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Propaganda

Studie enthüllt: Verdächtige Wikipedia-Einträge könnten pro-russische Kampagne sein

  • Veröffentlicht: 20.10.2022
  • 17:30 Uhr
  • afu
Article Image Media
© Uli Deck/dpa

Laut einer Studie gibt es auf Wikipedia zahlreiche verdächtige Bearbeitungen. Das Ziel: Durch pro-russische Propaganda den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich hinter zahlreichen Wikipedia-Einträgen pro-russische Propaganda verberge.
  • Bearbeiter:innen sollen demnach strategisch vorgehen, um nicht aufzufallen oder enttarnt zu werden.
  • Durchgeführt wurde die Studie vom Institute for Strategic Dialogue (ISD) und dem Centre for Analysis of Social Media (CASM). 

Seit nunmehr acht Monaten herrscht Krieg in der Ukraine, nachdem das europäische Land von seinem Nachbarn Russland angegriffen wurde. Dabei wird nicht nur an der Front gekämpft, dieser Krieg ist auch ein Informationskrieg, der versucht, den öffentlichen Diskurs in eine bestimmte Richtung zu lenken. 

Dass dies auch über das Online-Nachschlagewerk Wikipedia geschieht, hat nun eine Studie herausgefunden, welche das unabhängige Institute for Strategic Dialogue (ISD) zusammen mit dem Centre for Analysis of Social Media (CASM) durchgeführt hat. Das berichtet "The Independent". Offenbar werde die Website dafür genutzt, die Wahrnehmung des Krieges durch systematische Manipulation von Artikeln zu verändern und in Richtung russischer Propaganda zu manipulieren. 

Mehrere Konten wurden zur Bearbeitung genutzt, um Enttarnung zu vermeiden 

Für die Studie mit dem Titel "Informationskriegsführung und Wikipedia" wurde die englischsprachige Wikipediaseite des russisch-ukrainischen Krieges untersucht, speziell Nutzerkonten, welche zuvor den Inhalt bearbeitet hatten und in der Folge geblockt wurden. Außerdem kartierte man deren Bearbeitungsverhalten auf anderen Wikipedia-Seiten, um festzustellen, wie viel sie beitrugen und wo es Überschneidungen in den Inhalten gab. Dieses sogenannte "Network-Mapping" habe eine besondere Strategie hervorgebracht: Ein Netzwerk zwielichtiger Redakteur:innen verteilte seine Beiträge auf mehrere Konten, um nicht aufzufallen und einer Enttarnung zu entgehen. 

Die Inhalte bei Wikipedia sind zwar für alle offen zur Bearbeitung, allerdings können Nutzerkonten gesperrt werden, sollte verdächtiges Verhalten auftreten. Trotzdem gebe es laut der Studie Einzelpersonen und Unternehmen, welche die öffentliche Berichterstattung durch bestimmte Taktiken kontrollierten. 

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Bearbeitungen ähnelten pro-russischen Argumenten des Kremls 

Analysiert wurden die Aktivitäten von 86 Redakteur:innen, welche wegen Verstößen gegen den Wikipedia-Ethikkodex bereits gesperrt worden waren. Dabei habe man festgestellt, dass diese in der Vergangenheit Änderungen an der Seite zum russisch-ukrainischen Krieg vorgenommen hatten. Die Forschenden stuften 22 Bearbeitungen mit 37 Domains als staatlich gesponsert oder mit dem Staat verbunden ein. 16 dieser Bearbeitungen wiesen Narrative auf, die mit vom Kreml gesponserter Informationskriegsführung übereinstimmten. Darunter auch Zitate und Pressemitteilungen des Kremls, welche pro-russische Argumente hervorheben. 

Allerdings sei es laut der Studie schwierig, tatsächlich eine Verbindung oder Absprache zwischen den gesperrten Redakteur:innen nachzuweisen. Doch sammle sie zahlreiche Hinweise, dass ein Manipulationsversuch des öffentlichen Diskurses durch den Kreml vorliege. 

Verwendete Quellen:

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