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Nackte Touristen und heilige Berge

Strenge Regeln auf Bali: Gouverneur will hart gegen unsittliches Verhalten vorgehen

  • Veröffentlicht: 07.06.2023
  • 15:32 Uhr
  • Clarissa Yigit

Auf der indonesischen Insel Bali bekommen Urlauber:innen fortan Benimmregeln bei der Einreise in die Hand gedrückt. Wer sich zukünftig unsittlich verhält, muss mit harten Strafen rechnen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der Urlaubsinsel Bali wurde zunehmend unsittliches Verhalten registriert.

  • Fortan gelten strikte Regeln für Tourist:innen auf der hinduistischen Insel.

  • Zuwiderhandlungen werden hart sanktioniert.

Auf der indonesischen Insel Bali – der "Insel der Götter" – herrscht in der Regel harmonische Stimmung. Kultur und Religion prägen das gern bereiste Urlaubsziel.

Umso ärgerlicher ist es, wenn gerade Tourist:innen sich unsittlich auf der Trauminsel benehmen. Zuletzt kam es wiederholt zu unmanierlichen Zwischenfällen mit nackten oder halbnackten Urlaubern. Nun zieht der Inselgouverneur I Wayan Koster die Reißleine und kündigt Konsequenzen an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Neue Regeln auf Bali

Einreisende bekommen von nun an direkt am Flughafen einen Leitfaden mit Benimmregeln in den Pass geheftet. Danach sei es verboten, auf heilige Bäume oder religiös verehrte Bauwerke zu klettern. Ebenso wolle der Gouverneur unanständige Kleidung oder gar Nacktheit zukünftig unterbinden.

Möglicherweise könnte Ausländer:innen auch das Ausleihen von Motorrollern untersagt werden. Dies kündigte Koster bereits vor Wochen an, nachdem es auf den Straßen zu Regelverstößen und Unfällen gekommen war. Vorerst dürften jedenfalls nur noch offizielle Vermieter Zweiräder verleihen.

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Einheimische sehen Existenz in Gefahr

Auch wollte Koster die Berge der Insel für jede Art von Tourismus sperren lassen – dies störte aber selbst die Einwohner:innen Balis. Speziell die heiligen Berge – die Vulkane Gunung Batur und Gunung Agung sind beliebte Ausflugsziele für Trekking-Urlauber:innen. Daher stieß der Vorschlag des Gouverneurs nicht nur bei Bergführer:innen, sondern auch bei Lokalpolitiker:innen und Aktivist:innen auf Widerstand.

"Das sind keine gewöhnlichen Orte. Es sind Orte, die im Hinblick auf ihre Heiligkeit erhalten und geschützt werden müssen", zitiert "T-online" Koster. Ein Verbot würde demnach viele Einheimische ihrer Existenz berauben. Schließlich leben zahlreiche Menschen auf der Insel vom Tourismus, der in der Folge stark beeinträchtigt würde.

Dies bestätigt auch der Reiseführer Ade Firmasnyah gegenüber der dpa. "Ich arbeite als Bergführer, und ich liebe die Berge. Es gibt viele Menschen, die im Bergtourismus arbeiten. Wenn das verboten wird, dann wird es große Proteste geben."

Um Tourist:innen über die Bedeutung der Berge und das richtige Verhalten aufzuklären, brachte der stellvertretende Sprecher der Provinzregierung, Tjok Gde Asmara Putra Sukawati, den Vorschlag ein, Urlauber:innen zu verpflichten, lokale Bergführer zu engagieren, so die dpa.

Zudem sollten die Preise für Trekking-Touren auf die Vulkane erhöht werden. Gegen diejenigen, die sich dennoch daneben benehmen, müsse hart durchgegriffen werden, ergänzt Firmasnyah.

Folgen für Urlauber:innen bei Zuwiderhandlungen

Harte Strafen – von Haft bis zur Abschiebung – drohen nun Urlauber:innen, die sich nicht an die neuen Verhaltensregeln halten. Außerdem habe Koster Einheimische aufgefordert, Tourist:innen zu melden, die sich anstößig verhalten oder Vorschriften missachten, um dem Tourismussektor "Qualität und Würde" zurückzugeben.

Beispiele für Fehlverhalten von Tourist:innen gab es in den vergangenen Monaten immer wieder. Im März wurde ein russischer Blogger abgeschoben. Dieser hatte angeblich auf dem Berg Agung – dem Sitz der Götter – sein nacktes Gesäß zur Schau gestellt. Nachdem eine Dänin sich im Mai im Urlaubsort Seminyak als Beifahrerin auf einem Motorrad entblößt hatte, wurde sie festgenommen. Eine russische Touristin wurde – ebenfalls im Mai – abgeschoben. Sie hatte sich offenbar gänzlich ohne Kleidung an einen heiligen Banyan-Baum geschmiegt und ein Foto davon online gepostet.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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