Symbolbild)© Sebastian Gollnow/dpa

Ludwigshafen, Gräfenauschule. Da, wo fröhliches Kindergeschrei den Pausenhof erfüllen sollte, geht gerade die Angst um: Insgesamt sollen 40 Erstklässler versetzungsgefährdet sein. Aufgrund der extrem hohen Anzahl schlägt die Schulrektorin Alarm.

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Letztes Jahr waren es um die 20 Erstklässler, die nicht versetzt wurden. Diese immens hohe Anzahl wird wohl in diesem Jahr noch getoppt: 40 Kinder sollen es im schlimmsten Fall sein, die das Klassenziel nicht erreichen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. "Auch in anderen Klassenstufen gibt es Wiederholer - aber bei weitem nicht so viele", so die Rektorin Barbara Mächtle. 

Im Video: Immer mehr Schüler bleiben sitzen - Gründe für einen Anstieg um fast 70 Prozent

Etwa 98 Prozent der Kinder haben Migrationshintergrund

Die Gründe für so viele versetzungsgefährdete Erstklässler seien vielfältig. "Etwa 98 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund", wie Mächtle zu berichten weiß. Ein gravierender Punkt sei, dass die Kinder an der Gräfenauschule oft nur schlecht Deutsch sprächen und aus bildungsfernen Familien kämen, so Mächltes Interpretation der Lage.

Manchmal liege es auch daran, dass Kinder über Monate oder Jahre auf der Flucht waren. Dass sich Kinder nicht in eine Gruppe einfügen könnten. Oder dass manche Kinder kein Deutsch können, weil sie es an ihrem Wohnort in Hemsdorf bei Ludwigshafen nicht bräuchten. Hier leben überproportional viele Migrant:innen. Trotzdem: "In der Schule brauchen die Kinder es".

Die Gräfenauschule - der Schulstandort wird von vielen als Brennpunkt oder Problemviertel bezeichnet - sei kein Einzelfall: "In Ludwigshafen werden die Missstände im Schulsystem wie unter dem Brennglas sichtbar", meint Lars Lamowski, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Von der "Spitze des Eisbergs" spricht der Grundschulleiter. "Unter der Decke schlummern viele Ludwigshafens."

Die Lage nagt an der Substanz der Rektorin. Trotzdem: "Ich möchte diese Menschen unterstützen und nicht den Kopf in den Sand stecken. Solange ich die Kraft habe, werde ich für diese Schule kämpfen."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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