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Tarifverahndlungen

Streik: Verdi fordert 15 Prozent mehr Lohn für Post-Beschäftigte

  • Veröffentlicht: 06.02.2023
  • 16:40 Uhr
  • Clarissa Yigit
Demonstrant:innen fordern 15 Prozent mehr Lohn für Postangestellte.
Demonstrant:innen fordern 15 Prozent mehr Lohn für Postangestellte. © Foto: Annette Riedl/dpa

Der Warnstreik bei den Mitarbeiter:innen der Post geht in die nächste Runde. Verdi fordert für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 15 Prozent. Der Brief- und Paketdienstleister teilte mit, er habe bereits ein Angebot angekündigt und hält die neuerlichen Warnstreiks für überzogen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Lohnstreik bei der Deutschen Post geht in die nächste Runde.

  • Verdi fordert für die Post-Beschäftigten 15 Prozent mehr Lohn.

  • Die Post hält dagegen und kündigte ein Angebot für die Tarifverhandlungen am Mittwoch (8. Januar) und Donnerstag an.

Neue Warnstreiks bei der Post sorgten am Montag (6. Januar) für verspätete Lieferungen von rund einer Million Briefe und mehreren hunderttausend Paketen. Hauptsächlich in Berlin und Rostock waren am Montag Arbeitsniederlegungen geplant. Für Dienstag sind weitere Arbeitsniederlegungen in Dortmund, Hamburg, Saarbrücken, Polch (Rheinland-Pfalz), Nürnberg, Frankfurt/Main und Stuttgart vorgesehen. Dennoch seien die Auswirkungen geringer gewesen als bei den mehrtägigen Warnstreiks im Januar, wie ein Postsprecher in Bonn erklärt.

Insgesamt sprach die Post von rund 5.300 Streikenden; Verdi hingegen von circa 8.000.

Im Video: Verdi fordert 15 Prozent Lohnplus für Post-Mitarbeiter

Verdi fordert 15 Prozent mehr Lohn für Postbeschäftigte

In der laufenden Tarifrunde will die Gewerkschaft mit den Streiks ihrer Forderung nach 15 Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen. "Wer meint, dass die Forderung von 15 Prozent zu hoch ist, der kann schlicht und ergreifend nicht rechnen", verteidigt Verdi-Chef Frank Werneke auf einer Kundgebung in Berlin die Forderung seiner Gewerkschaft. So würde eine Inflation von fast acht Prozent im Vorjahr und sechs bis sieben Prozent in diesem Jahr große Reallohnverluste bedeuten.

Die Post fahre zudem Rekordergebnisse ein, wie Andrea Kocsis, Verhandlungsführerin von Verdi, betont. "Davon holen wir uns jetzt Euren Anteil. Jetzt seid erstmal ihr dran, bevor wir über Dividenden sprechen", rief sie den Streikenden zu.

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Post sieht keinen Anlass für weitere Warnstreiks

Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, habe der Konzern für die nächste Runde der Tarifverhandlungen am Mittwoch und Donnerstag bereits ein Angebot angekündigt. Somit seien die neuerlichen Warnstreiks überzogen, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Kund:innen würden alleine unter dem Verhalten der Gewerkschaft leiden, erklärt der Brief- und Paketdienstleister.

Um die Arbeitsplätze im Brief- und Paketgeschäft zu sichern, halte zudem die Post die Einkommenssteigerungen in der von Verdi geforderten Größenordnung für "nicht vertretbar".

Laut Konzernangaben sei das Ergebnis des Brief- und Paketgeschäfts deutlich rückläufig und reiche schon heute nicht mehr für die notwendigen Investitionen aus, wie die dpa weiter berichtete. Zum großen Teil würde der von Verdi angeführte Konzerngewinn im internationalen Geschäft erwirtschaftet.

Auswirkungen auf Kund:innen hielten sich in Grenzen

Betroffen waren rund sechs Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei Paketsendungen und nur circa zwei Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei den Briefsendungen, wie ein Postsprecher erklärt. Somit hielten sich die Auswirkungen der Warnstreiks nach Unternehmensangaben zunächst in Grenzen. Dies habe auch mit den aufgrund der am Wochenanfang typischerweise eher niedrigen Sendungsmengen zusammengehangen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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