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Syrien ist ein "stark vermintes Land": Helfer berichtet von erschwerter Suche nach Verschütteten

  • Veröffentlicht: 15.02.2023
  • 15:19 Uhr
  • Anne Funk

Millionen sind von den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien betroffen. Besonders Menschen mit Handicap leiden zusätzlich, da sie kaum eine Möglichkeit haben, ohne Hilfe an Betreuungsstellen zu gelangen. Obendrein birgt die Suche nach Verschütteten eine große Gefahr: In Nordwest-Syrien liegen noch 300.000 Minen. Thomas Schiffelmann von Handicap International erklärt im exklusiven Interview mit ProSieben Newstime, wie die humanitäre Organisation Hilfe leistet und wie dramatisch die Lage vor Ort tatsächlich ist.

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Nach den katastrophalen Erdbeben in der Türkei und Syrien sind zahlreiche Hilfsorganisationen vor Ort, um Menschen zu retten, zu versorgen und ihnen Unterstützung beim Wiederaufbau zu bieten. Dazu zählt auch Handicap International e.V.: Die gemeinnützige Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung langfristig zu verbessern. Derzeit ist Handicap International mit 200 Einsatzkräften im Norden Syriens im Einsatz. Im exklusiven Interview mit ProSieben Newstime erklärt Thomas Schiffelmann, Leiter Marketing bei Handicap International, wie dramatisch die Lage vor Ort aktuell ist. 

Rollstühle wurden durch Erdbeben zerstört

"Die Situation für Menschen mit Behinderung ist gerade in Notsituationen sehr, sehr schwierig. Sie war schon vorher eine große Belastung", so Schiffelmann. Bereits zuvor habe es, wenn man im Rollstuhl unterwegs war, kaum Wege gegeben. Auch Dienstleistungen wie Physiotherapie-Maßnahmen waren schwer zu finden.

Nun sei die Lage allerdings noch schlimmer. "Jetzt in der Nothilfe kommt noch dazu, dass zum Teil aufgrund der Erdbeben auch Rollstühle komplett zerstört wurden." Die Menschen hätten "überhaupt keine Fortbewegungsmöglichkeiten mehr, um an Versorgungsstellen zu kommen, wie zum Beispiel Lebensmittel, Wasser, auch Medikamente und sind meistens von der Hilfeleistung in der Nothilfe abgeschnitten".

Die Erdbeben haben nicht nur Zehntausende Tote gefordert, auch fast 100.000 Verletzte ließ die Naturkatastrophe zurück. "Wir müssen auch zum Teil, um Menschen aus den Trümmern zu befreien, Amputationen durchführen", erklärt Schiffelmann weiter.  "Und nach den Amputationen ist es ganz wichtig, dass man sehr, sehr schnell - und so kennen wir das natürlich auch aus unserem Alltag - in die Physiotherapie in die Reha-Maßnahme geht." Handicap International stelle Orthesen und Prothesen sowie Physiotherapeuten zur Verfügung.

"Die Menschen liegen tatsächlich auch vor den Krankenhäusern."

Thomas Schiffelmann, Handicap International

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Lage in Kliniken spitzt sich zu

Dramatisch stelle sich auch die Situation der Krankenhäuser dar. Diese seien überfüllt, die Lage spitze sich weiter zu. "Die Menschen liegen tatsächlich auch vor den Krankenhäusern." Ein weiteres Problem: "Die Hilfslieferungen kommen gar nicht so schnell nach, um Operationsbesteck, um medizinische Geräte entsprechend auch einsetzen zu können."

Hinzu kommt, dass seit Jahren Bürgerkrieg herrscht, was eine zusätzliche Gefahr mit sich bringt. Syrien ist ein "stark vermintes Land", erklärt Schiffelmann. "Wenn man jetzt die Trümmerbeseitigung macht, um noch Opfer zu finden oder auch vielleicht schon mit Wiederaufbaumaßnahmen zu beginnen, muss man einfach berücksichtigen, dass gerade in Nordwest-Syrien noch 300.000 Minen liegen, die noch nicht entschärft worden sind." Explosionen könnten stattfinden, durch die "Menschen entweder Gliedmaßen verlieren oder dadurch sogar sterben".

Das komplette Interview von ProSieben Newstime mit Thomas Schiffelmann sehen Sie oben im Video.
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